Stempel, Emanuel

Stempel, Emanuel, Landschaftsmaler und Radirer, geb. zu Win- terthur , hatte seinem eigenen Talente das Meiste zu verdan- ken, und brachte es zu einer bedeutenden Stufe von Vollkommen- heit. Er zeichnete schon frühe nach der Natur, und erfasste die- selbe mit glücklichem Sinne. Dann fertigte er auch Zeichnungen nach berühmten holländischen Meistern, worunter wir besonders zwei grosse Blätter nach Both und Ruysdael nennen, die mit Mei- sterschaft in Bister ausgeführt sind. Die erstere dieser Zeichnun- gen gibt uns ein prachtvolles Bild von Both mit Wasserfall, Felsen und Bäumen. Auf dem einen der Maulthiere, welches der Führer leitet, sitzt eine Mutter mit dem Kinde an der Brust, und ein Hirt treibt seine kleine Heerde an den Wasserfall. Die Zeichnung nach Ruysdael zeigt ebenfalls einen Wasserfall und hohe Gebirge in der Ferne, und im wilden Gebüsche ist der Hirt mit seinen Ziegen. Diese zwei trefflichen Zeichnungen waren bis 1835 in der Sammlung des Dekan Veith zu Schaffhausen . Die meisten seiner Zeichnungen sind aber unmittelbar nach der Natur in Sepia, in Tusch und in Aquarell ausgeführt. Darunter sind interessante Ansichten aus Italien , da der Künstler 1805 jenes Land besuchte, und daselbst zahlreiche Studien machte. Einige dieser Zeichnun- gen führte er auch in Oel aus, wie die Ansicht der Villa d'Este, des Tempio della Tosse, der Ruinen der Villa des Mecänas, der Grotta della Serena u. s. w. In seinen Schweizerlandschaften brachte er öfters Scenen aus dem Volksleben an. In seiner späte- ren Zeit malte Steiner auch Blumenstücke in reicher Zusammen- setzung, besonders schön in Aquarell. In der genannten Samm- lung des Dekan Veith waren einige Zeichnungen dieser Art, voll Natur und Farbenpracht, theilweise von höchster Täuschung. Diese Gemälde bieten prachtvolle Bouquets, und neben und um diesel- ben sind oft Vögel, Schmetterlinge und Insekten angebracht,

Dann haben wir von Steiner auch geistreich und malerisch radirte Blätter, theils in der Manier von C. Reinhart. Sie sind mit seinem Monogramme oder mit E. St. f. bezeichnet.

  1. Eine wilde Gegend mit Bäumen, Wanderer ziehen über einen schroffen Felsenpfad. Nach Both, und genau im Charakter desselben, zumal in den Formen der Bäume und in dem an- muthigen Spiel der Streiflichter. Mit dem Namen. Aus Velten's Verlag, gr. fol.

  2. Eine hügelige Waldpartie mit Wasserfall und einer Mühle, im Geschmacke Ruysdael's radirt und von sehr gefälliger Wirkung. Mit dem Namen. Aus Velten's Verlag, gr. fol.

  3. Die Ruinen des Coliseums. Ohne Namen, qu. fol.

  4. Grossartige Landschaft mit Wasserfall zwischen Gebirgen, wo grüne Gebäude stehen. Im Charakter C. Poussin's, gr. u. fol. Es gibt Abdrücke vor der Schrift, und solche mit dem Namen.

  5. Idyllische Landschaft, mit Hirten unter dem Baume, rechts ein Fluss mit Wehr. Im Charakter Poussin's, gr. qu. fol. Es gibt Abdrücke vor der Schrift, und solche mit der- selben.

  6. Eine Folge von 6 italienischen Gegenden, sehr verständig und mit poetischem Gefühle aufgefasst, fol,

  7. Rouartig, Gebirge, Inden mit Thieren im Wasser. E, St,

  8. Eine Thalgegend mit Kühen im Vorgrunde. E, St. fol.,

Br. 'O' / ® 9) Eine Folge von 6 Landschaften mit Figuren und Vieh, zum Theil componirt. Auf dem Titel bemerkt man ruhende Schafe, und am bemossenen Steine steht: Pot-Pourri. Unten: 10) Vues de la Solitude romantique d'Arlesheim pres de Basle, nach S. Birmann. Basle 1814. Eine Folge von 9 Blättern im Umschlag, qu. fol., a 31) Landschaft mit einer Hirtin und ihrer kleinen Herde: Esel, Ziegen und Schafe. Ohne Namen, qu. fol. 12) Zwei Schweizer Landschaften mit Wasser und Figuren, Ohne Namen, qu. 4., — 13) Ein Schweizerknabe mit dem Korbe. Ohne Namen, 8. 14) Ein Schweizerknabe mit der Holztrage. Ohne Namen, 8.

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