Steinkopf, Gottlob Friedrich, Landschaftsmaler , geb. zu Stutt- gart 1770, hatte die Liebe zur Kunst von seinem Vater, dem obi- gen Künstler, ererbt, und widmete sich daher schon in jungen Jahren derselben, ohne das Studium der klassischen Literatur, welches auch sein Vater mit Vorliebe pflegte, zu vernachlässigen. Den ersten Unterricht ertheilte ihm J. F. Steinkopf, und dann war es besonders Claude Lorrain und Poussin, welche er zum Vorbilde nahm. Das Feld, welches er wählte, ist das der historischen Land-
„Oertlichkeiten versetzen, deren ‚Charakter nicht blos eine allge- meine, sondern eine entschiedene Stimmung und einen klaren Ge- danken erweckt, deren Schönheit aber uns mit einem Male das Bildlichste und Liebste vor Augen führt, was die landschaftliche Natur einzeln und zerstreut, oder nur in scheinbar glücklichen Momenten dem Auge darboten kann. — Zu seinen gerühmtesten Gemälden zählt der, Reihenfolge nach: der Morgen eines Opferfestes, im Jahrgang 1811 S. 9 f. genau beschrieben; die Rückkehr von der Löwenjagd, südliche Landschaft vom höchster Blüthe 1812; der Abendsegen in der Capelle im Wege, 1813 als eines der aus- gezeichnetsten Werke der neuesten Landschaftsmalerei gerühmt; die Landschaft mit der Flucht nach Aegypten ; die Gegend von Bojâ, in der Bild im Besitze des Hrn. v. Quandt; eine kleine Landschaft mit einem Eichbaume 1820; Ulysses und Nausikan 1821; die italienische Weinlese, worin sich der Künstler 1822 selbst über- troffen haben soll; Achilles und Chiron ; Abraham mit den drei Engeln; die Rückkehr von der Abendandacht, 1825 als eines der grössten und effektvollsten Gemälde des Meisters bezeichnet; der Sonntagsabend im Gebirge 1824; die Capelle auf dem rothen Berge bei Sonnenuntergang 1827, und die Ansicht des Rosenstein mit dem königl. Landhause, beide im Besitze des Königs von Würtemberg, das erstere als Erinnerung an den Tod der Königin, die in jener Capelle ruht, und sowie der Sitz Rosenstein durch die Lithogra- phie bekannt; Cleobis und Biton, welche ihre Mutter auf dem Karren zum Tempel führen, 1833 als wundervolles Bild erklärt, und im Besitze des genannten Königs; Landschaft mit blühenden Bäumen und einem Genesenden am Fenster, die Darstellung eines schwäbischen Frühlings in seiner mannigfaltigen Obstblüthe, 1839 vom Könige gekauft; eine Wiederholung der Grabkapelle der Kö- nigin Catharina auf dem rothen Berge im kleineren Formate, als das Bild auf dem Rosenstein, für die Erbprinzessin von Oranien, der erlauchten Schülerin des Künstlers, in der Knierim'schen Harz- malerei ausgeführt 1850; das Elysium nach den Mythen der Alten, in kindlicher Auffassung, das Werk eines Greises (1843).
