Seine Berufung nach dem südlichen Russland suchte der vaterländische Neid und die Verläumdung zu hintertreiben, allein alle diese Bemühungen scheiterten an der edlen Charakterfestigkeit des Grafen Kotschubei. Freilich darf Speeth von dem gegenwärtigen Standpunkt der Kunstanschauung aus nicht beurtheilt werden, wenn seine Productionen Gerechtigkeit finden sollen. Seine Entwicklungszeit fiel in eine kriegerische Periode, in welcher auch die veraltete Kunstrichtung einen Wendepunkt fand, der ihn aber nicht unmittelbar zur Urquelle der alten classischen Kunst leitete. Mit einer reichen Phantasie begabt, ging sein Streben auf eigenthümliche Formen, wodurch er sich mitunter den Vorwurf des Abweichens von altherkömmlichen Regeln zuzog. Es lag aber in seinem Wesen, dass zum Nachtheil des kalt berechnenden Verstandes bei ihm das Gefühl zu sehr vorherrschend war. Niebuhr's Reisewerke und die durch die Buonapartische Expedition veranlasste Bekanntmachung der ägyptischen Denkmale wirkten auf sein für Flächen und verjüngende Begrenzung empfängliches Gefühl elektrisch und entscheidend. In seinen Entwürfen, worin gute Proportionen, Charakteristik und eine von ihm begünstigte Symbolik herrschen, schimmern ägyptische Umrisse bei griechischen Elementen durch, was von mehreren nach den einmal angenommenen Regeln der Critik scharf, vielleicht zu scharf getadelt worden ist. Das imponirende, Massige und Räumliche war sein liebstes Feld, aber diese seine Entwürfe dürfen nicht mit den Ausführungen, worin er Bequemlichkeit, Ordnung und weise Oekonomie zu berücksichtigen verstand, zusammen geworfen werden. Er war gross in seinen schöpferischen Erfindungen, und wäre es noch in höherem Grade geworden, wenn er ein weiteres Feld der Ausführung gefunden hätte. Diess beweisen seine sinnreichen Anordnungen bei Festilluminationen, welche die Stadt Würzburg bei mehrmali'en Huldigungen an das Fürstenhaus ihm zur allgemeinen Zufriedenheit übertragen hatte. Er bewarb sich auch einige Male um ausgeschriebene Preisaufgaben; ferner fertigte er wirkliche Pracht-
- Das Bildniss des Malers Georg Pforr, halbe Figur im Pro-
fil. In Lavismanier, ohne Namen, 4,
XII. Ansichten des Heidelberger Schlosses, geätzt und her- ausgegeben von G. Primavesi etc. Von P. Speeth gezeichnet und einige gestochen, qu. fol.
Landschaft mit Thieren, Im Vorgrunde steht eine Kuh und im Hintergrunde liegt eine solche bei einem Schafe und einem Hase. Nach Pforr in Lavismanier, kl. qu. fol.
Zwei stehende Kühe vor einer hölzernen Brücke, die durch einen Balken geschlossen ist. In derselben Weise, und nach Pforr, kl. qu. fol.
Ein Mann zu Pferde spricht zu einigen Bauern, die am Zaune sitzen. Nach Pforr und in gleicher Manier, kl. qu. fol.
Ein architektonisches Monument, wahrscheinlich das oben erwähnte, welches nach Ungarn bestimmt war, und dessen Entwurf ihm den Preis erwarb. Ein solches Denkmal hatte der Künstler lithographirt. Dieses Blatt ist zu den Incuna- beln der Lithographie zu zählen, qu. fol.
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