Steenwinkel de Embda, Johannes

Steenwinkel de Embda, Johannes, Architekt und Maler, wurde vermutlich zu Emden in Ostfriesland geboren, und könnte der Vater des obigen Martin gewesen sein. Er stand ebenfalls in Dienst des Königs Christian IV. von Dänemark, und kam vielleicht durch den Astronomen Tycho de Brahe zu dieser Ehre, da er für diesen Uranienborg und Stierneborg zu Øen Hveen baute. Im Jahre 1642 errichtete er nach der Angabe des Astronomen Longo-

Montani, eines Schülers von Tychö, den runden Thurm zu Cöpen- hagen, von welchem Th. de Brahe in seiner Astronomia instaurata p. 159 sagt: „excellens artifex, qui hoc quod fecerat, praeceteris praestituit." Zu dieser Zeit war der Künstler schon in reifen Jahren, denn er hatte bereits 1624 das Portal der Börse in Copen- hagen gebaut, welches ebenfalls bewundert wurde. In Thura's Hafnia hodierna ist es auf Blatt 25 abgebildet, sowie Nr. 27 das ganze Gebäude. Die Nachkommen dieses Meisters scheinen in Copenhagen geblieben zu seyn, denn 1671 erscheint ein Steenwin- kel bei der Reparatur von Christianshavns Broes. Vgl. Weinwichs Kunstens Historie. Kbh. 1811. Steenweghe, Jan Peter, Kupferstecher und Kunsthändler , auch Steenweghe und Steenweghe genannt, ist nach seinen Lebensverhält- nissen unbekannt. Folgende Blätter bestimmen seine Lebenszeit, Eine Folge von 10 Blättern mit Kinderspielen, Copien nach P. v. Avont und W. Hollar (Paedopaegnion puerorum ludentium), Diese Copien erschienen 1648 in Steenweghe's Verlag. Als Radirer nennt er sich indessen nicht. Steenwyck oder Steinwyck, Hendrick van, Architekturmä- nner fertigten. Steenwyck führt uns in das Jer, der ältere dieses Namens, wurde um 1550 zu Steenwyck ge- boren, woher er den Namen führt, so dass seine Familie unbekannt zu seyn scheint. Er war Schüler von Hans Fredeman de Vries, und gefiel sich besonders in Darstellung von architektonischen Modumenten, worauf ihn der Meister und sein Sohn Paulus ge- bracht zu haben scheinen, da diese ebenfalls perspektivische Zeich- nungen des Doms Von Antwerpen und in seine Seitenräume, sowie in andere Kirchen des germanischen Styls. Auch Gefängnisse und grossräumige Säle u. s. w. malte er. Es sind dies aber nicht die architektonischen Massen allein, die er zur Anschauung bringt; er fügte auch verschiedene Scenen an, deren Figuren Breughel und andere gleichzeitige Meister malten, aber nicht Th. van Thulden, C. Poelenburg oder Salden, da diese Künstler jünger als unser Steenwyck sind. Bilder dieser Art müssen dem Steenwyck junior angehören, der in gleichem Fache arbeitete. Diese beiden älteren wurden überhaupt häufig verwechselt, da sie beide vom Namen sind, und hier und da der eine den anderen übertraf. Ein etwas bräunlicher Ton ist beiden eigen, der Sohn aber nahm in dem einen helleren Ton an. Der Vater starb zu Frankfurt am Main, wohin er bei den Kriegsunruhen mit den beiden Valkenburg und mit J. F. de Vries gekommen war. Hüsgen (Nachrichten von Künst- lern Frankfurts S. 16) lässt ihn 1604 sterben, und J. de Jongh (Leven der Schilders door C. v. Mander I. 301) noch um ein Jahr früher. Allein sein Todesjahr dürfte etwas später zu setzen seyn, da ein Bild in der Galerie zu Wien mit 1604 bezeichnet ist. Er ist vielleicht auch vor 1550 geboren, da sich Werke finden, welche mit dem Monogramm und der Jahrzahl 1573 bezeichnet sind. Die Gemälde dieses Künstlers sind von meisterhafter Technik. Jung und offenbaren einen Meister, der die Gesetze der Perspektive und der Beleuchtung vollkommen inne hatte. Er wusste durch die Staffage grosses Interesse zu erregen. In der Galerie zu Wien ist ein kleines Gemälde, welches einen finsteren Kreis vorstellt, aus welchem Petrus von dem Engel befreit wird; es bezeichnet: Heinr. v. Steenwyck 1604. Ein zweites noch näheres Bild des Belvedere zeigt das Innere einer griechischen Kapelle bei Nachtbeleuchtung, mit den Geistlichen im Chore.

