Sole, Giovanni Battista del, Maler von Mailand , angeblich Sohn und Schuler des Peter del Sole, malte fur Kirchen und Palaste der genannten Stadt. Bilder in Oel und in Fresco. Solche sind im her- zoglichen Palaste, in den Kirchen von S. Eustorgio, S. Francesco, S. Bernardo, S. Angelo und Giovanni alle Case Rotte. Torre (Ri- nato di Milano 1674) nennt diesen Meister, sagt aber nicht, ob er gleichzeitig mit ihm sei, oder wie lange er vor ihm gelebt habe. Fussly scheint daher willkurlich die Lebenszeit dieses Meisters um 1670 zu setzen. Nach dem Blatte Nr. 1. zu urtheilen, war er ein Zeitgenosse von F. Perrier, der 1660 oder 1665 starb. H. Win- stanley stach nach ihm einen Sabinerraub. Dann nennt Fussly noch zwei radirte Blatter nach ihm: Tigranes zu den Fussen sei- nes siegreichers Lucullus, und Orithya von Boreas entfiuhrt, fol. Die Richtigkeit dieser Angabe konnen wir nicht verbargen.
Bartsch, P. gr. XXI. p. 123 beschreibt von diesem Meister zwei Blatter (Nr. 1. und 2.) die sehr breit und kraftig radirt, aber nicht zu getiflig sind. Wir fugen noch einige Blatter bei, die Bartsch nicht kannte, und geben andere Zusatze.
- Die heil. Familie. Maria lehrt den vor ihr am Tische sitzen- den Jesusknaben lesen, und Joseph scheint rechts im Lehn- stuhle zu schlummern. Unten im Rande ist ein Distichon: Hic sedes sophiae, discit tamen etc. Rechts unten steht: Gio, Batta Del Sole F., und links: F. P. In. Bartsch glaubt, diese Buchstaben bedeuten den F. Parmeggiano. Heller (Zu- satze zum Peintre graveur p. 114) erklart aber dieses Blatt als gegenseitige Copie nach Franz Perrier. Das Blatt des Letzteren hat dieselben Verse und links unten steht: Fran- ciscus Perrier pinxit et sculp., rechts: Cum privilegio Regis.
Grösse des Blattes von del Sole: H. 5 Z. 10 L., mit 1 Z. Rand, Breit 7 Z. 8 L.
Eine Schlacht zwischen Reiterei und Fussvolk. In der Mitte vorn ist ein Greis neben dem todtren Pferde gestürzt. Links
; ren soll die Schlacht des Octavius Augustus und Marcus Antonius vorstellen. H. 8 Z. 4 L., Br. 11 Z. 3L,
- Allegorie auf die katholische Kirche. An einem Baume ruht ein Mann, welcher von einem Engel auf das Brandopfer auf der Höhe eines Felsens aufmerksam gemacht wird, Oben ist das päpstliche Wappen. Coriolis Theologicus, mit einer Menge Bänder mit Inschriften. Unten rechts: Jo. Bapta del
Sole sculpsit Mediolani. H. 23 Z. 10 L., Br. 17 Z. 8 L. Dieses Blatt kannte Bartsch nicht. R. Weigel erwähnt es zuerst in seinem Kunstkataloge, und werthet es auf 2 Thlr.
- Lucretia in Gegenwart ihrer Verwandten sich den Tod ge- bend, ein schönes und seltenes Blatt, welches in Dr. Pe- tzold's Catalog (Vienne, Artaria 1843) vorkommt. Oval fol.
Dieses Blatt ist nach Joh. Christ. Storer radirt, der 1671 in Mailand starb. Es gehört zu einer Folge von wenigstens 44 Blättern, an welchen auch Gio. Paolo Blanc Theil hat, Sic sind nach Fresco- und Plafondmalereien aus der Ge- schichte der Semiramis und anderer berühmten Heldinnen in reichen Compositionen. Von del Sole sind sechs Blätter, Oval qu. fol. Die Museo Folge war in der Sammlung des Grafen Sternberg - erscheid, Direktor Frenzel detaillirt sie aber nicht im Cataloge derselben,
/r : - LEIBLIETHRE HEG \ ANOAMWELSES
Digitzed by Google
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_LMQ-AAAAcAAJ