Steiner, Johann Nepomuk

Steiner, Johann Nepomuk, Maler, geb. zu Iglau in Mähren 1725, sollte sich als der Sohn eines Magistratsrathes den Studien und dem geistlichen Stande widmen; allein der junge Steiner zog

Im Jahre 1755 eröffnete sich unserm Künstler eine freudige Aussicht. Zu dieser Zeit reiste der Graf von Spurck durch Iglau und erfuhr, dass sich in dieser Stadt ein trefflicher Maler aufhalte, der lange in Italien gelebt habe, und so eben mit einem grossen Altarbilde für die Prämonstratenser-Abtei beschäftiget sei. Der Graf besuchte den Künstler , und fand seine Erwartungen so sehr be- friediget, dass er nach seiner Rückkehr in Wien denselben der Kaiserin Maria Theresia empfahl. Sie ernannte den Künstler zum Kammermaler, als welcher er fortan in Wien thätig war, und be- sonders durch Bildnisse seinen Ruf gründete. Doch erst im Jahre 1767 ernannte ihn die k. k. Akademie zum Mitgliede, welcher er das Bildniss des Fürsten von Kaunitz-Rietberg, ihres Protektors überreichte. Früher hatte Steiner das Bildniss des Stallmeisters (Riedel) des Fürsten gemalt, welches ihm sowohl gelang, dass auch der Herr gemalt seyn wollte. Andere gerühmte Porträite sind jene des Angelo Solimena, des letzten Jesuitengenerals Ricci, des Dicht- ers Metastasio, des Feldmarschalls Laudon, des Grafen von Har- rach, u. a. Die Kaiserin Maria Theresia malte er zu wiederholten Malen, und auch den Kaiser Joseph II. Dann finden sich auch historische Staffeleibilder von ihm, und einige Genrestücke. Ein Bild des heil. Joseph und jenes eines Chemikers wurden in der Akademie zu Wien aufbewahrt. Dann besass Steiner auch grosse Übung in Herstellung alter Gemälde. In der Sammlung des Für- sten von Kaunitz sind mehrere Bilder von ihm restaurirt. Seinen Kunstnachlass erhielt die Malerin Barbara Krafft, nach deren Tod er in die Hände des Malers J. A. Krafft überging. Darunter sind

J. G. Haid stach nach ihm das Bildniss des Kaisers Joseph II. und jenes des Grafen Ferd. Bunaveutura von Harrach, halbe Fi- gur, grosses Schwarzkunstblatt. J. E. Mannsfeld stach das Bild- niss Metastasio's in 8, und gr. fol., dann auch Gregory in 8. J. Schmutzer stach jenes des Fürsten W. v. Raunitz, Kniestück am Tische, und J. G. Haid brachte das Portrait A. Solimena's in Kupfer,

— J. N. Steiner hat auch in Kupfer radirt, es kommen aber sehr selten Abdrücke vor. Wir kennen nur eine Harlekinade als Ver- zierung eines Fächers.

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