Speth, Balthasar, geistlicher Rath und Capitular am Metropolitenkapitel in München , ein in der Kunstgeschichte rühmlichst bekannter Mann, wurde zu Mannheim geboren, kam aber schon als Knabe nach München, und vollendete da mit Auszeichnung seine Studien. Wie er später der Theologie sich gewidmet, die Würde eines Licentiaten und Baccalaureus erworben, 1811 Hofpriester, 1818 Hofkaplan, 1822 Canonicus am Metropolitankapitel und geistlicher Rath in München, 1829 apostolischer Notar geworden, erzählt alles der Schematismus der Geistlichkeit des Erzbisthums München 1847.
Uns beschäftigen hier mehr seine kunsthistorischen und artistischen Leistungen. Speth besuchte schon als Knabe die akademische Zeichnungsschule, und machte dann in der churfürstlichen Gallerie seine weiteren Studien. Später machte er unter Leitung seines Freundes, des Direktors Georg von Dillis, auch glückliche Fortschritte in der Malerei , und als Mann von umfassendem Wissen, zog er zugleich auch mit grosser Vorliebe die Kunstgeschichte in seinen Bereich. Er besuchte zu diesem Zwecke 1816 Italien, zu einer Zeit, wo die unter Napoleon entführten Kunstschätze größtentheils wieder der alten Stelle zurückgegeben waren. Speth betrat mehrere der an Kunstschätzen reichsten Städte, und legte die Resultate seiner Beobachtungen in einem eigenen Werke nieder, welches unter folgendem Titel erschien: Die Kunst in Italien , 3 Bände, München 1819, 20 und 23. Es sollte auch noch ein vierter Band folgen, und die Resultate einer späteren Reise in die Lombardei und nach Venedig enthalten; allein das Werk kam nicht mehr zur Vollendung, blieb lückenhaft im Manuscripte, Speth hat sich aber durch sein Werk über italienische Kunst im Allgemeinen ein Denkmal gesetzt, da seine Ansichten originell und seine Urtheile tief begründet sind. Auf den Standpunkt der Religion erhoben, hat er die Kunst in ihrer höchsten Würde geschildert. Früher redigirte er die Jahrgänge 1810 und 1811 des kritischen Anzeigers für Literatur und Kunst. Im Jahre 1817 schrieb er „Würdigung der Kunstausstellung in München", München 1817, und im folgenden Jahre gab er eine kleine Schrift heraus: Ueber eine Bemerkung des Hrn. Sendtner, München 1818. Die Jahrgänge des Stuttgarter Kunstblattes von 1810—1829 enthalten von ihm viele Aufsätze und Nachrichten über bildende Kunst, Künstler und Kunstgegenstände. Seine letzte Schrift ist dem Andenken seines Freundes G.
Speth hat auch sehr schön in Miniatur gemalt. Wir kennen von seiner Hand ein Ecce homo nach Guido Reni, eine Mater do- lorosa, nach demselben, und eine Madonna mit dem Kinde nach Francia's Bild im Besitze des Hrn. Dr. Boisserege. Diese Miniatu- ren, und mehrere andere, darunter auch Bildnisse, sind von un- gemein zarter Ausführung und vollkommen im Charakter der Ur- bilder dargestellt. Die Harmonie der Farben und des Gesammttones ist ungemein lieblich. Seine Kunstleistungen, wozu noch mehrere treffliche Zeichnungen gehören, wurden auch allgemein anerkannt. Im Jahre 1842 ernannte ihn die Akademie in München zum Ehren- mitgliede. Starb 1846.
Das Bildniss dieses Mannes hat Schöninger galvanographirt, Brustbild im Ornate eines Domherrn. Früher wurde es öfters ge- zeichnet, wie von Stieler, H. Hess und Hofnass.
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