Spintharos, Architekt von Corinth, lebte zu einer Zeit, in welcher die griechische Tempelbaukunst bereits die höchste Stufe erreicht, den dorischen und jonischen Styl in ihrer eigenthümlichen Grösse ausgebildet hatte. Spintharos' Name knüpft sich an den Tempel zu Delphi , der nach dem Brande Ol. 58. 1. gebaut wurde. Er begann den Bau im Auftrage der Amphyktionen; dieser wurde aber erst nach Ol. 75. vollendet, zu einer Zeit, in welcher Spintharos nicht mehr lebte. Es dürfte an dem ursprünglichen Plane auch viel verändert worden seyn, denn es traten die Alkmäoniden ein, die den Tempel für 300 Talente übernahmen und ihn viel herr- licher ausführten, als früher beabsichtigt war. Er war aus Porphyr- stein gebaut, bis auf den Pronaos, zu welchem parischer Marmor verwendet wurde. Der Naos hatte ein Hypäthron und ein Adylon. Der neue Tempel gehörte zu den grössten in Griechenland , und an Schönheit wetteiferte er mit den Tempeln Athens. Die äusseren Säulen waren in alt-dorischer Ordnung, nach den in Castri, welches auf den Trümmern steht, neuerlich aufgefundenen Fragmenten, 6 Fuss dick. Im Zselarouredos naos standen jonische Säulen von 2½ F Durchmesser. Bei den Aufgrabungen fand man auch Stücke von Basreliefs und von Architekturtheilen. Es zeigte sich auch ein aus 6 F. langen Steinplatten gebildeter Sockel. In der Kirche Hagios Joannes, der an der Castilia steht, sind andere Fragmente eingemauert. Die Giebelfelder waren mit Statuen geziert, an den Metopen war einiges vergoldet und die Triglyphen erschienen blau. Mit Farben war das Haus des reinen Phoebus wohl nicht
überdeckt, einige encaustisch verzierte oder vergoldete Leisten am Giebel und Gesimse abgerechnet.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_jE1QmVcKYywC/