Steiner, Johann Conrad, Landschaftsmaler und Radirer, geb. zu Winterthur 1757, widmete sich anfangs unter Geisler in Genf der Kupferstecherkunst, und verweilte da drei Jahre ohne Fortschritte gemacht zu haben, da der Unterricht mangelhaft war, und es dem Zögling noch an Übung im Zeichnen gebrauch. Nach Verlauf dieser Zeit begab er sich nach Dresden , wo er unter A. Zingg weitere zwei Jahre zubrachte, bis er nach Paris sich begab, wo ihm ebenfalls zwei Jahre verflossen, ohne weiter gekommen zu seyn, als er war. Nach seiner Rückkehr in die Heimath zeichnete er einige Landschaften nach der Natur, die er in Kupfer radirte und dann nach Aberli'scher Manier ausmalte, was ihn endlich sei- ner Bestimmung näher führte. Von dieser Zeit an zeichnete er;
fleissig nach der Natur, und unternahm eine Reise nach Italien , wo er zahlreiche Studien machte, besonders in der Umgebung von Rom , zu Tivoli und in Neapel . Bei dieser Gelegenheit zeichnete er auch einige Bilder von Claude Lorrain und Poussin, und er- langte auf solche Weise eine grössere Vollkommenheit in der land- schaftlichen Composition. Er wird daher schon in Göthe's Werk über Winckelmann und sein Jahrhundert als ein Künstler gerühmt, der mit Freiheit, Geist und Kraft arbeite. Seine Zeichnungen aus jener Zeit sind gewöhnlich in grossem Formate in Bister und Sepia ausgeführt, und fanden viele Verehrer. Ein gleiches ist auch der Fall mit den Ansichten in der Schweiz , deren er 1792 viele im Canton Schwyz sammelte. Zu dieser Zeit führte er auch eine An- zahl von Prospekten aus, und nach einiger Zeit bediente er sich der Ölfarben auf Papier, worin er aber erst nach einer Übung von etlichen Jahren zur erwünschten Leichtigkeit gelangte. Ueber- diess finden sich von ihm auch Zeichnungen in schwarzer Kreide mit Weiss gehoben, Federzeichnungen mit Bister, dann Zeichnun- gen in Aquarell und in Deckfarben, so dass er in der Behandlung rosse Mannigfaltigkeit entwickelte. Im Jahre 1800 reiste er zum dritten Male nach Italien, jetzt im Begleitung seiner Gattin Anna Barbara, die eine Künstlerin von Talent, und Erbin eines ansehn- lichen Vermögens war, wodurch Steiner in eine glückliche Lage versetzt wurde, so dass er mit ungemeiner Liebe die Kunst pflegte. Er war unermüdet im Arbeiten und ein genauer Beobachter der Natur, so dass viele seiner Werke noch immer volle Beachtung verdienen. Mehrere seiner Hauptwerke erwarb der Decan Veith, dessen reiche Sammlung 1835 zerstreut wurde. Ausser etlichen Zeichnungen in Gouache waren da auch Bilder in Oel auf Papier, und eine Landschaft auf Holz, deren selten von ihm vorkommen. Steiner wählte meistens geschlossene Gegenden mit Bäumen und
Wir haben von ihm auch mehrere schön radirte Blätter, welche einzeln erschienen oder Folgen bilden. Sie sind mit dem Namen, oder mit einem Monogramm bezeichnet,
Zwei liegende nackte Nymphen bei Bäumen. Geneve 1785. Aus des Künstlers frühester Zeit, qu. 8. Sehr selten.
Waldpartie mit zwei badenden Nymphen 1795, fol.
Waldpartie mit dem Opfer an Pan 1795, fol.,
Waldpartie mit der Säule des Pan, dann Kinder mit der Ziege, in J. Both's Manier, fol.
Gartenpartie mit einem Tempel. C., St. invent., fol.
Geschlossene Landschaft mit einem Hirtenknaben bei den Ziegen 1790, roy. fol.,
Landschaft mit einer Brücke vor einem Bogen, dann ein Hirtenknabe bei den Ziegen 1790, kl. fol.
Waldpartie mit starkem Baumstamm am Wasser im Vor- grunde, fol.,
Zwei Waldpartien mit großen Baumstämmen im Vorgrunde und Wasser 1790, roy. fol.
Italienische Gegend mit Ruinen und zwei Kühen am Was- ser 1790, kl. fol.
Zwei Felsenpartien mit Bäumen, Wasser und Mädchen, 1799 roy. fol.
Eine Folge von 24 idyllischen Landschaften. Auf dem er- sten Blatte steht: XXIV. Paysages dedies a M. L. Hess. Paysa- giste par son ami C. Steiner. (1790 — 1800) 4. und qu. 8.
Die grösseren italienischen Landschaften. Auf dem ersten Blatte: 14 Landschaften bei Tivoli gezeichnet und radirt von C. Steiner. (1798. 1800) fol.
Die Landschaften in Aberli'scher Manier colorirt, wie oben erwähnt in der früheren Zeit des Meisters herausgegeben.
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