Sporer, Hans

Sporer, Hans, Briefmaler , Buchdrucker und wahrscheinlich auch Formschneider , war der Sohn eines gleichnamigen Malers, der in den Bürgerbüchern zu Nürnberg vorkommt, und noch 1472 thätig war, da sich sein Sohn zum Unterschiede den Jüngeren nannte.

Dieser jüngere Hans Sporer ist aller Wahrscheinlichkeit nach der Urheber der zweiten deutschen Ausgabe des »Endtechrist« mit Holzschnitten, eines höchst seltenen xylographischen Wer- kes von 1472, wovon sich in München (aus Tegernsee ) und in Gotha Exemplare befinden. Es enthält 38 nur auf einer Seite, gedruckte Blätter, so dass das erste mit dem 38sten, das 37ste mit dem 2ten gedruckt worden ist. Jedes ist mit einem Buchstaben

*) Die erste Ausgabe ist ohne Datum und enthält 27 Blätter, die 12 Blätter mit den 15 Zeichen nicht dazu gerechnet. Heinecke und Panzer zählen 37 Blätter. Die erste Seite ist leer, auf der zweiten Seite ist die 32 zeilige Vorrede: Hie hebt sich an von dem entkrist etc. Das zweite Blatt han- delt vom Vater des Antichrist's und von 3 — 37 folgen die Darstellungen aus dem Antichrist.

Sporer, Hans. bezeichnet, und die Ordnung der Vorstellungen ist von jener der ersten Ausgabe verschieden. Die Werbung des Antichrist's um seine leibliche Tochter fehlt, und somit beginnen die Darstellungen unter folgender Inschrift: Hie hebet sich an von dem entchrist epommen etc. Am Ende steht: Der junghannss priffmaler hat as puch zu nürenberg ff. Die beiden letzten Zeichen bedeuten sicher, dass Junghanns priffmaler das Werk gefertigt habe, eine andere Frage wäre aber, ob dieser Junghanns mit unserm Hans Sporer Eine Person sei? Diese ist wohl mit ja zu beantworten, denn der Meister nennt sich auch geradeweg Hans Briefmaler zu Nürnberg und Hans Sporer Briefmaler, wie auf dem letzten Blatte der Ars moriendi von 1473. Diess ist das zweite xylographische Werk, welches man von ihm kennt, unter dem Titel: Ars moriendi. Die Kunst zu ster- ben. Die Vorrede besteht aus zwei Blättern, und beginnt mit den Worten: Dieweil nach der Lehre des natürlichen Meisters etc. Dann folgen Abbildungen von 22 Platten, die, wie die Vorrede, mit dem Reiber grob gedruckt sind. Die Anfangsbuchstaben sind gross und mit Laubwerk verziert. Am Ende steht: Hans Sporer hat diss puch 1473 priffmaler. Heinecke, Nachrichten II. 216., Ideen gen. p. 422 gab ein verklei- nertes Facsimile des ersten Blattes. Auf der Bibliothek in Zwickau befindet sich ein Exemplar. Zwei Jahre später gab Sporer eine Biblia pauperum heraus, die aber nur sein Zeichen, einen Sporn im Wappenschilde, enthält, neben einem zweiten Schilde mit drei Zacken, die vielleicht auf andere Theilnahme schließen lassen. Es ist wahrscheinlich das letzte xylographische Werk, welches er in Nürnberg heraus gab, obgleich der Name dieser Stadt nicht vorkommt. Inzwischen nahm die Buchdruckerkunst immer grösseren Umschwung, und mehrere Schreiber und Briefmaler oder Formschneider richteten Officinen ein. Die sogenannte Biblia pauperum Sporer's besteht aus 40 Blät- tern mit Darstellungen aus dem alten und neuen Testamente. Auf dem letzten Blatte stehen die genannten zwei Wappenschilde mit der Jahrzahl 1475. Das letzte Zahlzeichen lässt Dibdin für 1, weil diese alte Ziffer damit Ähnlichkeit hat. In München und zu Wolffen- büttel sind Exemplare. Im Jahre 1787 war ein drittes im Besitze eines geheimen Rathes v. Haller, Die genannte Ausgabe der Biblia pauperum ist verschieden von einer anderen deutschen Armenbibel, welche am Ende den Wappenschild mit dem Sporn allein zeigt, mit der Jahrzahl 1475 oder 77. Die letzte Ziffer nehmen einige für das alte Zahlzeichen 5, andere für jenes der 7, und diess scheint auch der Fall zu seyn, da es den Anschein hat, dass der Formschneider die letzte etwas kleinere 7 in ihrer gehörigen Lage eingeschnitten hat, welche so dann beim Drucke verkehrt erscheint. Auch ist die Übersetzung eine andere. Auf der K. Bibliothek in München sind zwei Exemplare. Was Hans Sporer bis 1487 in Nürnberg noch weiter unter- nommen, ist kaum sicher bekannt; mit dem genannten Jahre ver- schwindet er aber aus der Reihe der Nürnberger Bürger. Er zog nach Bamberg, und richtete in seinem Hause hinter der St. Mar- tinskirche eine Druckerei ein. Das erste Druckwerk ist ein Fisier- büchlein, Gedruckt zu Bamberg 1487 durch Hans Briefmaler. Druckte er auch einige deutsche Gedichte, und verzierte sie zum Theil mit Holzschnitten. Die Zahl seiner Bamberger Drucke

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