10 Z. breit, Das dritte Gemälde der kaiserlichen Sammlung stellt ebenfalls das Innere einer gothischen Kirche dar, aber bei Tagsbeleuchtung, bezeichnet: Henricus van Steinwyck Fec., H. 1 F. 6 Z., Br. 1 F. 6 Z. In der Sammlung des Erzherzogs Carl in Wien sind zwei Zeichnungen von dem alten Steenwyck: Die Befreiung des Petrus aus dem Gefängniß, und „das Innere einer Kirche, letztere colorirt. In der Gallerie zu Dresden sind vier Bilder, welche dem älteren Steenwyck beigelegt werden, alle in kleinem Format: das Innere einer Kirche mit Kerzenbeleuch- tung, ein ähnliches Gebäude mit vielen Denkmälern, welches später Dietrich mit Figuren zieren wollte; das Innere einer gothischen Kirche mit Figuren, und das Innere einer kleinen Kirche dessel- ben Styls, dieses das grösste Bild. H. 1 F. 3 Z., Br. 2 F. In der Gallerie zu Copenhagen ist ein herrliches Effectstück, Chri- stus und Nicodemus zur Nachtszeit in einem Saale vorstellend. Die Sammlung zu Gotha bewahrt von ihm eine Zeichnung des Inneren des Doms in Antwerpen. In den Gallerien zu Salzdahlum und Cassel wurden ihm ebenfalls Gemälde zugeschrieben, die jetzt zerstreut sind, und theilweise dem jüngeren Steenwyck angehören. — Es sind mehrere Gemälde unter dem Namen H. v. Steenwyck gefälscht worden, allein sie dürften grössentheils von dem jüngeren Künstler dieses Namens herrühren, wesswegen wir sie im Artikel desselben aufzählen, so wie ein eigenhändig signirtes, Blatt, welches ebenfalls dem Steenwyck jun. angehören könnte. Steenwyck oder Steinwyck, Hendrik van, Architekturmaler. 15 Jahre ein, Gemälde von ihm der Jüngere, dieses Namens, wurde nach der gewöhnlichen Annahme 1639 in Amsterdam geboren, was sehr zu bezweifeln ist; er arbeitet hat, da sich von diesem nden soll. Jedenfalls haben wir ein Werk von 1611 von seiner Hand, welches sich im Corsham- house zu London befindet, und demnach die Arbeit eines Jüng- lings von 22 Jahren seyn müsste, aber der Wirklichkeit wegen auf spätere Reife schliessen lässt. Sein Meister sollte der Vater ge- wesen seyn, welcher, wenn er schon 1603 starb, den 34jährigen Knaben nicht weit gediehen haben kann. Es scheint daher, dass er fremder Unterweisung das meiste zu verdanken hatte, vielleicht ebenfalls den im Artikel seines Vaters genannten beiden de Vries, oder dem P. Neefs, welcher Schüler seines Vaters war. In seiner früheren Zeit arbeitete er in Antwerpen, wo ihm der Dom mann- igfaltige Studien bot. Die Figuren, womit er seine Interioren schmückte, malten andere Künstler, wie J. Breughel, Th. van Thulden, Stalpent, Poelenburg, van Bassen u. a. Die öfter vorkommende Befreiung Petri könnte von J. Pinas seyn. Später, als er seinen Wirkungskreis in England gefunden hatte, sah er weniger auf Staffage. In London wurde er durch van Dyck dem König Carl I. empfohlen. Dieser Fürst fand an den Werken Steenwyck's großes Gefallen, und daher arbeitete er fast nur für denselben. Selbst bei Bauten bediente er sich des Rathes dieses Künstlers. Letzterer blieb auch noch nach dem Tode des Königs in England, und starb zu London um 1640, wie man gewöhnlich angibt; allein in der Gallerie zu Berlin ist noch ein Bild von 1642. Die Werke dieses Meisters sind ziemlich zahlreich, da er auch auf einen Theil derjenigen Anspruch hat, die dem Vater zuge- schrieben werden. In seiner früheren Zeit malte er ebenfalls in der etwas dunklen Weise desselben. Er behielt auch noch später einen braunen Ton bei, nur in England hielt er seine Bilder etwas

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