Stadmg, Evelina

Stadmg, Evelina, Landschaftsmalerin, geb. zu Stockholm 1805, äusserte schon in früher Jugend entschiedene Anlage zur Malerei , und noch als Schülerin des berühmten Falkranz wurde sie der k. schwedischen Akademie der Künste aggregirt. Der Wunsch, durch das Studium nach älteren und neueren Werken grosser Meister in den Gallerien des Auslandes ihre Kenntnisse zu bereichern und zugleich die Natur des südlicheren und milden Klimas kennen zu lernen, bewirkte dann bei der jungen Künstlerin den Entschluss, eine Reise nach Deutschland und Italien zu unternehmen. Sie verliess Stockholm 1824, und reiste über Hamburg und Berlin nach Dresden. Hier fertigte sie einige Copien nach Ruysdael, und sam- melte viele Studien in der reichen Umgegend Dresdens; auch wählte sie die sogenannte sächsische Schweiz mit ihren pittoresken und höchst charakteristischen Felsgründen und anmuthigen Thalern zu ihrem weiteren Studium. Einige sehr gelungene Ansichten nach diesen Gegenden, besonders die Ansicht des Hochsteins (in der Sammlung des Prinzen Friedrich August von Sachsen), das Schloss Lohmen, die Lochmühle im Liebethaler Grunde, zeichnen sich durch Naturtreue, feine Behandlung und schöne Töne in der Fär- bung aus. Auch malte sie eine Ansicht von Dresden von der Ber- linerstrasse aus, so wie früher eine höchst malerische Ansicht von Stockholm bei glühender Abendbeleuchtung, welche zu der zahl- reichen Sammlung von colorirten Perspektiven des In- und Auslandes in grossem Formate radirt und colorirt herausgegeben wurde. Im Sommer des Jahres 1827 reiste sie über Prag, München, Salzburg durch Tirol nach Florenz, wo sie von der Grossherzogin huldreich aufgenommen, und durch einige Kunstaufträge ermuntert wurde, ihre Reise nach Rom weiter fortzusetzen. Auch auf dieser Reise sammelte die Künstlerin eine grosse Anzahl der geistreichsten Zeich- nungen. In Rom fand sie vorzüglich an dem schwedischen Bild- hauer Byström einen Freund, und an dem k. preussischen Gesand- ten H. v. Busen einen Beschützer. In den Umgebungen Roms, besonders um Albano und Ariccia, vollendete sie eine grosse Anzahl von Studien, darunter einige herrliche Partien aus dem schönen Vatiko Chigi, worüber ihr der grösste Beifall, selbst von tüchtigen Künstlern, zu Theil ward. Der Prinz Friedrich August von Sachsen ertheilte in Rom der Künstlerin den Auftrag, für ihn eine Ansicht des reizenden Ariccia in nicht unbedeutender Grösse zu malen, welches Bild, leider nur zur Hälfte vollendet, zu den schönsten Erwartungen berechtigte. Ein langdauerndes Fieber endete nach mehrwöchentlichen Leiden 1829 ihr Leben.

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