Stalburch, wahrscheinlich Jan van Stalburch

Stalburch, wahrscheinlich Jan van Stalburch, Maler und Kupferste- cher, ist nach seinen Lebensverhältnissen unbekannt. Die Zeit, in welcher er lebte, bestimmen aber die von ihm vorhandenen Blätter, aus deren Daten hervorgeht, dass der Künstler um 1555 — 1562 gearbeitet haben müsse, Bartsch P. gr. IX. 476 beschreibt Nr. 1. 2. zwei Blätter von ihm, wir fügen aber noch andere bei, die mit mehr oder weniger Sicherheit ihm beigelegt werden kön- nen. Sie gehören fast alle zu den Seltenheiten,

  1. Juno überredet die Semele, von Jupiter, den sie liebe, ein Zeichen der Gottheit zu verlangen. Juno erscheint links oben auf Wolken, und Semele , mit einem Kinde an der Hand, geht unten nach rechts hin, während sie den Kopf nach der Göttin richtet. Rechts oben auf dem Täfelchen steht: Semelech begoort zynde woort van Juno bedroogen die welck haer raet Jupiters gotheyt zu prouuen. Anno 1555.

Links unten steht: Stalbvrc. H. 5 Z. 6 L., Br. 3 Z. 7 L.

  1. Eine junge Frau, welche durch Demuth und freundliche Worte den Zorn eines Mannes zu besänftigen sucht. Sie kniet rechts vor ihm, und schon ist der Mann im Begriffe, sie mit dem Degen zu tödten. Den Grund bildet ein Zim- mer, wo Tisch und Meubles umgestürzt sind, und zwei Kin- der fliehen. Oben nach rechts steht: M. Hiemsk., in halber Höhe: Stalburch, und unten nach links 1556. Im Rande liest man: Ofkiciosa manus, ciuilis lingua, probumque lumen, sunt tria quae maxima mundus habet. Ista deos, hominesque moventur, et mitigat iram, vox mollis, quo scit cedere victor abit. H. 5 Z. 7 L. mit 2 L. Rand, Br. 7 Z. 9 L.

  2. Apollo und die singenden Musen, der erstere rechts, die Lyra spielend: franc. flor. invent. Die Composition ist von F. Floris, und verschieden von jener, welche F. H. (F. Hul- sius) 1565 gestochen hat. Unten auf einer Bandrolle steht: Stalburch 1555. Cock excud., gr. qu. fol.

  3. Die Laster, unter weiblichen Figuren mit Attributen in Land- schaften sitzend vorgestellt, 7 Blätter, bald oben, bald in der Mitte unten mit lateinischer Bezeichnung des Lasters. Unten besagt auch immer ein Vers in holländischer Sprache das Nähere, Die Compositionen sind von F. v. Floris und M. v. Veen, und der Stecher ist nach Direktor Schorn (Brulliot, dict. des monogr. app. I. Nr. 312) wahrscheinlich Stalburg, da diese Blätter mit den oben von Bartsch ge- nannten Stichen im Machwerke die grösste Aehnlichkeit ha- ben. Oben sind sie numerirt und mit einem Monogramme versehen, welches aus den Buchstaben JVS. besteht, so dass der Künstler J. van Stalburg heissen könnte. H. 336L., Br. 4 Z. 10 L.

  4. Die fünf Sinne in allegorischen Figuren mit Beiwerken, un- ten lateinische Verse, Nach M. de Vos, ohne Namen des Stechers, aber die Blätter in Stalburg's Charakter, gr. 4.

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