Son, Jan oder Franz van, Maler, der Sohn des obigen Mei- sters, malte ebenfalls Blumen und Früchte, und noch vorzüglicher als der Vater, da er sich eines genauen Studiums der Natur be- fliss, und grossen Geschmack in der Anordnung besass. Son malte die Kinder der Flora und Pomona im aller Farbenpracht, besonders Trauben, Pfirsiche, Orangen und Citronen mit täuschen- der Wahrheit. Er malte sie in goldenen oder silbernen Gefässen auf Tischen mit türkischen Tapeten überzogen, oder brachte Vorhänge mit Gold- und Silberstickereien an, so dass seine Bilder, die oft von bedeutender Grösse sind, ein pompöses Ansehen haben. Sie wurden für verschiedene Höfe erworben, und in Prunkzimmern aufbewahrt. Die meisten seiner Bilder sind in England zerstreut, da sich der Künstler viele Jahre in London aufhielt. Der Graf von Radnor besass in seinem Palaste in St. James Square mehrere seiner besten Gemälde. Der Maler R. Streater soll dreissig Ge- mälde von ihm besessen haben, darunter auch schöne Vögel in Aquarell. In der Gallerie zu Schleissheim werden ihm zwei Bil- der zugeschrieben: ein Kranz mit Früchten, und ein anderer Kranz von Früchten und Blumen. Dillis sagt im Cataloge der Gallerie, die Bilder seyen mit F. V. Everbroeck bezeichnet, schreibt sie aber dem Jan van Son zu, so dass sich dieser F. v. Everbroeck genannt haben müsste.
Ob dieser Künstler Jan van Son geheissen habe, wie Descamps behauptet, oder vielmehr Franz van Son, ist eine andere Frage. Walpole wenigstens hatte Kunde von einem Blumen- und Früch- tenmaler Franz Vanson oder Vanzoon, und darauf könnten sich auch die Buchstaben F. V. S. auf dem im vorhergehenden Artikel genannten Bilde in der Gallerie zu Gotha beziehen. C. Weyerman kennt einen Zon oder la Zoon, der um 1710 in England Blumen malte, worunter wahrscheinlich unser Künstler zu verstehen ist, da Son und Zon in der holländischen Orthographie wechseln kann. Der Vanson Walpole's starb aber 1700 in den Fünfzigern, und Descamps lässt seinen Jan van Son 1702 in London sterben. Allein der Künstler lebte länger, einige Jahre freudenlos, da ihm der Tod seine Frau, seine Tochter, und zuletzt auch die zweite Braut geraubt hatte. Jan Weyerman vollendete seine letzten Bil- der, aber mit geringerer Kunst.
Esther vor Ahasverus. Rechts auf der Erde: C. Vignon Pin- xit n. de son, f. Mariette exc., kl. qu. fol.,
Die Flucht der hl. Familie in Aegypten, kleine Landschaft nach Callot. N. De Son fe. Leblond' exe., 8.
Christus bei den Jüngern in Emaus, Copie nach Callot. N. de Son fec. H. 2 Z. 10 L., Br. 2 Z. 1 L.; Man darf dieses Blatt nicht mit der anonymen Copie ver- wechseln, welche darnach existirt.
Christus bei der Samariterin am Brunnen, rechts desselben sitzend. Auch eine dritte Figur ist auf dem Blatte. Andere legen dieses Blatt dem J. Caillot bei, Zani VI. 2. p. 379 er- klärt es aber als sichere Arbeit unsers de Son, dessen Name nicht darauf steht. H. 2 Z. 10 L., Br. 2 Z. 2 L.
St. Franz stehend nach rechts, von zwei Engeln unterstützt, im Grunde Landschaft, Nach Callot, ohne Namen: des Ste- chers. H. 3 Z. 9 L., Br. 2 Z. 11 L.
Der Apostel Paulus, im Grunde eine kleine Kirche, nach Callot.
