Sommerau, Ludwig

Sommerau, Ludwig, Maler und Kupferstecher , wurde 1730 in Wolfenbüttel geboren, und zu Basel in Ch. v. Mechel's Schule unterrichtet. Er stach da einige Blätter in Kupfer, bis er nach Rom sich begab, wo er in einer Reihe von Jahren mehrere Blätter nach Rafael und anderen grossen Meistern in Kupfer stach, die einen Künstler von Talent verrathen, dem es aber an einer sicheren Grundlage fehlte, wie diess mit mehreren Schülern der Mechel'schen Offizin der Fall ist, wo es weniger darauf ankam Gutes als viel zu produciren. Sommerau's Arbeiten sind daher nur wegen der Originale zu berücksichtigen; allein bei der Ueber- tragung derselben ging vieles von dem Geiste verloren, der in ihnen herrscht, was namentlich bei Rafael fühlbar ist. Von Rom aus begab sich der Künstler nach Deutschland , und arbeitete einige Zeit zu Frankfurt am Main . Jetzt malte er auch Bildnisse und einige religiöse Darstellungen , brachte es aber als Maler nicht weit, da es ihm an der Uebung fehlte. Später wurde er Hofkupfer- stecher zu Braunschweig , als welcher er den Plan fasste, die Werke der Gallerie in Salzdahlen durch den Stich bekannt zu machen. Die Sammlung war auf 50 Blätter berechnet, es erschienen aber nur zwei, da der Künstler starb.

Die ersteren, kleineren Blätter des folgenden Verzeichnisses, gehören zu den früheren Arbeiten des Meisters, wo er Rembrandt zum Vorbilde nahm.

  1. Bildniss Rembrandt's, 8.
  2. Büste eines Orientalen mit grossem Barte, 4.
  3. Büste eines jungen Mannes im Profil mit blossem Kopfe, 8.
  4. Brustbild eines Mannes mit Pelzmütze, den Kopf auf die Linke gestützt, 8.
  5. Büste eines jungen Orientalen mit einer Feder auf dem Turban, 8.
  6. Büste eines Greises im Profil, mit Schnurbart und Pelz- mütze, 8.
  7. Büste eines jungen Mannes en face, mit Pelzmütze, 8.
  8. Die Fortuna, nach G. Reni, fol.
  9. Die Sibylla Cumaea, nach Dominichino's Bild der Gallerie Borghese, 8.
  10. Die Sibylla Persica, nach Guercino's Gemälde im Vatican 1780, 8o.
  11. Die Liebesbriefe des Amor und der Psyche, nach Rafael,
  12. Der hl. Joseph. L. Sommerau pinx. et sc. 8.
  13. Rafael's Tapeten, 20 radirte Blätter mit Darstellungen aus dem neuen Testamente, unter dem Titel: Tapisseries de Raphael d' Urbin conues sous le nom d'Arazzi, qui sont au Vatican à Rome, au nombre de vingt pieces, par L. Som- merau. Mit Dedication an den Prinzen Leopold von Braun- schweig-Lüneburg, Chez l'auteur et chez Bauchard et Gra- vier à Rome 1780, qu. fol.

Im Kunstblatt von 1837 finden wir dieses Werk unter folgendem Titel angezeigt:

The book of the cartoons. Mit Text von Cattermole, London 1837, 8. Dieses Werk enthält 26 Blätter, die als Sommerau's Arbeit angegeben werden. Allein Sommerau stach seine Darstellungen nicht nach den Cartons in Haup- toncourt, sondern nach den Tapeten im Vatikan,

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