SOLVYNS, Balthasar, Zeichner und Maler von Antwerpen , war Schüler von Quartemont, und begab sich dann nach Paris , wo er einige Zeit unter Vincent's Leitung stand, bis er als Offizier ins Genie-Corps trat. Bei dem Beginn der belgischen Unruhen, kurz vor 1789, begab er sich in das Land der Mongolen und Maratien,
Solvyns verlebte fortan 15 Jahre in Bengalen , während wel- cher Zeit er eine grosse Anzahl von Zeichnungen fertigte, deren er noch in Calcutta zum Stiche bereitete. Dieses Werk erschien auf Veranlassung der von Wellesley daselbst gestifteten Universität und Zeichenschule unter folgendem Titel: 'The Costume of Hin- dooustan elucidated in LX coloured Engravings with Description in English and French, taken in the years 1798 — 1799. by B. Solvyns of Calcutta, 4. Das Werk ist dem Präsidenten und den Direktoren der ostindischen Compagnie dedicirt. Die Blätter sind von Stott flüchtig radirt und weniger wegen der Richtigkeit der Zeichnung, besonders der Extremitäten, als wegen der in Farben ausgeführten Costüme und der Landschaften, in welchen die Fi- guren erscheinen, zu schätzen. Von dieser interessanten Folge, welche als das erste Werk dieser Art über Indien zu betrachten ist, wurden aber nur 50 Exemplare gedruckt, wesswegen es sehr selten ist. Die Platten oxidirten und wurden zum Weiteren Ge- brauche untauglich. Dieses veranlasste den Künstler nach seiner Rückkehr aus Indien 1800 in Paris ein neues Werk über die Hin- dus herauszugeben, wozu er die Platten selbst ätzte. Es erschien in vier Folio-Bänden unter dem Titel: The Hindoos, or Descriptions of their manners, costums, ceremonies etc. drawn from nature in Bengal and engraved in CCLII Plates by B. Solvyns. Es ist auch eine Erklärung in französischer Sprache beigefügt. Die Blätter sind sehr schön colorirt, so dass sich dieses Werk in noch glän- zenderem Verhältnisse an das obige anschliesst und es ergänzt.
Später kehrte Solvyns nach Antwerpen zurück, und war da noch auf mannigfaltige Weise thätig. Er erhielt, als früherer Ca- pitain des Fort Lillo, den Rang eines Capitain des Hafens der Stadt Antwerpen. Jetzt malte er auch mehrere Bilder in Oel, be- sonders Marinen, welche grossen Beifall fanden. Die Akademien zu Antwerpen und Gent zählten ihn unter ihre Mitglieder. Im Jahre 1824 starb dieser berühmte Mann.