Solon » Edelsteinschneider; war nach der gewöhnlichen Annahme ein Zeitgenosse des Dioskorides, der als der ausgezeichnetste Arbeiter aus der Zeit des Kaisers Augustus zu nennen ist. Aber auch Solon gehört zu den berühmtesten Künstlern seiner Art, dessen Werke mit jenen des Dioskorides eine Reihe von Cameen beginnen, an welche sich in noch grösserer Wichtigkeit diejenigen anschliessen, welche das Julische und Claudische Geschlecht darstellen, und ausser der Kostbarkeit des Materials und der geschickten Benutzung auch durch vieles Andere Bewunderung verdienen. Wir haben über diese beiden Meister keine hinreichenden Notizen aus dem Alterthume, neuere Schriftsteller haben aber nach dem Vorgange von Winckelmann, der in seiner Geschichte der Kunst auf sie aufmerksam macht, die Werke derselben öfters zum Gegenstande einer gelehrten Erörterung gemacht. So schrieb Köhler eine Abhandlung über diese beiden Künstler. Auch Tölken fand in seiner Beschreibung der Gemmensammlung des Museums in Berlin Gelegenheit über diese Künstler sich auszusprechen. Diese Schriftsteller gehören der neuesten Zeit an, sie haben aber mehrere Vordänger, unter welchen Stosch , Bracci, Murr u. a. zu nennen
. Solon schnitt den Kopf des Mecänas, oder einen Kopf, welchen man als jenen dieses berühmten Freundes des Augustus erklärt. Er bezeichnete denselben mit seinem Namen, so wie man überhaupt immer den Namen des Urhebers liest: SOLON, ELIO, EIT oder SOLANNOS. Auf dem genannten Steine gab aber der Name zu einer irrigen Deutung Anlass, indem einige darin den Kopf des Solon erkennen wollten. Dieser Kopf kommt in Wiederholungen vor; ein solcher ist im Cabinet des Königs von Neapel, in der Sammlung Riccardi zu Florenz, und Baron Stosch besass eine alte Glaspaste. Gestochen ist er bei Stosch, Pierres gravées etc. 11 und: Tresor de Num. et Glyp. pl. 3. ;
—__ Berühmt ist der Kopf der Medusa im Profil mit dem Namen SOLANOS, ein Chalcedon, welcher durch mehrere Hände in das Museo Struzzi kam. Er wurde zu Rom in einem Weinberge auf dem Cölio gefunden. Der Finder, ein Gärtner, verkaufte ihn an einen Anticagliaro, welcher ihn dann beim Abdruck in Wachs in zwei Stücke zerbrach. Dieser verkaufte den Stein um zwei Zecchinen. Ein folgender Besitzer liess ihn für drei Zecchinen dem Antiquar Sabattini ab, der ihn dann, in Gold gefasst, dem Cardinal Alessandro Albani für fünf Zecchinen überliess. Durch Tausch von Antiken im Werthe von fünfzig Scudi erhielt ihn Sabattini zum zweiten Male, und endlich kam das Werk in das Cabinet Strozzi. Winckelmann zweifelte einige Zeit an der Echtheit dieses Intaglio, und wollte ihn für neue Arbeit halten; in seiner Kunstgeschichte erklärt er ihn aber für alt. Bei dieser Gelegenheit ist eine Note Fea's I. p. 324. cit zu berichtigen, der von einem Cameo spricht, und behauptet, der Stein sei noch ganz, und Winckelmann müsse einen andern Cameo im Sinne gehabt haben. Winckelmann spricht nämlich von einem zweiten Kopf der Medusa aus demselben Ca-
Von dieser Medusa gibt es eine Copie von Carlo Costanzi, welcher sie 1720 für den Cardinal de Polignac in Chalcedon fer- tigte. Der Stein ist von derselben Farbe, von derselben Grösse und sehr täuschend nachgemacht, bis auf den Namen, welcher im Originale ausserordentlich fein und regelmässig erscheint, in der Copie schlecht gearbeitet ist. Eine zweite Copie ist in der Dacty- liothec Smithiana I. 22. 22. Venetia 1767, fol.
Ein anderes berühmtes Werk von Solon ist Diomedes mit dem ‚Palladium, mit dem Namen auf das zarteste erhaben gearbeitet. Diese Darstellung ist zweimal vorhanden, Diomedes stehend und sitzend. Letzterer ist hochgeschnitten, um ein Drittel kleiner als im Intaglio des Dioskorides. Es handelt sich aber von keiner Co- pie des einen nach dem anderen, da der Charakter der Zeichnung
- für die Originalität bürgt. Der Cameo des Solon war im Cabinet des Grafen Maurepas. Mariette glaubte, es sei derselbe, welchen Baudelot Lettre sur le pretendu Solon Fig. IX. in Abbildung gibt, allein die Darstellung weicht ab, und die Grösse ist nicht dieselbe. Auch bei Stosch finden wir eine Abbildung des Diomedes.
Winckelmann spricht ferner von einem stehenden Cupido auf Carneol, welcher zu seiner Zeit im Cabinete des Senators Cerre- tani zu Florenz war, und bei Stosch abgebildet ist, der die ge- nannten Werke Nr. 61 — 64 zusammenstellt. Und dann bemerkt der genannte Schriftsteller, ausser diesen bekannt gemachten Stei- nen sei im Stossischen Museo einer der schönsten Köpfe des Her- kules, die jemals in Stein geschnitten wurden. Winckelmann selbst besass einen schönen, aber zerbrochenen Carneol, welcher die Victoria vorstellt, die einen Ochsen opfert. Die Victoria mit dem Namen ZOORN ist erhalten.
Dann wird von Solon auch die Büste einer Bacchantin erwähnt, die durch eine alte Paste aus dem Stuschischen Museum bekannt ist. Diesen Kopf hat J. A. Schweickart trefflich gestochen. Man nennt auch noch den Kopf eines trunkenen Faun und jenen der Livia,
Solorzano » Bildhauer, arbeitete um 1500 in der Caftbedrale zu Toledo. Solosmeo, s. S. da Settignano.
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