Stadler, Alois Martin, Maler, geb. zu Imst in Tirol 1792, ge- wann schon in früher Jugend durch seinen Vater F. X. Stadler, der als Ingenieur Landschaften zeichnete und radirte, die Kunst lieb, und erhielt dann in Innsbruck von Peter Denifle Unter- richt im Zeichnen, bis ihn durch Vermittlung des Baron von Hor- mayr Joseph Schöpf in sein Haus aufnahm, unter dessen An- leitung er seine ersten Versuche im Malen machte, und dem er in der Kirche zu Wattens hülfreiche Hand leistete. Seine weitere Ausbildung verdankt er der Unterstützung des Präsidenten J. von Inama und des Herrn di Pauli, welche ihm 1812 die Aufnahme an der Akademie in München verschafften, wo er mit glücklichem
Erfolge seine Studien fortsetzte und auch in der Technik bald bedeutende Fortschritte gewann. Ein Bild aus jener Zeit, welches in den Besitz des Grafen von Reisach kam, stellt Rafael vor, wie er seinen Vetter Tobias erkennt. Ein zweites, die Heilung des Lahmen durch Petrus und Johannes, ist im Besitze des Hauses Inama, und das dritte, 1818 vollendet, ist in der Pfarrkirche zu Axams, die Mutter Anna vorstellend, wie sie die kleine Maria lesen lehrt, lebensgroße ausdrucksvolle Figuren. Dieses Gemälde erregte große Erwartungen, da es zu den besten Erzeugnissen der Langer'schen Schule gehörte, die zu jener Zeit ihre Verehrer und Lobpreiser fand. Im Jahre 1810 begab sich Stadler mit Un- terstützung des Numismatikers, Bischof v. Streber, des Münzdirek- tors von Leprieur u. a. nach Rom , wo jetzt die Nähe Rafael's und anderer gleichgestimmten Meister wohlthätig auf seine weitere Ausbildung wirkte. Sein Geschmack bekam durch die Studien, die er in Rom machte, eine geläuterte Richtung, und von nun an beurkunden seine Werke ein edles Streben nach Charakter und Wahrheit der Kunst. Das erste Bild, welches er in Rom aus- führte, stellt in halblebensgroßen Figuren die Hirten bei der Krippe dar, eine einfache würdevolle Composition, welche in den Besitz des H. v. Leprieur kam. Im Jahre 1822 kehrte er wieder nach München zurück, wo sich mittlerweile durch König Ludwig ein großartiges Kunstleben entwickelte. Stadler erhielt jetzt meh- rere bedeutende Aufträge. So malte er für die Calvarienkirche in Bozen eine Kreuzabnehmung mit stark lebensgroßen Figuren, ein vom Domherrn B. Speth im Kunstblatte 1824 sehr gerühmtes Werk, wovon das Ferdinandeum in Innsbruck den Garten bewahrt. Ein zweites Altarbild ist in der Pfarrkirche zu Mühlbach in Tirol, die hl. Helena mit dem Kreuze und zwei Engel zu ihren Seiten. In der Lunette des Altares ist der hl. Sebastian von ihm gemalt. In der Decanatskirche zu Stilfes bei Sterzing sind vier Altarge- mälde von diesem Künstler. Das Chorbild stellt die Madonna auf dem Throne zwischen Petrus und Johannes dar, und in der Lunette ist Gott Vater. Auf dem einen Seitenaltare ist St. Seba- stian und auf dem anderen St. Anton. Auch die Altäre und die Kanzel sind nach den Zeichnungen Stadler's gefertigt. Später
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