Himminger lithographirte die Ansicht des Landhauses Rosen- stein für den Würtemberg'schen Kunstverein. Als Gegenstück dient die Ansicht der Capelle auf dem rothen Berge, von Hein- rich, ebenfalls, für den Kunstverein lithographirt. 100 S. 6. Steinkopf, Maria, Zeichnerin, die Tochter des obigen Künstlers, genoss den Unterricht Leybold's, welcher sie bald zu seinen vor- züglichsten Schülerinnen zählte. Sie zeichnete schöne Bildnisse. J. G. Schreiner lithographirte nach ihrer Zeichnung das Portrait der Herzögin Pauline von Nassau, welches Leybold gemalt hatte. Steinla, Julius, Landschaftsmaler, geb. zu Stuttgart 1815, war Sohn seines Vaters Gottlob, und trat in die Fussstapfen dessel- ben. Im Jahre 1842 begab er sich zur weiteren Ausbildung nach Italien, wo er Studien zu Gemälden sammelte, namentlich in der Campagna di Roma. Ein Bild von 1843 stellt einen Theil der La- tium mit dem Sabinergebirge vor. Seine Gemälde sind sehr schön in der Färbung und bis ins Detail vollendet. Steinla, Moritz, Kupferstecher und Professor an der Akademie in Dresden, wurde 1794 zu Steipla bei Hildesheim geboren, und von diesem seinen Geburtsorte entlehnte er den Beinamen, da sein Geschlechtsname »Müller» bei vielen Künstlern vorkommt, und be-
ist einer von diesen, der überdies das Verdienst eines trefflichen Zeichners verbindet. Seine ersten Studien machte er an der Akademie
in Dresden, wo schon seine früheren Arbeiten zu grossen Erwar- tungen berechtigten, worunter wir, der frühesten Studienblätter nicht zu gedenken, das grosse Bildniss des Dr. Kreisig nach Grassi erwähnen, welches auf mehrere kleinere Portraits folgte, und treff- lich in Linienmanier behandelt ist. Ein anderes Bildniss aus der früheren Zeit des Meisters ist jenes des Königs von Sachsen nach Prof. Vogel von Vogelstein, welches mit eben so vieler Zartheit in den weichen Partien, als mit Kraft behandelt ist, wo diese erfordert wird. Hierauf begab sich der Künstler mit Unterstützung des genannten Fürsten zur weiteren Ausbildung nach Italien, und erlangte zu Florenz unter Morghen's, und in Mailand unter Lon- gi's Leitung bald einen Grad von Vollkommenheit, auf welchen dem Meister selbst stolz waren. In Florenz vollendete er seine
Platte nach Titian's Bild in der Dresdner Gallerie, welches Christus mit dem Zinsgroschen vorstellt (Il Christo della moneta), ein herr- liches Blatt in Morghen's lieblicher Manier, welches einen Theil des dritten Bandes des Galleriewerkes ausmacht. Steinla hatte sich durch dieses Blatt bereits unter die vorzüglichsten historischen Stecher gestellt. Es ist in allem Theilen mit grosser Sicherheit und mit bewunderungswürdiger Treue durchgeführt. Die Fleisch- partien sind mit engen Tacken sehr schön modellirt und weich behandelt, und äusserst gelungen ist die auch im Originale schöne Hand des Heilandes. Der Druck dürfte in den früheren Exemplaren besser sein. Hierauf stach er das Bild von Fra Bartolo- meo, eine eben so meisterhafte Nachbildung, wie der Kindermord nach Rafael's Zeichnung im k. Cabinete zu Dresden. In diesem, so wie in kleineren Arbeiten bewies sich Steinla als einen der vor- züglichsten Meister in der Kunst des malerischen Stiches, alle frühere Werke übertraf er aber noch durch seine Madonna nach Holbein, welche er mit einfachen Mitteln in bewunderungswür- diger Wahrheit und Treue wiedergegeben hat. Dieses Streben gibt sich indessen in allen seinen Reproduktionen kund, und es ist ein grosser Vorzug seiner Blätter, dass mit aller Treue die Urbilder wiedergegeben sind. Im Stiche nach Holbein ging der Künstler mit feinstem Verständnis bis ins geringste Detail, aber bei vollkommener Harmonie des grossen Ganzen. Es ist eines der grössten Meisterwerke der Grabstichelarbeit. Die Pariser Akademie überschickte ihm die grosse goldene Preismedaille. Im Jahre 1842 vollendete Steinla die Zeichnung zur Madonna di S. Sisto, nach Rafael's berühmtem Gemälde in der Gallerie zu Dresden, welche bekanntlich schon F. Müller meisterhaft gestochen hatte. Der Stich dieses Bildes beschäftigte unsern Künstler in den letzten Jahren. 4 Steinla's Bildniss enthält eine Bronzemedaille von dessen eigener Hand, mit der Umschrift: Maur. Steinla AET. S. 45. a. 185 SE JPSE sc. Auf der Rückseite ist ein Labyrinth, mit den Buch- 4) Friedrich der Weise, Churfürst von Sachsen, Brustbild nach
... J. Cranach, H. (ohne Plattenrand) 6 Z. 4 L., Br. 5 Z. 2) Kaiser Carl V., Brustbild im kaiserlichen Ornate, nach Al Dürer's Bild in Weimar, H. 6 Z. 4 L. Br. 5 Z.
