Stefani, Tommaso de'

Stefani, Tommaso de', Maler, Pietro's Bruder, der Vater der neapolitanischen Malerei, welcher gleichzeitig mit Cimabue sich nach den Werken der mittelgriechischen Maler gebildet haben soll. G. Grossi (Le belle arti di Napoli II, 37) will aber die Sache näher bestimmen, und er lässt unsern Künstler bei jenem unbekannten Neapolitaner die Zeichenkunst erlernen, bei dem auch Pietro Unterricht genossen haben soll. In der Malerei dürfte er nach Grossi den Meister des Crucifixes von S. Tommaso zum Vor- bilde genommen, und auch nach den Malereien des Tauro und anderer guten Künstler jener Zeit studirt haben. Beson- ders zuwider ist dem Sign. Grossi die »barbara maniera de' go- tici profili nei contorni delle figure,« aber dennoch scheinen ihm die Gemälde dieses Künstlers ein Wunder jener Zeit, in welcher die Kunst weit entfernt war von der Würde der späteren Jahrhun- derte. Tommaso ist einer der ersten, die mehrere Figuren zu ge- meinsamer Handlung verbanden und ihnen bezeichnenden Ausdruck zu geben suchten. In Bildung der göttlichen Gestalten und der Heiligen folgte er der Weise der Griechen. Alle diese Figuren erscheinen grösser als die Menschen, welche in Anbetung und Verehrung vor ihnen weilen.

Als die merkwürdigsten seiner Tafeln erklärt Grossi zwei Bil- der in Oel (?), eines in der Kirche della Nunziata, das andere in S. Maria la Nova, ehedem in der Kirche de' Zoccolanti del Castello nuovo, bei welcher Gelegenheit Grossi auf die Beschrei- bung des M. Stanzioni verweist. Stanzioni, und anscheinlich auch Grossi, wollen die Erfindung der Oelmalerei dem Johann van Eyck (Gio. da Bruggia) nicht gönnen, sondern Antonello dürfte sie nach ihrer Ansicht den Jan van Eyck selbst gelehrt, schon frü- her aber sollte sie Niccolantonio del giore in Neapel geübt haben. Ein solches angebliche Oelbild von Tommaso soll auch in der Sa- cristei des Domes seyn. Dieses besteht in drei Abtheilungen, doch beschreibt es Grossi nicht. In S. Angelo a Nilo ist nach sei- ner Angabe der Erzengel in gleicher Weise gemalt. Ein zweites

Gemälde stellt den heil. Andreas dar.

Von Tommaso's Arbeiten, in der Kapelle der Minutoli im Dome erwähnt Grossi nichts. Man sieht hier, in der alten einfältigen Weise von der Mitte nach oben die ganze Leidensgeschichte Christi, die Kreuzigung St. Petri, die Enthauptung des Täufers, die Steinigung St. Stephan's, nebst anderen Geschichten der Apo- steln und Heiligen. Unten ringsumher sind die Bildnisse von 29 Minutoli, die von 1240 — 62 lebten, alle kniend und betend,

darunter nur zwei Frauen mit Gebetbüchern und drei Geistliche, Die übrigen alle sind ritterlich im Ringpanzer und Waffenhemde, mit Wappen, Schwert und Dolch, möglicherein mit zwei Stierhör- nern auf dem Helme, . Als Ergänzung dazu sind in der Sakristei die Bildnisse von elf geistlichen Minutoli, doch erst 1744 gemalt. Stefani's Wandgemälde zählt von der Hagen (Briefe in die Hei- Math etc. I. 111 147 ), obwohl übermalt, immerhin, zu den merkwür- digen Erzeugnissen der Malerei jener Zeit, und dieser Schriftsteller sagt, dass sie zum Theil viel Anmuthiges haben.

Tommaso degli Stefani starb 1310 im 70. Jahre.

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