Zecher am Tische vor der Thüre der Schenke rechts des Blattes, in landschaftlicher Umgebung, Nach Callot, ohne Namen, in ovaler Form. H. 2 Z. 4 L., Br. 2 Z. 10 L.
Der Wasserträger, nach links hin gehend. Im Grunde sind Figuren. Nach Callot, ohne Namen. H. 32 Z. 5 L., Br. 2 Z. 10 L.
Zwei Weiber mit Kindern, wovon die eine eines trägt. Im Grunde rechts zwei andere Figuren. Nach Callot, ohne Na- men. H. 2 Z. 8 L., Br. 4 Z. 11 L.
Ein Mädchen, welches mit einem auf dem Boden sitzenden Manne spricht, zu dessen Seite ein Hund ist. Im Grunde links sind zwei Figuren und ein Haus. Nach Callot, ohne Namen. H. 2 Z. 8 L., Br. 4 Z. 3 L.
Das Portal der Kirche Notre Dame zu Rheims. Le Somptueux Frontispice de Leglise de Notre-Dame De Reims 1625. Unten in der Mitte steht: N. De Son Rem. fe. sculp., et Exc. Unten im Rande sind 24 französische Verse; Ne arles plus — ce sainct lieu. Rechts: Par C. Gillat. D. M., El. 14 Z. 8 L., Br. 11 Z. 5 L., Die Figuren dieses und des folgenden Blattes, werden dem J. Callot zugeschrieben.
Ansicht der Abteikirche St. Nicaise zu Rheims: L Excellent Frontispice de Leglise de Labbaye de Sainct Nicaise De Reims. Unten das Wappen, die Dedication an den Prinzen
von Albret, und acht ‚Verse: Dum,— perenniore. N. De Son Rem. Fecit. Sculp. et ex. 1625. H. 16 Z. 1 L., Br. 10 Z. 11 L. - Dieses vortrefflich gestochene Blatt kommt selten vor. In der B. v. Stengel'schen Auktion galt es 8 Gulden 40 Kreuzer.
Ansicht einer Strasse, mit vier Frauen rechts im Vorgrunde, und ein Knabe vor der Gemüsehändlerin. In der Ferne links sieht man eine Kutsche mit zwei Pferden. Rechts auf dem Boden: N. D. Son exc. Nach Callot. H. 3 Z. 10 L.,
Der Dorfmarkt mit einem Hautboisbläser, links die Boutique des Bilderkrämers., Nach Callot, und Gegenstück zum obi- gen Blatte.
Das Innere eines schönen Gartens mit Lauben und Hecken, links im Vorgrunde ein reich verzierter Brunnen mit Neptun, am Fusse desselben ein Liebespaar in Umarmung, und da- neben liegt der Hut und die Guitarre. Zwei andere Paare in reicher Kleidung wandeln daneben einher, während rechts von der Laube ein junger Mann lauscht. Links steht: J. L. N. d. Son fec. Dieses äusserst seltene Blatt ist nach einer Zeichnung von Jan Lys breit und geistreich radirt, und sehr
; kräftig geätzt. H. 6 Z. 9 L., Br. 10 Z.
Im Cabinet Paignon Dijonval ist ein Abdruck mit der Adresse von M. van Lochon angegeben, wahrscheinlich aus einer späteren Periode,
Eine Folge von sechs Landschaften, mit je zwei charakteri- stischen Figuren, im Geschmacke Callot's behandelt, und mit Moncornet's, dann Drevet's Adresse versehen, qu. 8.
Landschaft in demselben Geschmacke, kl. qu. 4.
Die Belagerung von Dünkirchen, mit Grundriss und Be- schreibung, nebst den Prospekten von Rocroy, Thionville, Philippsburg und Mainz, Alles auf einem grossen Blatte, 1646,
Füssly nennt den Meister dieses Blattes Peter de Son, wir glauben aber, dass von unserm Nic. de Son die Rede sei.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_jE1QmVcKYywC/