- Friedrich August König von Sachsen, nach C. Vogel, fol.
- chemisches Papier. Z
- EL Mit der Schrift,
Copie nach Bause, eines der früheren Blätter dem Meutens, &. 5) August, Herzog zu Sachsen, Gotha und Altenburg, sitzend am Lehnstuhl, nach J. G. Enten, Bl. fol. fol.:
- Vor der Schrift,
- Mit derselben,
- D." Martm Luther, Brustbild nach L. Crüger. Gestochen
von Moritz, Steinla in Weimar., H. 5 Z.. 4 L, Br. 4 Z. 11 L. 7) Philipp Melanchthon, Brustbild nach L. Crüger. H. 6 Z. 3 L., Br. 5 Z.
.. 8) Rafael Sanzio; nach dem Originalbilde in der Gallerie zu
Florenz, und mit Dedication an den Staatsminister von Lin- denau 1834;
- Vor der Schrift, 48 3 A II. Mit derselben, ,
. 9) Albrecht Dürer, in 3 Anlagen, verschieden von dem Bilde in
München; kl. fol.
Lukas Cranach, Brustbild mit langem Barte und im Pelz- kittel, nach Cranach's Gemälde in Weimar gestochen, zu Herings Ehrentempel. Götha 1822.
Lukas Cranach, ganze Figur auf seinem Grabsteine, mit dem Hute in beiden Händen. Anno Christi, 5 Z. 3i Octob. ... Aetatis 56 81. (Steinla cc.) Für die Zeitschrift: die Vor- zeit, 1827;
Fürst Blücher, halbaufrecht nach J. W. Schmidt, Eines der früheren Blätter, 4
Freiherr von S. Ecksteinbuburg, nach Ammerling, für das
Verzeichniss der Gemäldesammlung desselben gestochen. Leip- zig 1837; 4. 14) Dr. F. C. Kreyssig am Tische nebst einem Ärzt, nach J. v. Grässel, 4to.
- Vor der Schrift, auf dem Papier. (Das Schrift beim Drucke nicht zu edel.) n II. Mit der Schrift,
a) 15) Bernhard von Lindenau, Statuenwurf, Nebengr., kl. fol.
- Vor der. Schrift, auf dem Papier, # A
. 16) Franz Girardet, Prediger der reformirten Gemeinde zu Dres-
den, auf Neusilber gestochen, 8. 17) Friedrich Tauchnitz, Typograph zu Leipzig; Moritz Steinla et incid., Mailand 1826. Sehr., schon umgekehrte Blatt. kl. fol.
- Vor Schrift. n d II. Mit obigen Schrif, I n
- Luigi Bardi Calcografo, Büste, Montz Steinla del. et incid.
Florent. 1828, Sehr schönes Blatt, gr. 8 19) J. F. Gellert, Büste, nach Ant. Graf. Eines der früheren Blätter,
- J. G. Musäus, halbe Figur nach Hemms. Eines der frühe-
ren Blätter
- C. M. Sand nach F. Jagemann, Büste, 4.
- J. G. Hüdqer, nach F. Rehberg, halbe Figur, 4.
- F. L. Graf von Stollberg, nach Ricklin, halbe Figur, 4.
