Stanton, Thomas

Stanton, Thomas, Maler, wurde um 1750 in England geboren, und übte in London seine Kunst. Er malte schöne Landschaften mit Architektur. S. Middiman stach nach ihm ein grosses Blatt, welches das katholische Collegium von Stonyhurst in Lancashire stellt, qu. roy. fol.

In der Capelle del Tesoro, wo die Büste und das Blut des hl. Januarius aufbewahrt werden, ist neben den Meisterwerken des Dominichino und Spagnoleto von Stanzioni die Heilung des Be- sessenen durch St. Januarius, vielleicht das schönste Gemälde un- sers Künstlers. In einer Capelle der Kirche la Pietä de' Turchini ist ein schönes Bild des Schutzengels, und in der Carthause S. Martino sieht man jene Kreuzabnehmung, welche Spagnoleto's Eifersucht der Zerstörung preisgeben wollte, da sie der seinigen gegenüber hing. Er rieth den Mönchen, das Bild Stanzioni's zu reinigen, und mischte ihnen Säure unter das Wasser, wodurch das Gemälde verdorben wurde. Stanzioni sollte es wieder herstellen; allein er wollte nicht mehr Hand ans Werk legen, indem nach seiner Behauptung ein solches schwarze Bubenstück vor der Welt nicht verdeckt werden dürfe. In der Capelle des hl. Bruno dieser Kirche ist ein anderes Altarbild von Stanzioni, welches den ge- nannten Heiligen vorstellt, wie er seinen Mönchen die Ordensregel überreicht, eines der schönsten Werke des Meisters. An dem Ge- wölbe der Sakristei malte er mit Cav. d' Arpino das Frescobild, welches die Vertreibung der Saracenen im Jahre 788 vorstellt. In St. Maria Nuova sind ebenfalls Fresken von Stanzioni, welche das Leben des hl. Jakobus vorstellen. Die Frescogemälde am Ge- wölbe des Schiffes der St. Paulskirche werden ihm ebenfalls zuge- schrieben. Er schilderte da die wirksamen Predigten des hl. Petrus an das Volk von Neapel. In der Annunziata zu Neapel bewunderte man nach Domenici eine Darstellung des Abendmahles, die von jener, welche man in der Kirche der Camaldolenser bei Neapel sieht, verschieden seyn muss,

Auch in Rom hinterliess Stanzioni einige Werke. Papst Urban VIII. erhielt zwei Bilder, wovon das eine die Vermählung der hl. Catharina, das andere ihren Martertod vorstellt, die dem heiligen Vater so wohl gefielen, dass er dem Maler den Christusorden

Im Auslande sind die Werke dieses Meisters selten. In der Galerie zu Dresden ist ein Bild in halber Lebensgrösse, welches unter einer auf Wolken sitzenden weiblichen Gestalt die Natur- wissenschaften vorstellt. Ch. v. Mannlich schrieb ihm eine lebens- große büßende Magdalena zu, welche aber G. v. Dillis weder im Verzeichnisse der Pinakothek in München, noch in jenem der Schleissheimer Gallerie aufnahm. In der Stafford Gallerie zu Lon- don ist ein reizvolles Bild einer italienischen Bäuerin. Stanzioni erreichte ein Alter von 71 Jahren, blieb sich aber

G. F. Greuter stach nach ihm zwei mythologische Darstellungen: Flora sitzend, und Amor liegend auf dem Pegasus, sehr kleine Blätter.

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