Stefano, Maler von Florenz , war Giotto's Schüler *, und nach Va- sari (Leben etc. Deutsch von Schorn I. 1092) ein so vortrefflicher
Meister, dass er alle, die sich vor ihm in der Kunst bemüht hatten, ja selbst seinen Lehrer weit übertraf, Der genannte Biograph er- klärt ihn geradehin für den besten Maler, der bis dahin gelebt hatte; allein die unpartheiische Nachwelt setzt ihn bei aller seiner Vortrefflichkeit und bei allen Lobeserhebungen des Vasari und Baldi- nucci um vier Stufen tiefer als Giott und Simon von Siena , wie diess namentlich der Vergleich seiner Arbeiten im Campo Santo zu Pisa mit jenen der genannten Meister zur Genüge beweiset. Da malte Stefano die Madonna in Fresco, deren Zeichnung und Malerei Vasari noch um etwas besser findet, als in den Arbeiten Giotto's. Dann verzierte er im Kreuzgange von S. Spirito zu Flo- renz drei Bogen in Fiesco. Im ersten stellte er die Verklärung des Heilandes mit Moses und Elias dar, und gab nach Vasari's Bemerkung den vom Glanze geblendeten drei Jüngern ungewöhn- liche und schöne Stellungen. In der Gewandung erkannte der ge- nannte Schriftsteller ein bis dahin unbekanntes Streben, durch den Faltenwurf die menschliche Gestalt anzudeuten. Auch in der Per- spektive gesteht er ihm ungewöhnliche Kenntnisse zu. Als Beleg dient ihm ein perspektivisch richtig gezeichnetes Gebäude unter dem Bogen, in welchem der Künstler Christus vorstellte, wie er die Besessenen heilt. Dieses Gebäude riss den Vasari zu großem Lobe hin, und er behauptet, Stefano zoige darin so viele Kunst, Erfin- dung und richtiges Verhältniss in den Säulen, Thüren, Fenstern und Gesimsen, und sei nach einer so ganz anderen Manier wie
*) Baldinucci machte ihn auch zum Enkel Giotto's, nämlich zum Sohne seiner Tochter Catharina, die ebenfalls an einen Maler Riccio di Lapo verheirathet war. Frühere Schriftstel- ler nennen ihn daher Stefano di Lapo. Allein Baldinucci stützt sich nur auf unsichere Conjecturen. Er müsste Ste- fano di Riccio heißen, wenn er nicht den Namen des Gross- vaters Lapo erhalten hätte.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_jE1QmVcKYywC/