Spagna, Pietro Giovanni Io

Spagna, Pietro Giovanni Io, Maler, wird von Vasari (deutsche Ausg. II. 2. S. 392.) unter die Schüler des Pietro Perugino gezählt, und besonders als Colorist gerühmt. Dieser Schriftsteller behauptet auch, dass ihn nach Perugino's Tod der Neid der Maler aus Pe- rušio vertrieben, und dass der Künstler in Spoleto sich nieder- gelassen habe; allein Vasari ist hierin von Mariotti (p. 105 ff.) eines Irrthums überwiesen worden, da Spagna lange vor Peruginos Tod, im Jahre 1516, in Spoleto das Bürgerrecht erhalten hatte, wo er aber wahrscheinlich schon am Stadthause das Wappen Julius II. malte. Im Jahre 1517 wurde er daselbst zum Capitano dell'arte dei pittori erwählt.

Spagna führte zu Spoleto und in anderen Städten Umbriens viele Werke aus. Zu Assisi malte er nach Vasari im Auftrage des spanischen Cardinals Egidio in der unteren Kirche von S. Fran- cesco eine Altartafel für die Capelle der hl. Catharina, welche eine Madonna auf dem Throne mit drei Heiligen darstellend, jetzt in der Capelle des hl. Stephan zu sehen ist. Sie hat am Sockel die Inschrift: A. D. MCCCCCXVI. XV. AVE. Sie ist wohl erhalten und als das Hauptbild des Meisters zu betrachten. In der kleinen Capelle, worin St. Francesco starb, sieht man von ihm noch wohl- erhaltene halbe Figuren, verschiedene Heilige und Gefährten des hl. Franz vorstellend, mit diesem selbst in der Mitte. Ausserdem befindet sich von diesem Künstler in S. Giacomo zu Spoleto eine Krönung Mariä, um 1520 gemalt, und neuerlich von Carattoli restaurirt. Sie soll der Hauptgruppe des Frescobildes von Fra Filippo im Dome zu Spoleto nachgeahmt sein. Einige halbe Fi- guren daselbst zeigen eine schwache Nachahmung der Darstellungs- weise Rafael's. Noch geringeren sind an demselben Orte die Apostel Petrus und Paulus und St. Anton vom Jahre 1525. Spagna ver- liess in späteren Jahren seine früheren Vorzüge, und ergab sich einer flauen und schwächlichen Behandlung. In der Kirche der Reformati in Todi ist von ihm eine Copie nach einem Gemälde von Rafael, welches sich in der Kirche derselben Mönche ausser- halb Narni befindet, und eine Replik davon sieht man zu Trevi bei Foligno. In Perugia besitzt Cav. Ghino Bracceschi Meniconi eine Pieta mit Johannes und Magdalena, und umher neunzehn halbe Figuren von Heiligen. Die Gallerie der Akademie daselbst bewahrt ein Lunetten-Bild mit Gott Vater und vielen Engeln. Diese letzteren Bilder kannte Vasari nicht, Mezzanotte erwähnt ihrer.

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