Stark, Joseph August, Maler, Direktor der ständischen Akade- mie in Gräz, wurde 1782 daselbst geboren und von seinen Eltern zum geistlichen Stande bestimmt. Er vollendete seine Studien mit Auszeichnung, wählte jedoch statt der Theologie die Jurisprudenz, und über diese siegte zuletzt die bildende Kunst. Nach einigen Vor- übungen im Zeichnen, und nach einem kurzen Besuche derselben Akademie, deren Vorsteher er wurde, betrat er in einem Alter von vier und zwanzig Jahren die k. k. Akademie in Wien , und be- schloss bei allem Kämpe mit Nahrungssorgen ausschliesslich der Malerei sich zu widmen. Doch raubte ihm der Broterwerb meh- rere köstliche Stunden, die er durch Portraitmalen und Instruction den ernsten, historischen Studien entziehen musste. Jede übrige Zeit brachte er in der Akademie zu, wo er anfangs unter Profes- sor Maurer's Leitung stand, und dann unter Caucig und Lampi sich übte. Auch Fischer's anatomische Vorlesungen besuchte er mit Erfolg; in jeder Kupferstichsammlung, in jeder Gallerie sah man ihn die eifrigsten Studien machen. Nach rastloser Uebung von 11 Jahren, während welcher Zeit er viele Portraite, besonders solche von französischen Offizieren, und mehrere preiswürdige Bilder für die Kunstausstellungen malte, erhielt er endlich die Stelle eines Direktors und Professors der ständischen Akademie am Johanneum in Grätz , welcher später ein eigenes prächtiges Gebäude eingeräumt wurde. Stark betrat seinen Wirkungskreis 1817, und 1819 wurde ihm auch die Direktion der neu errichteten Gallerie über- tragen. Jetzt verdankte mancher verwahrloste Schatz der Kunst und des Alterthums dem einsichtsvollen Ordner Rettung und Erhaltung. Er besorgte mit Hülfe seiner Schüler die Restauration einer grossen Anzahl von Gemälden, malte aber nebenbei auch noch mehrere schöne Bilder nach eigener Composition, so dass die Zahl derselben schon vor seiner 1820 erfolgten Reise nach Italien ziemlich gross war. Die Kunstschätze Venedigs hatte er schon 1817, wohin er sich im Ge- folge des Grafen Ignaz von Attems, seines hohen Gönners, begeben hatte, gesehen. Bei dieser Gelegenheit copirte er in 25 Stunden Titian's Magdalena, aber für die kurze Zeit eine vortreffliche Ar- beit, die vorübergehend selbst in Venedig für Original gehalten wurde. Das zweite Mal begab sich der Künstler über Ferrara, Bo- logna, Florenz und Siena nach Rom, wo er überall Studien machte und durch Kunstanschauung sich erkräftigte. Stark übte fast aus- schliesslich das Fach der Historienmalerei, zog aber auch die Mythe und die Allegorie in seinen Bereich. Es finden sich von seiner
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