Sosicles, s. Sosocles

Sosicles, s. Sosocles,

Sostratos, ein in der griechischen Kunstgeschichte öfters vorkommen- der Name, da mehrere Künstler ihn trugen, deren Daseyn nament- lich Thiersch Epochen 273 ff. genauer ermittelt hat,

Der ältere ist ein Neffe des Pythagoras von Rhegium, der demnach um Ol. 80 gearbeitet haben muss.

Der zweite, aus Chios, ist der Vater und Lehrer des Pantias, der nach Pausanias im siebenten Gliede von Aristokles aus Sicyon abstammte. Dieser Sostratos aus Chios lebte nach Thiersch um Ol. 87, nach Sillig um Ol. 90, oder nach Müller Ol. 95. Auf die - sen Meister, oder nach Thiersch auf einen Unbekannten des Namens Sostratos, beziehen sich vielleicht die Worte des Polybius

Ein dritter Sostratos, aus Cnidus stammend, war Architekt und wahrscheinlich auch Bildhauer , so dass er jener Bildner So- stratus des Plinius ist, der zur Zeit des Lysippus um Ol. 114 lebte. Der Architekt war Sohn des Dexiphanes und Baumeister des Pto- lomäus Soter. Er baute den als Weltwunder gepriesenen Pharus auf der Ostspitze von Alexandria , dessen Errichtung 800 ägypti- sche Talente kostete. Es geht seit Plinius XXXVI. 12 die Sage, dass der Künstler an diesem Thurme seinen tief eingegrabenen Na- men mit einer leichten Masse bedeckt, und darüber den Namen des Königs gesetzt habe. Dass er den Pharus wirklich gebaut habe, bestätigen auch Suidas und Stephanus von Byzanz . Dann ver- ewigte Sostratus auch in Cnidus seinen Namen, und zwar durch Arcaden, deren Gewölbe auf Bogen ruhten, die unter dem Namen der schwebenden Halle bekannt, und der kühlen Ausführung und Festigkeit wegen bewundert wurden,

Ein vierter Sostratos war Edelsteinschneider, und ist kaum eine Person mit einem der genannten Bildhauer. Dieser Meister schnitt mehrere Gemmen. Zwei derselben kamen aus der Samm- lung des Cardinals Ottoboni in jene des Herzogs von Devonshire. Die eine, das Original in Carneol, stellt die Victoria vor, wie sie einen Ochsen opfert. Baron Stosch besass einen alten Glasfluß, wonach er die Abbildung in seinem Werke gab. Die Darstellung kommt öfters vor. In dem mit dem k. Museum in Neapel verei- nigten Cabinet Farnese ist eine Victoria auf einem zweispännigen Wagen mit dem Namen des Sostratos. Die andere Gemme aus der Sammlung Ottoboni, ein zweifarbiger Achat, stellt den Cu- pido als Bändiger zweier Löwinnen dar. Eine dritte, Cameo in Achat-Onyx mit einer Nereide auf dem Seepferde, gibt Lippert nach einem Originale aus einem römischen Cabinete in Nachbil- dung, und Baron Stosch besass einen Intaglio in Carneol. Auf einem zweifarbigen Achat geschnitten, nennt dann Stosch noch eine Darstellung des Meleager mit der Atalante. Diese letztere Gemme und den Cupido gibt Stosch in den Pierres gravées Nr. 66 und 67 in Abbildung.

Auf den Gemmen des Sostratos steht der Name: SOSTRATOS, Auf jener mit Meleager und Atalante liest man aber: SOSTPATOP, den Namen eines unbekannten Künstlers. Baron Stosch, oder vielmehr Winckelmann in der Beschreibung der von Stosch edir- ten Abbildungen antiker Gemmen, untersuchte diesen Stein unter dem Microscope, und fand in Zeichnung und Behandlung einen wesentlichen Unterschied, dass er zwei verschiedene Künstler annehmen zu müssen glaubte. Neuere Schriftsteller gehen indes- sen auf diese Ansicht nicht ein, und somit könnte irgend ein alter Copist im Namen ein Versehen begangen haben.

Sosus s. Sosos.

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