Stalbent, Adrian van

Stalbent, Adrian van, Maler, wurde zu Amsterdam geboren, und unter unbekannten Verhältnissen zum Künstler herangebildet. Seine Werke, welche den Einfluss J. Breughel's verrathen, kom- men selten vor, sie gehören aber zu den besten Erzeugnissen ih- rer Art. Es sind diess Landschaften mit Figuren, Thieren und Architektur , von schöner Harmonie der Farben und mit grosser Leichtigkeit behandelt. Es finden sich in seinen Bildern jene Vor- züge, die wir in den besseren Gemälden der niederländischen Schule bewundern. Descamps behauptet, dass Stalbent nach England be- rufen wurde, wo er für den Hof malte und grosses Vermögen er- warb. Ferner bemerkt er, dass der Künstler noch 1660 in London gearbeitet habe, und zwar mit jugendlicher Kraft. In dem bezeich- neten Jahre kehrte indessen der Künstler nach Amsterdam zurück, und starb bald darauf. In der Gallerie des k. Museums zu Berlin ist von ihm eine Anbetung der Hirten, wo die Handlung in einer Höhle vorgeht, die durch eine lichte Erscheinung erschweben; der Engel erleuchtet wird. Man liest auf diesem kleinen Gemälde: A. V. Stalbent F. Ao. 1622. Von demselben Jahre ist auch ein Gemälde der Gallerie in Dresden , welches ein Göttermahl in der Nähe einer Grotte vorstellt, mit zwei Meerkatzen im Vorgrunde. Ein zweites Gemälde von Stalbent in der Dresdner Gallerie stellt das Urtheil des Midas dar. Vor einer Felsenhöhle steht der lang- ohrige Richter im Mantel mit Krone und Scepter, und deutet mit Beitritt auf Apollo, der im Kreise der neun Musen die Violine spielt, während Marsyas beschämt sich umwendet. In der Gallerie zu Salzdahlen war ein Göttermahl, welches jenem in Dresden ähnlich ist. Dann wissen wir auch von einem trefflichen Bilde mit der Ansicht eines Landstädtchens, welches noch vor wenigen Jahren in der Sammlung des Banquier Strassburger in München war. Aus der Ettling'schen Sammlung zu Frankfurt a. M. stammt eine kleine Landschaft mit der Jahrzahl 1650, welche beweiset, dass der Künst- ler als Siebziger noch trefflich gemalt habe. Dann findet man auch etliche Zeichnungen von Stalbent. Eine solche, mit der Feder und in Bister ausgeführt, war bis 1830 in der Sammlung des Direktors Spengler in Copenhagen. Sie stellt eine bergige Gegend vor, mit einer Baumgruppe links am Wege, der zu einem Schlosse führt,

u. fol. A In Leopoldskron, der Gallerie des Grafen L. von Firmian, sah man das eigenhändig gemalte Bildniss dieses Meisters. Dann hat auch A. van Dyck das Porträt desselben gemalt, welches von P. Pontius gestochen wurde. J. B. Richard und Sahler haben das Blatt von Pontius copirt. Nach einem Gemälde oder einer Zeich- nung aus Choiseul's Cabinet haben wir ein anonymes Blatt von Dunker in der Manier von Weisbrod und Lebas, welches eine Capelle und eine alte Hütte auf Felsen am Wasser eingebaut erkennen lässt. Rund in 4, -

Eigenhändige Radirung.. Gebirgslandschaft, rechts mit den Ruinen einer beträchtlichen gothischen Abtei, wovon sich noch der runde Thurm erhebt. Im

Nagler's Künstler-Lex. Bd. XVII. 14

Dieses Blatt erinnert in Etwas an W. Nieulant. Es ist schön und geistreich radirt, kommt aber sehr selten vor. R. Weigel wer- thet es auf 12 Thl.

Ein zweites Blatt fanden wir nicht angezeigt. R. Delalande, der Verfasser des Rigal'schen Cataloges, hat wahrscheinlich das obige Blatt im Sinne, wenn er Nr. 036 die Ansicht eines flandri- schen Dorfes rubricirt: Vue d'un Village de Flandre, par Stalbant.

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