Stackelberg, Otto Magnus

Stackelberg, Otto Magnus, Freiherr von.

vom Apollotempel mit den Metopenfragmenten im brittischen Museum aufbewahrt. B. v. Stackelberg zeichnete während der Auf- grabung die ganze landschaftliche Umgebung mit den Ruinen, und nach seiner 1814 erfolgten Rückkehr in Rom auch die Reliquien, wovon die ersteren in seinem Werke über den Tempel zu Bassä, die landschaftlichen Bilder von Reinhart und Gmelin, die Sculpturen in der Größe der Originale von Marchetti trefflich gestochen wurden. Dieses Werk hat den Titel: Der Apollotempel zu Bassä, Mit 31 Kupfertafeln im grössten Roy. fol. Rom 1826. Dieses Werk vergegenwärtigte zum erstenmale jene herrlichen Bildwerke aus der Zeit des Perikles. Im vollen Einklange mit der artistischen Ausführung ist auch der von Stackelberg jahrelang erwogene und gereifte Text, mit interessanten Untersuchungen über architekto- nische Sculptur und über die harmonisch in einander greifenden Zwecke der Baukunst , Bildhauerei und Polychromie . In einem anderen Werke: Costumes et usages des peuples de la Greece mo- derne, Rome 1825, legte er das vor, was er in seiner unermüd- liten Thätigkeit noch weiter künstlerisch festhielt. Von diesem Werke erschienen zu Paris mittelmässige lithographirte Copien. Von Rom aus unternahm er später Reisen nach Gross-Griechenland, Sicilien und Etrurien , wo neben den antiken Ueberresten jetzt auch die mittelalterliche Kunst seine Thätigkeit in Anspruch nahm. Im Jahre 1827 war er so glücklich, mit seinen Freunden die etruri- schen Hypogeen von Corneto zu entdecken, welche einen merk- würdigen Blick in die Geschichte eines alten Volkes und seiner Kunst gestatteten. Er bereitete sogleich ein Werk darüber vor, welches im weiteren Kreise jene Funde bekannt machte, unter dem Titel: Aelteste Denkmäler der Malerei oder Wandgemälde aus den Hypogeen von Tarquinii. Die Blätter sind in Conturen lithogra- phirt und colorirt.

F. v. Stackelberg stand mit den thätigsten römischen Archäo- logen in engster Verbindung, und trug viel zur Gründung des In- stituto archeologico bei, dessen »Annali« und »Bulletino« die interes- santesten Aufschlüsse geben. Dann fertigte er auch eine ziemliche Anzahl von Zeichnungen nach Werken der mittelalterlichen Kunst, besonders nach Gemälden, wie nach jenen von Filippino in S. Maria novella zu Florenz u. a.

Von 1828 — 29 bereiste der Baron Frankreich, England und die Niederlande, wo sich die Streitigkeiten mit Raoul Rochette entspannen, die von deutscher Seite mit ziemlicher Lebhaftig- keit geführt wurden. Später lebte der Künstler einige Zeit in Mannheim, von wo aus er sich 1833 nach Dresden begab, im- mer mit der Herausgabe seiner Werke beschäftigt, unter welchen sich: La Grece, vues pittoresques et topographiques, 2 tom. Paris 1850, fol.; Trachten und Gebräuche der Neugriechen, Abth. I. u. II. Berlin 1831 — 35, fol., und Gräber der Griechen in Bildwer- ken und Vasengemälden. B. I. Berlin 1835, besonders auszeichnen. Alle diese Werke enthalten treffliche Abbildungen nach Zeich- nungen des Baron Stackelberg, wovon auch einzelne Blätter vorkommen, wie zwei Landschaften mit Ruinen antiker Tempel und mit Heerden von J. C. Reinhart, etc. Die letzte Zeit seines Le- bens verlebte der Freiherr in St. Petersburg, wo er 1837 starb. Sein Kunstnachlass, worunter sich ein Theil von alten und neueren Kunstwerken, grosse historische Zeichnungen u. s. w. befinden, ist jetzt im Besitze der Brüder dieses merkwürdigen Mannes. In der Portrait-Sammlung des Malers und Prof. Vogel von Vogelstein ist das frühere, von Vogel 1819 in Rom gezeichnete Bildniss des Baron von Stackelberg.

Dann haben wir von ihm ein seltenes Werk, welches die Thaten des Patriarchen der Mönche in 24 von Stacker radirten Blättern vorstellt, unter dem Titel: Theatrum in quo res gestae beatissimi patris ac Monachorum Patriarchae St. Antonii etc.

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