Stefano, Tommaso di

Stefano, Tommaso di, und verständig umgab. In der Capelle des hi. Silvester in Sı, Croce malte er mit grossem Fleisse das Leben des hl. Comnstantin, und dann zeichnete er an einer Marmorverzierung, die zum Grab- male des Bettino de' Bardi dient, diesen selbst in Rüstung, wie ihn Posaunen zweier Engel zum Weltgerichte erwecken, während oben Christus in Wolken schwebt. Diese Auferstehung (in der 23sten Capelle) ist noch kenntlich, hat aber sehr gelitten. In S. Pancrazio malte er einen kreuztragenden Christus neben einigen Heiligen, und im Kreuzgange des Klosters S. Gallo eine Pietà in Fresco, die nur noch in einer Copie in der genannten Kirche S. Pancrazio vorhanden ist, da das Kloster zerstört wurde. In St. Maria No- vella malte er in der Capelle des hl. Laurentius die hl. Cosmi- s und Damian in Fresco, dann in Ognissanti St. Christoph mit St. Georg, die schon zu Vasari's Zeit renovirt waren. Schon zu Vasari's Zeit noch eine Madonna mit dem Kinde über der Sakristeithüre dieser Kirche in Fresco, allein jetzt ist keine Spur mehr vorhanden. Durch alle diese Werke in der Weise Giotto's ausgeführt, hatte Tommaso nach Vasari's Bemerkung so grossen Ruf erlangt, dass man sagte, der Geist Giotto's wohne in ihm. Von den Werken, welche der Künstler noch weiter in Florenz ausführte, nennt aber Vasari ausser einigen Zeichnungen, die in seiner Sammlung waren, nur noch zwei: ein Spottbild auf den Herzog von Athen am Thurme des Palastes der Podesta und eine Grablegung in Tempera in S. Romeo. Das erstere dieser Bilder malte er auf Veranlassung des Bürgers Agnolo Acciajuoli bei Gelegenheit der 1534 erfolgten Vertreibung des Her- zogs. Er stellte den letzteren mit seinem Gefolge dar, alle mit Missethätermützen auf dem Kopfe, und um das Haupt des Fürsten stellte er viele reissende und andere Thiere dar, welche seine Na- tur und Eigenschaft bezeichnen sollten, während einer seiner Rathgeber als Verräther des Vaterlandes ihm den Palast der Prioro- ren hinreicht. Er fügte auch die Namen der dargestellten Per- sonen bei, so wie Verse, was alles Baldinucci V, 2. p. 50 genauer beschreibt; als Vasari. Das Gemälde hat aber kaum mehr Spuren hie- terlassen. Von der erwähnten Grablegung sagt Vasari, dass Tum- maso niemals etwas Besseres auf Holz gemalt habe. Die Marien, Nicodemus und andere Gestalten umgaben den Leichnam Christi, alle kummervoll, mit sanften Gebärden seinen Tod betrauernd und ihr Leid durch verschiedene Stellungen und Bewegungen zu erkennen gebend. Fürwahr, sagt Vasari, erscheint es als ein Wun- der, nicht dass der Geist dieses Künstlers so hohe Gedanken er fasste, sondern dass er sie mit dem Pinsel so auszudrücken ver- mochte. Auch sei dieses Bild minder um des Gegenstandes und der Erfindung willen rühmenswerth, als wegen des Ausdruckes in den Rippen, worin er trotz der verzogenen Linien, welche das Weinen hervorbringt, doch die Schönheit zu bewahren gewusst hat, die sonst das Weinen gefährde. Baldinucci sah dieses Bild noch wohl erhalten in der Sakristei. Uebrigens nennt Vasari nur noch eine vier Ellen hohe Marmorfigur am Glockenthurm von St. Maria del Fiore, die Tommaso ausgeführt haben soll, die Haupt- bilder des Meisters in der Capelle de' Bardi im St. Croce über- geht er. Da sind Darstellungen aus der Legende des hl. Silvester und anderer Heiligen, die sich bis auf den heutigen Tag erhalten haben, und die Lobsprüche rechtfertigen, welche Ghiberti und Vasari diesem Meister ertheilen. Die Südseitengegebenheiten sind glücklich ausgedrückt, die Heiligen haben Ernst und Würde ge-

nug, um das nöthige Zutrauen zu erwecken, der Häufen aber zeigt so viel Staunen, Spannung, Zweifel, Zuversicht, als irgend bei

Von Arbeiten außerhalb Florenz nennt Vasari zuerst das Ge- mälde mit St. Cosmas und Damian im Kloster zu Camerino, wel- ches aber schon zu seiner Zeit verdorben war. Dann nennt er ein Tabernakel auf der Brücke zu Romiti in Valdarno, welches zu Anfang des 18. Jahrhunderts zu Grunde ging. In S. Giovanni zu Rom malte er ein Bild, welches den Papst verschiedenen Gra- den darstellte. In dem Palaste einer der Familien Orsini malte er mehrere Bilder berühmter Männer, die schon zu Vasari's Zeit nicht mehr vorhanden waren. Den hl. Ludwig an einem Pfeiler in Araceli sah der genannte Schriftsteller noch, und fand ihn sehr schön. In der unteren Kirche zu Assisi malte er im Bogen über der Kanzel die Krönung Mariä mit vielen Engeln umher, die nach Vasari so anmuthig, von so schönem Ausdrucke in den Köpfen und so weich und zart ausgeführt sind, dass sie bei der Harmonie der Farben zu erkennen geben, er habe alle Meister erreicht, die bis dahin gelebt hatten. Um jenen Bogen malte er auch einiges aus dem Leben des hl. Nicolaus. Diese Gemälde sind noch wohl er- halten. In St. Chiara zu Assisi führte er nach Vasari in Mitte der Kirche ein Frescogemälde aus, in welchem die hl. Clara von zwei Engeln in der Luft getragen wird. Unten wird ein Kind erweckt, während viele Eifrige mit dem Zeichen des Staunens um- her stehen; alle mit zierlichem Kopfputze und Gewändern nach Art jener Zeit. Gegenwärtig sieht man an den Gewölben der Kir- che nur noch Reste von Malereien, welche die Heilige theils neben Christus, theils neben der Madonna, mit Engeln darstellen, und nach Schorn (Note zum Vasari) ihm wohl angehören können. Ob die erwähnte Darstellung sich darunter befinde, ist nicht zu bestimmen. Tommaso vollendete indessen die Gemälde in St. Chiara nicht, da es nach Vasari's Behauptung krank nach Florenz zurückkehrte. In einem Bogen über dem Thore, welches nach dem Dome führt, soll Tommaso auch eine Madonna mit dem Kinde gemalt haben, so eifrig, dass sie belebt zu seyn scheine, wie Vasari angibt. Da- bei brachte er die Figur des hl. Franz und eines anderen Hei- ligen bei.

Vasari lässt diesen Meister im 32sten Jahre zu Florenz an der Schwindsucht sterben, also im Jahre 1356, wenn er 1324 geboren ist. Wenn dieses sich so verhält, so kann Lippo nicht Schüler Tommaso's gewesen seyn, da er dessen Geburt um 1354 setzt. In einer Hinsicht muss ein Irrthum herrschen. Michelino, Gio. dal Ponte und Gio. Tusciani zählt er ebenfalls unter die Schüler Maso's, Vasari fügte das Bildniß unsers Künstlers bei:

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