Steenwyck oder Steinwyck, Hendriek: van, Küchter, so läßt einige seiner Gemälde aus dieser Zeit sich durch Helligkeit und einen gefälligen Ton auszeichnen: In London malte er einige Bilder von Dyck's Architektur, wie dies nicht den Bildern Carl I. und seiner Gemahlin Henriette, in der Dres- dener Gallerie fehlt ist. Wo sich alle jene Bilder befinden, welches das Innere einer Kirche vorstellt, welche er in England malte, können wir nicht bestimmen.* In Chesham House ist eines seiner vorzüglicheren hellen Bilder, bezeichnet: H. v. S. 163. W. 10 1/4. In der Gallerie des Belvedere zu Wien ist ein kleines, nicht einen Schuh großes Gemälde, welches einen durch sparsames Licht erhellten Kerker vorstellt, in welchem der Engel den Petrus befreit, bezeichnet: H. v. S. 1635. Ein zweites, 4 F. hohes und 3 F. 2 Z. breites Gemälde dieser Sammlung zeigt ein massives, auf Säulen ruhendes Gefängniß, aus welchem der Engel den Petrus durch die im Vorgrunde schlafenden Wächter führt, im schwarz grauen Farbton, vorzüglich schön gemalt und bezeichnet: HEN. Steinwyck 1621. Ein drittes, etwas über einen Schuh großes Bild, stellt das Innere einer gotischen Kirche mit Figuren bei Tagsbeleuchtung vor. In der Gallerie des Museums zu Berlin ist ein 3 F. 6 Z. hohes und 4 F. 0 Z. breites Gemälde, welches in ein aus weiten Gewölben bestehendes Gefängniß führt, wo im Vorgrunde an einem eisernen Rost zwei Gefangene gefesselt sind, welchen sich ein Krieger mit dem Schwerte naht, der in der Linken die Fackel trägt. Bezeichnet: H. v. STEIN. 1613. An der Gallerie zu Salzdahlum waren fünf Bilder, welche einen Stein- wyck zugeschrieben wurden: Die Befreiung Petri, noch etwas größer als das Bild im Belvedere zu Wien, und dann in kleinem Format das Innere einer Kirche mit zwei betenden Männchen vor dem Eingange, eine andere Innensicht und der Jahrmarkt zu Ant- werpen; ebenfalls ein großes Bild. In der Gallerie zu Gotha ist die innere Ansicht des Doms in Antwerpen mit der Handlung der Messe. Ein anderes Bild dieser Sammlung stellt eine mächtige Halle flämischer Ordnung dar, mit der Taufung Petri von Breughel gemalt, aber nur spätere, vorzügliche Wiederholung des Beldes in Wien. In der Gallerie zu Florenz ist die Ansicht eines Gefängnisses mit der Enthauptung des Johannes von 1653, gestochen in der Reale Galleria tav. 37. Auch im Museum des Louvre sind schöne Bilder von Steenwyck jun. Das eine stellt einen großen Saal gotischer Architektur vor, an welchen ein kleinerer stößt, in welchem Christus bei Maria und Martha er- scheint, gestochen im Musce Filhol. Ein anderes Gemälde stellt das Innere einer Kirche vor, wo der Sakristein einigen Personen das Altarbild erklärt. Eine ähnliche Darstellung zeigt links vorn einen Armen, der Almosen erhält, und eine zweite ein am Portale sitzendes altes Weib, so wie einen Mann mit der Fackel.
A. van Uyck hat das Bildniss dieses Künstlers gemalt, und P. Pontius dasselbe gestochen. Auch in der florentinischen Tribune ist das Portrait dieses Meisters, gest. in der Serie de ritratti IX., 130. Bei Houbracken, Descamps, Sandrart u. S. Argensville kommt es ebenfalls vor. Dann sind auch mehrere Bilder dieses Meisters durch Kupfer- stiche bekannt. Von den folgenden Blättern dürfte nur wenige der Composition nach dem Vater angehören,
Das Innere einer großen Kirche im Ganzen mit vielen Figuren vor dem Altare, nach dem Bilde aus dem Cabinet Arguilles von CO. Lemans gestochen, gr. qu. Bl. 3
Eine ähnliche Innensicht, von demselben gestochen,
— 'Das Innere' eines grossen 'Saales mit Jesus bei Maria und Martha, nach.dem Bilde im Louvre von J. de la Porte radirt und von Heins vollendet, qu. Das Innere der Cathedrale von Dordt. Basan exc., qu. fol. Das Innere einer gothischen Kirche mit einer Prozession, klei- nes Blatt ohne Namen. Folgendes Blatt soll der Künstler selbst radirt haben, wenn es nicht eher von einem unbekannten Meister herrührt, da die Composition von J. Pinas ist, die zu wiederholten Malen gesto- chen wurde. Die Befreiung Petri aus dem Gefängnisse durch den Engel. Links schläft ein Wächter und neben ihm steht ein Krug. Im Rande liest man: Carcere detensus Christi pro nomine Petrus etc. Ohne Namen des