Diese Bildnisse gehören ebenfalls der ruhmvollen Reihe des
Meutens an. ;
- Die Madonna mit dem Kinde auf dem Throne, zu den Sei-
ten der hl. Stephan und Johannes der Täufer, oder die
Vor der Schöpfung nur mit dbl'!iün'tl!flhßbn.
Mit der Schrift, fr 8n ' '
‘“ . 25) Il „Christo della agola nach Titian's benibmlßß Bilde der C# L alleguq in Dresden, und für das Galienewerks gestochen, Fol. Die Platte ur Schwenthum des Ruyferstn nßahmets in
Dresden.
e ü* 1\l. Nor. allet Selmfl nbot vor dem Kuflsllenom Aeus- Sa '3 ! . . s@nst selten. .:
II Vor der Schnfl nur unter den Kupferstechern. Selten, III Mit der Schnft 024 in W 26) Christus vom Kreuze abgenommen; um eben von Johannes
- ' und zwei Marien, die 'Präta nach 'Fra %art0l0meo für L,
Bardi's Imp. et Reale Galleria di Palmor Pitti gestochen 1830, gr. qu. fol. '
- J. Vor aller Schmfi und vor den Wappen; 'auf chines. 50 Y ' pp . And auf weisses, 1°lx""'° 20 'l‘fi i
' vii. Vor derm Sclrift, bloss mit. dem*ßunollammn und Mr '1: !0 'dem : Wappen, 'auf chinesisches Popnor. n0 Thl.
lll. Mit Schrift und Wn pen, 8 „Thl;"
Die Madonna della Misericordia, mph a Ûutoiomeo, von #-.” * « ' einem. englischen Meister. begonnen um{ von Slomla 1858 “ xollendet, gr.. fol. ' ... ,
Sanctissima Mater Dei arulum aegrolutpm filmn Jocabi d : - Meyeri; Consulis Basileehsis, ulnis Fovehs ; pater 1£0 cum reliqua familia genuflexi: adorant. Mariae. Reginae Saxonum Z . Augustissimae. , J. Hülbein . jun. . pinx. Tabula votiva in pinacotheca regia Dresdae:: adservata,. IM - Steinla del. et aeri incidit Dresdae 1841. . H. Felsing: del. Darmshdm. Aa ' 1 psofol. Subseriptioräpreis 16 Thl.o ' m -
J. Vor aller Schirft, auf chinesisches 1q*, in wenigen Exemplaren. Preis 68 'ThE 90 „? di>
v ebgl Vor der Schrift, nur., mit den Namen der Künstler und n dem Waprn. Jun 82 Thl.uw Yn „n4 ; er 7 5 e Mit .der. Schrifti. , ] . ' uaT d n(n-'.'
- Der Nidermord } M 'hafaal .?:lr‘gu's1 "8. Innocentium, Archetypon servatur 'in 'cpllectione priväta S; Regis Saxo- „ niae 1843, gr. qu. fol.
r E Zeichnung „lfi$fl\ss der e'b€mhhgö Kuästhäudler Huy-
i 'bens aus Cöln, und dreser liess ste durch Steinla stechen.
m' ,' * Nachd ein Huybens' die Zeichnung Att 'dünönig verkauft
n w hatt kam die Platte zur Venten erung, Jli.fhb* etzt Steinla
a e tund 1845 durch; J. Felst g%a wen liess, Diese
Abdruc}n sind unter dem Namen er 'E rävek Y'artiste be-
kannt; Hierauf ging di tfselbe in den Desitz der Lüderitz-
x . schen liumthandäluu er; welche *no 1ß48 'zdm Abdrucke N f ek'g_{b' ' Diese machte Altme er. } 'l'
J. Vor aller "Schrift, 'selbst vor q n Nme 'der Meu|f
und auf chinesisches. Papier. Epreves d'artiste. 30 Thl,
7 5ob 6r 'b Vorr der. Scheifk,: zur mit den Künstlernamen. Au >il' . u , 3ln6 F chibesisches:«Papiers 20:Thit 4l 4,l s
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