Steinhäuser, Carl, Bildhauer , geb. zu Bremen 1813, machte seine höheren Studien an der Akademie in Berlin, und stand da unter besonderer Leitung des Professors Henschel. Er beurkundete schon früh seinen Beruf zur plastischen Kunst, in einer Richtung, welche ihn bei strenger Formenbildung zur Darstellung des Lieblichen und Graziösen führte, aber ohne ihn für das Ernste und Erhabene un- empfänglich zu machen. Steinhäuser führte schon als Jüngling in Berlin einige Werke aus, welche Aufsehen erregten. Darunter nennen wir besonders das knieende Bild eines Knaben mit einem Krebse, 1835 in Marmor ausgeführt, sehr naiv und liebenswürdig in der Auffassung. Später begab sich der Künstler nach Rom , wo er jetzt mehrere Bilder fertigte, die zu den zartesten Schöpfun- gen der neueren Plastik gehören. Zu den frühesten, 1836 in Gips angelegt, gehört ein Mädchen, welches horchend eine Muschel ans Ohr hält, eine reizende jugendliche Gestalt, mit farbiger Einf- fassung des Gewandes. Im Jahre 1841 führte er diese Statue auch in Marmor aus und vervielfältigte sie durch Gypsabgüsse. Dann bildete er einen mit Kugeln spielenden Knaben und führte ihn
In der letzteren Zeit beschäftigte ihn ein monumentales Werk, nämlich die Statue des berühmten Astronomen Olbers in Marmor. Das Modell fertigte er schon vor seiner Abreise nach Italien , da Bremen 1830 bei der Jubelfeier des Großen sich die Pflicht erlegte, ihrem grossen Mitbürger ein Denkmal zu setzen. Der Gefeierte ist im modernen Costume dargestellt, in einem reichen Mantel, mit dem Tubus in der Rechten. Im Kunstblatt 1816 ist diese Statue genau beschrieben und in einem radirten Blatte ab- gebildet. Um die Ehre der Ausführung concurrirten auch noch andere Künstler, unter denen wir Professor Ritschel in Dresden und Lossow in München mit Auszeichnung nennen.
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