Stechers, kl. fol. Selten. Steenwyck, Juffrouw, die Gattin des obigen Künstlers, befasst sich unter Leitung desselben der Malerei, und übte sie zuletzt mit Glück, wie J. de Jongh (Het Leven der Schilders door C. v. Mander I. 331) behauptet. Sie liess sich nach dem Tode ihres Mannes in Amsterdam nieder. S. auch den folgenden Artikel. Steenwyck, Maler zu Breda, ist durch allegorische Darstellungen bekannt, die meistens in Emblemen auf den Gold bestehen. Oefters malte er einen Todtenkopf, und brachte dabei ein halberloschenes Herzenlicht, Seifenblasen u. s. w. an, alles sehr verständlich aus- gedeutet. Descamps III. 109 behauptet, der Meister habe ein liederliches Leben geführt, sei dem Trunke ergeben gewesen und zuletzt habe ihn der Tod vom Elende befreit. Seine Blüthezeit setzt er um 1670. Fast möchten wir glauben, Descamps habe den Trunkenbold Jan van Steen im Gedächtnisse gehabt, als er dieses schrieb, und auch zuletzt die oben erwähnte Gattin des Hendrick Steenwyck soiche Allegorien gemalt habe, Stephani, Peter, Zeichner und Maler, wurde um 1540 in Mecheln geboren, und unter unbekannten Verhältnissen zum Künstler heran- gebildet. Er arbeitete einige Zeit im Vaterlande, erhielt aber 1560 einen Ruf an den Hof des Kaisers Rudolph II. nach Prag, wo er sich jetzt meistens P. Stephani nannte. Steevens hatte grossen Ruf, den er sich durch seine Landschaften erwarb, die mit bibli- schen und Allegorischen Darstellungen; auch mit Scenen geziert sind, welche dem Gebiete des Genres angehören. Auch verschie- dene Ansichten aus Böhmen zeichnete er, und staffirte sie mit Fi- guren aus. Eine grosse Anzahl seiner Werke sind im Stiche bekannt. Mehrere dieser Blätter gehören zu den schönsten Arbeiten damaliger Zeit. Er nennt sich auf denselben Petrus Stephanus, oder Pet. Stephani, Auch Pe. S., P. S. inuent., Pet. Steph. inuent. und P. S. steht auf diesen Blättern. Darunter nennen wir besonders: Die 12 Monate, reich componirte Landschaften mit vielen gut gezeichneten Figuren, welche das ältere niederländische Leben charakterisiren. E. Sadeler hat diese schöne Folge gestochen. Die 4 Jahreszeiten, schöne Landschaften, und Gegenden bei Mecheln, mit reicher Figurenstaffage, vorzügliche Blätter in schö- nem Charakter. Marco et Egidio Sadeler exc., 1590. Die Jahreszeiten, 4 schöne Landschaften mit vielen Figuren. H. Hondius sc. et exc. 1601. Diese Folge ist gut und glänzend gearbeitet.
Die vier Jahreszeiten, verschieden von den von Hondius und Sadeler gestochenen Folgen. Joan. Barra sc. et exc.
Der Heiland vom Schiffe aus predigend, grosse Marine mit vielen Figuren am Ufer. H, Hondius sc. et exc.
Eine reiche Gebirgslandschaft mit einem Liebespaar, nach wel- chem der Tod zielt. Joh. Sadeler sc.
Die Stadt im Gebirge, mit einer Brücke. Id. sc.
Eine satyrische Darstellung, mit der Aufschrift: Vervulling van wyn, baert twist en pyn. Mit landschaftlichem Grunde. H. Hondius sc. et exc.
Eine Folge von 12 Ansichten aus Böhmen mit Staffage. S, Major sc.
Gegen 40 böhmische Landschaften mit Staffage, theilweise aus dem Leben des Volkes, von M., R., J. und E. Sadeler, zu Folgen von 6 und 12 Blättern vereiniget.
Die Gemälde dieses für seine Zeit bedeutenden Meisters scheinen selten zu seyn. Die Gallerie des Belvedere in Wien bewahrt eine Waldlandschaft, in welcher ein Hirsch von drei Jägern gejagt wird, ein kleines Bild auf Kupfer. Wie lange sich der Künstler in Prag aufgehalten habe, und ob er dort gestorben sei, ist nicht bekannt., Dlabacz (Künstlerlexicon für Böhmen) behauptet, er habe von
1500 — 1600, dort gelebt. Wenn sich dieses so verhält, so muss Steevens ins Vaterland zurückgekehrt seyn, da die vier Jahreszeiten, welche E. Sadeler 1620 gestochen hat, Ansichten der Umgebung von Mecheln darstellen,, In Prag war ihm vielleicht die Nähe Struys', der beim Kaiser die höchsten Ehren genoß, nicht an- genehm., Nach 1620 dürfte er nicht lange mehr gelebt haben,
Folgendes radirt Blatt wird dem Steevens beigelegt. Es ist in Tizians oder Campagnola's Charakter behandelt. Y
Kleine Gebirgslandschaft mit italienischen Bauwerken und mit
dem Hauptmann von Capernaum, Peter Stephanus inventor 1613, 4&
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