Stephenson, Stephan

Stephenson , Stephan, Architekt , wurde durch J. Murphy (Tra- vels in Portugal, London 1705, p. 44) in die Kunstgeschichte eingeführt, und als derjenige genannt, der den Plan zum berühmten Kloster und der Kirche von Batalha in Portugal gefertiget hatte, Man hält ihn für ein Mitglied der grossen Bauhütte in York, von wo aus er nach Portugal berufen worden seyn soll. Murphy will darüber aus dem Archive zu Lissabon Nachweisungen erhalten haben, die aber in neuerer Zeit Francisco de Sam-Luiz, wel- cher 1827 in den Memorias historicas der k. Akademie in Lissa- bon über dieses Kloster Nachricht gab, nicht gefunden zu haben scheint, Diese Memoiren, welche auf A. Raczynski (Les arts en Portugal, Paris 1846 p. 225) im Auszuge gibt, lassen aber eine Lücke von 16 Jahren, vom Beginne der Arbeiten im Jahre oder 1387 bis . In diese Zeit setzt Murphy die Thätigkeit seines Stephenson, des Meisters aus York , und in jedem Falle hat derjenige, der den Plan zum Kloster und zur Kirche von Batalha gefertiget hat, die Cathedrale von York in allen ihren Verhält- nissen auf das Genaueste studirt.

Die Kirche der hl. Jungfrau in Batalha entstand in Folge eines Verlöbnisses des Königs Johann I. und seiner Gemahlin Philippa von Lancaster. Sie gelobten den Bau vor der den 14. August 1385 erfolgten Schlacht von Aljubarrota, in welcher der

König den vollsten Sieg über die Castillanische Armee erfocht. Der Bau kann also oder 1387 begonnen haben. F. de S. Luiz, jetzt Cardinal-Patriarch, fand auf der Liste der Werkleute keinen Stephenson, in einem Documente von 1402 kommt aber als Meister des Baues ein Alphons Dominquez vor, der allerdings der erste Architekt seyn könnte, da vorauszusetzen ist, dass er

In der Kirche des Klosters von Batalha tritt uns die edelste und regelmässigste Ausbildung des germanischen Styls entgegen. Hier entwickelt sich im Inneren, den besten germanischen Bauten nahe stehend, ein vorzüglich nobles System, und auch das Aeusere ist, obgleich entschieden nach dem südlichen Gesetz der Horizon- tallinie, durchaus klar und harmonisch gestaltet. Die Dachlinien sind völlig flach geführt und es fehlen die Giebel, was auch an spanischen Kirchen vorkommt. Dagegen tritt das System der von den Streben des Seitenschiffes gegen das Mittelschiff hinüberge- schlagenen Strebebügen als ein wesentliches Element in die For- men der Fagade ein. Nur in Einzelheiten machen sich willkür- liche Motive bemerklich, die auf einen gewissen maurischen Ein- fluss zu deuten scheinen. Wie weit Stephenson den Bau geführt habe, ist nicht bekannt. Das Mausoleum des Königs, ein beson- derer Bau zur Seite der Kirche, ist noch ziemlich in denselben Formen ausgeführt. Das Mausoleum des Königs Emanuel, ein mächtiges Octogon hinter dem Chore der Kirche, wurde erst zu Anfang des 16. Jahrhunderts erbaut, in phantastischer Verbindung entartet germanischer und maurischer Formen,

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