Solis, Don Francisco de, Maler, geb. zu Madrid 1620, wurde von seinem Vater Juan, einem mittelmäßigen Künstler, zum geist- lichen Stande bestimmt. Dieser gab aber endlich der entschiedenen Neigung seines Sohnes zur Malerei nach, und wunderte sich, dass er mit Leichtigkeit alle Schwierigkeiten überwinden konnte.
Solis, Juan de. — Sollazzino. Schon in seinem achtzehnten Jahre malte Solis ein großes Bild für die Kapuziner von Villarubia de los Ojos, welches selbst die Auf- merksamkeit Philipp IV. auf sich zog. Von dieser Zeit an wurde er mit Aufträgen überhäuft. Zu seinen früheren Werken gehören die Gemälde im Kapuzinerkloster del Prado; andere Bilder führte er bei den Recoletos an, sowohl in Ölgemälde als in Fresco. In S. Miguel ist ein berühmtes Bild der hl. Theresia. Auch in S. Fran- cisco, im Hospital de los Franceses, in St. Barbara und bei den unbeschuhten Trinitariern hinterließ er Proben seiner Kunst. Die Kirchen Madrids zählten viele Werke von Solis, davon aber in den letzten unruhigen Tagen mehrere von der alten Stelle ge- nommen wurden. Auch ausser Madrid führte der Künstler Gemälde aus, wie bei den Carmelitern zu Badilla, bei den Recoleten zu Alcala de Henares, bei den Dominikanerinnen zu Villanueva, bei den Kapuzinern und Dominikanerinnen zu Valladolid . In S. Do- mingo zu Marchena sind die letzten Arbeiten des Meisters. Im Auslande sind die Bilder des Don Francisco selten, es müssten denn in letzter Zeit einige über die Grenze gewandert seyn. In der Gallerie des Marschal Soult zu Paris ist ein Christus und Johannes auf Patmos, F. de Solis war ein vielseitig gebildeter Mann. Er gründete in seinem Hause eine Akademie, in welcher nach dem Nackten gezeichnet wurde. Damit verband er auch eine Bibliothek und eine ausgewählte Sammlung von Kupferstichen. Er beschrieb das Leben der spanischen Maler, Bildhauer und Baumeister. Das Ma- nuscript blieb längere Zeit in seinem Nachlasse, bis es Guarienti entdeckte, und dieses dann bei der Herausgabe seines Abecedario benutzte. Die Gemälde des Künstlers tragen die Fehler ihrer Zeit. Sie sind gefällig in der Composition, von schöner, lebendiger Fär- bung und mit markigem Pinsel gemalt, aber manierirt, da sich Solis keines genauen Studiums der Natur befleißigte. Palomino und Cean Bermudez nennen viele seiner Werke dem Inhalte nach, fast lauter historische und religiöse Darstellungen. Solis, Juan de, Maler zu Madrid, war Schüler von Alonso de Herrera. Er ist der Vater des Francesco de Solis, aber nur ein mittelmäßiger Meister. Solis, Hernando de, Kupferstecher, arbeitete gegen Ende des 16. Jahrhunderts in Valladolid. Er hatte besonders als Stecher von Karten Ruf. Im Jahre 1508 erschien von ihm ein geographischer Atlas, worunter das Blatt mit Amerika, welches die Bildnisse von Americo Vespuccio und Cristobal Colombo enthält, besonders er- wähnt wird. Solis, el Licenciado, Bildhauer von Sevilla, war Schüler von J. M. Montanes, und arbeitete 1617—18 mit diesem in der Car- thause von St. Maria de las Cuevas. Im Chore der Kirche sieht man von ihm vier Statuen von Tugenden. Der Gross-Inquisitor D. Andres Pacheco besass ein Crucifix von ihm, welches er 1621 der Cathedrale von Segovia als wertvolles Stück vermachte. Diese Nachricht gibt C. Bermudez. Sollazzino, Maler von Siena, wurde 1530 beauftragt, eine von B. Orgagna an der Vorderseite des Campo Santo gemalte Hölle aus-
Solbrig. — Solbrig.