Spierre, François

Spierre, François, Maler und Kupferstecher aus Nancy , kam in seinem fünfzehnten Jahre nach Paris zu Simon Vouet, und schloss sich dann an Ph. de Champaigne an, dessen Werke er fleissig stu- dirte. Hierauf übte sich Spierre unter F. de Poilly im Kupfersti- che, dem er einige Zeit bei seinen Arbeiten behülflich war. Er stach auch mehrere Blätter auf eigene Rechnung in der Weise Poilly's, nämlich mit übergelegter zweiter Linie im rechten Win- kel, welche als die Stiche seiner ersten Manier zu betrachten sind. Jene seiner zweiten, späteren Manier, sind in der Weise Mellan's gehalten, und mit einer einzigen Strichlage durchgeführt, die aber in gewisser Art von jener des genannten Meisters wieder abweicht.

Die zweite Art des Stiches nahm der Künstler in Rom an, wo er unter dem Einflusse des P. da Cortona stand. Dieser Meister gab ihm auch weiteren Unterricht in der Malerei, welche Spierre abwechselungsweise übte, um durch die anstrengende Sticharbeit seine Gesundheit nicht zu schwächen. Er stach aber auch einige Gemälde dieses Meisters, so wie solche anderer italienischer Ma- ler der Zeit. Unter diesen ist auch L. Bernini, der oft behaup- tete, Spierre werde einst alle anderen Meister übertreffen. Im Jahre 1681 verließ er Rom , um das von seinem Bruder Claude in St. Nizier zu Lyon begonnene jüngste Gericht zu vollenden, da sich dieser todt gefallen hatte. Allein er starb selbst auf der Reise zu Marseille in einem Alter von 38 Jahren.

Die Zahl der Blätter dieses Meisters ist ziemlich bedeutend, da er auch verschiedene Titel, Vignetten und kleine allegorische Thesen gestochen hat.

  1. Ferdinand II. Grossherzog von Toskana, nach Suter mans, F. Spierre Lotaringus sculpebat, kl. fol.

  2. Alexander VII. Ghisius Pontifex Max., nach G. M. Mournandi, in ovaler Bordure, fol.

  3. Innocentius XI. Pontif. Max. fol.

  4. Lorenzo Conte da Marsciano, eines der Hauptblätter des Meisters, gr. fol.

  5. Lorenzo Principe de Colonna, nach G. Bichi, 4.

  6. Antonio Carracci, 4.

  7. Bildniss eines Prinzen aus dem Hause Medici, nach eigener Zeichnung 1650, fol.

  8. Das Bild des Heilandes, nach Bernini, kl. fol.

  9. Die heil. Jungfrau mit den Händen auf der Brust, nach demselben, in ovaler Bordure, kl. fol.

  10. Der Prediger Johannes in der Wüste, nach Bernini, kl. fol.

  11. Christus am Kreuze sein Blut vergießend, welches unter ihm ein Meer bildet, nach Bernini, fol.

I. Vor dem Namen der Künstler.

  1. Mit den Namen und mit den Cherubimköpfen, die später hinzugefügt wurden.
  1. Christus in einer Glorie von mehreren Heiligen angebetet, nach eigener Erfindung, fol.

  2. Acht Bilder aus dem Leben und Leiden des Heilandes, nach Maratti, Cortona und Mola, von Spierre und Bloemaert zur einem Missale gestochen, fol.

  3. Das Wunder mit den Fischen und Brote, Colligite fragmenta ne pereant. Eques Jo. Laurentz Bernini inu. Franciscus Spierre sculp. H. 11 Z., 5 L., Br. 8 Z. 1 L.

Dieses Blatt findet man in J. P. Oliva E. S. J. in selecta scripturae. luca Ethicae commentationes, Lugduni 1677. Je- der der fünf Bände hat dieses Titelkupfer.

  1. Die Empfängnis Mariä, nach P. da Cortona, kl. fol.

  2. Die Beschneidung Christi, nach C. Ferri, kl. fol.

I. Der Unterleib des Kindes ist unbedeckt. Galt in frü- heren französischen Auktionen 4 — 500 Francs, da das Blatt sehr selten vorkommt.

II. Mit bedecktem Unterleib,

III. Mit verlängerter Haarlocke auf der Stirne des Kindes. Im Gesichte des Engels zeigt sich die Unterlippe, die in den früheren Drucken fehlt.

IV. Zwischen den zwei grossen Bäumen bemerkt man zwei kleinere.

  1. St. Johannes die Apocalypse schreibend, ohne Namen, und zweifelhaft, fol.;

  2. Die Vermählung der hl. Catharina, nach P. da Cortona, fol.

  3. Fünf Heilige in Verehrung des Erlösers auf Wolken, nach F. Vanì, roy. fol.

  4. Die 40 Märtyrer des Jesuitenordens, nach eigener Compo- sition, fol.

  5. St. Michael im Kampfe mit dem Dämon, nach P. da Cor- tona, fol.

  6. St. Ignaz von Assisi in das Wasser geworfen, nach eige- ner Composition, schönes und seltenes Blatt, fol.

  7. Die hl. Cäcilia von Engeln gen Himmel getragen, nach Dominichino, fol.

  8. Die hl. Martina vor der hl. Jungfrau in einer Landschaft knieend, schöne Composition von P. da Cortona, qu. fol.

  9. Dieselbe Heilige die Lilie empfangend, nach Cortona, fol.

  10. Eine Nereide auf dem Delphin, nach D. Montorselli, fol.

  11. Cyrus und Panthea, nach P. da Cortona, qu. fol.

  12. Der Architekt Alexanders des Grossen, wie er diesem den Berg Athos in einen Riesen geformt hatte, der in der einen Hand eine Stadt hält, und aus der Muschel in der anderen einen Fluss strömen lässt, nach P. da Cortona, fol.

  13. Grosse allegorische These auf Papst Alexander VII. Her- kules empfängt in einem grossen Gebäude die hesperischen Äpfel, und der überwundene Drache liegt zu Boden; A. Gaerard. Reatinus del. F. Spierre sc. Romae. Aus 4 Blät- tern bestehend, welche das grösste Imp. fol. bilden. Eines der Hauptwerke des Meisters.

  14. Allegorie auf die Kräfte der Seele und des menschlichen Geistes, nach eigener Composition, qu. fol.

  15. Drei allegorische Darstellungen der Tugenden, nach D. Mon- torselli, kl. fol.

  16. Grosse allegorische These auf den Ruhm der Mediceer, Jovis Medicei etc. Nach C. Ferri, 38 auf 34 Zoll gross.

  17. Pallas auf dem Wagen, Titelblatt nach C. Ferri, fol.

  18. Theseus als junges Mädchen gekleidet empfängt von Ariadne den Knäuel, ehe er ins Labyrinth geht, nach C. Ferri, eine Thesis, kl. fol.

  19. Mars und Minerva sitzend, mit Rosen pflanzenden Nymphen, nach C. Ferri, qu. fol.

  20. Die Malereien des P. da Cortona in den drei Zimmern des

Die Abdrücke mit Rossi's Adresse vom Jahre 1601 sind die späteren.

Pierres, Claude, Maler von Nancy, möchte in Rom unter Cav.

Bernini seine Studien, und begab sich dann nach Lyon, wo er verschiedene Aufträge erhielt. Sein letztes Werk war das jüngste Gericht in St. Nizier, vor welchem er sich 1681 zu todt fiel. Sein Bruder François sollte das Werk vollenden, starb aber auf der Reise. C. D. Coelemans stach nach ihm den bethlehemitischen Kin-

demord. /

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