Somer, Paulus van, Maler, der ältere Künstler dieses Namens, lebte zur Zeit, als C. van Mander sein Schilderboeck herausgab (1604), in Antwerpen . Wie alt er damals gewesen, ist nicht bekannt, in- dem v. Mander nur sagt, er sei noch unverheirathet. (vrijgezel), Dagegen nennt ihn der genannte Schriftsteller trefflich in allen Theilen der Kunst, sowohl als Bildnissmaler, als in historischen Compositionen. Um 1606 begab sich der Künstler nach London , wo er jetzt bis gegen 1620 zahlreiche Bildnisse malte, die ihm einen rühmlichen Namen machten. Irrig ist aber Dallaway II. 202, wenn er behauptet, dass Somer durch das Bildniss des jungen Lord Arundel, welcher zu Brüssel starb, in England bekannt ge- worden sei. Er konnte auch 1597 das Bildniss des Sir Thomas Bodley in London nicht gemalt haben, wie Dallaway wieder be- hauptet, da der Künstler zu der Zeit, als v. Mander sein Werk herausgab, noch in Amsterdam sich aufhielt. Beide Bildnisse waren in Arundel Castle. In St. James erklärt Dallaway ein meisterhaft
gemaltes Bildniss des Grafen W. v. Pembroke als Somer's Werk, und in Windsor sah er ein Bildniss Jakob I. Noch vorzüglicher soll das Bildniss dieses Monarchen und seiner Gemahlin mit Pferd und Hunden in Hamptoncourt seyn. Auch sein Bildniss der Kö- nigin Anna von Dänemark wurde daselbst aufbewahrt. Dann nennt Dallaway noch das Bildniss der Lady Morton von 1605, des Kanzlers Bacon und seines Bruders Nicolaus zu Corshambury, des Sir Simon Weston in ganzer Figur mit der Pike von 1608, der Marquise Hamilton u. a. Einige schrieben ihm auch ein Bildniss des ersten Grafen von Devonshire zu, welches aber von Mytens herrührt, wie Walpole versichert. Nach der Aussage dieses Mei- sters können die Bilder von Mytens und Somer miteinander ver- wechselt werden, und man kennt sie nur dadurch, dass der erstere seine Bildnisse auf Sammt, letzterer sie auf Strohdecken stellte, wie Walpole angibt. In Paris sah Direktor Waagen das Bild- niss des berühmten Bacon von Verulam, sehr klar und fleissig in einem warmen Ton gemalt. Wo die übrigen sich jetzt befinden, fanden wir nicht angegeben. Auch über seine historischen Gemälde ist wenig bekannt. Im Stiche existiren zwei Bilder: das Opfer des Abraham, und die Steinigung des hl. Stephan. Auf beiden liest man: In aula Albretina, prope St. Hilarium, ohne Namen des Stechers, welcher der Schule Thomassin's in Paris angehört, gr. qu. fol. Es gibt auch eine verkleinerte Copie. Anderwärts lesen wir, dass J. Barra nach ihm gestochen habe. Dieser Meister ist älter als Thomassin, aus der Zeit des Malers N. Haulbus stach sein Bildniss,