Spiess, H.

Spiess, H., Kupferstecher, ist uns nach seinen Lebensverhältnissen unbekannt. Er stach für das sogenannte Cabinet du Roi das Bild- niss des Herzog Max Emanuel von Bayern, nach H. Rigaud, fol.

In der Sammlung des Grafen Sternberg war eine Rotstein- zeichnung, welche die Büste eines Knaben vorstellt, mit der Unter- schrift: H. Spiess aus Sachsen , fol. Dieser Künstler heisst viel- leicht Hans Spiess, und ist jener Joh. Bapt. Spiess, von welchen Achill Ryhiner 1780 eine Zeichnung besass; In Dresden starb 1782 ein Baumeister Christian Spiess. Ein Christian Gottlieb lebte noch 1808 als Baumeister, und ein Johann um 1782, alle Bau- meister. Der genannte H. Spiess ist der ältere von diesen,

Nagler's Künstler - Lex. Bd. XVI, 40

9p5888, Franz, nennt Füssly einen Kupferstecher, von welchem ein Blatt nach Correggio herrühren soll, die Madonna vorstellend, welche dem Kinde die Brust reicht, während Engeln Früchte reichen. Das Urbild verkaufte Jos. Casanova und die Kaiserin Catharina II., und in Labensky's Gallerie de l'Ermitage ist es im Umriss gestochen. Ob aber unter F. Spiess nicht eher F. Spierre zu verstehen ist, läßt uns dahin gestellt. Spierre hat ein solches Bild ge- stochen;

8P1988, August Friedrich, Kupferstecher , geb. zu Castell , besuchte 1824 die Akademie der Künste in München , und bildete sich da unter Professor Amsler's Leitung zum tüchtigen Künstler heran. Allein er verdient nicht nur als Stecher Lob, sondern auch als Zeichner. Wir verdanken ihm mehrere schöne Blätter, besonders Stahlstiche, die sich unter den Erzeugnissen dieser Art vortrefflich auszeichnen. Darunter nennen wir besonders die hl. Familie mit den Blumen streuenden Engeln, welche Rafael für Franz I. von Frankreich gemalt hatte. Dieses Blatt ist von schöner Wirkung des Ganzen und genau verstanden in den Formen. Der harte metallene Glanz ist durch Vorradiren glücklich vermieden. Zum Vorbilde diente ihm der Stich von Edelink. Auch für Almanache und andere illustrirte Werke lieferte Spiess schöne Blätter. Im Jahre 1830 erwarb er in München das Inssässrecht.

  1. Die hl. Familie mit den Blumen streuenden Engeln, nach Rafael, das oben erwähnte treffliche Blatt 1830, gr. fol. Dieses Blatt erschien bei Meyer in Hildburghausen.

  2. Die Madonna Tempi, nach Rafael's Bild in der Pinakothek zu München, Copie nach S. Amsler, Schönes Blatt, 8.

  3. Jupiter legt den jungen Herkules an die Brust der Juno, nach einer Zeichnung von B. Genelli für die Münchner Blätter von R. Lechler gestochen. München 1846, fol.

  4. Die herrlichen Stahlstiche zur Cotta'schen Prachtausgabe des Reinecke Fuchs von Göthe, nach Zeichnungen von W. Karl- bach, gestochen von Rahn, Spiess und E. A. Schleich. Dieses Werk erschien von 1846 an, gr. 4.

  5. Die Blätter für die Gallerie zu Göthe's sämmtlichen Werken, München, Cotta 1840, 12.

  6. Einige Köpfe nach der Antike, in Kupfer gestochen 1820, 8.

  7. Franz Xaver v. Schwäbl, Bischof von Regensburg, nach Kel- lerhoven, fol.

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