Solario, Cristoforo, Bildhauer, genannt il Gobbo, soll nach Lomazzo der Bruder des Andrea de Solario gewesen seyn, was wohl nicht richtig ist, da der Künstler auch Cristoforo Lombardo genannt wird. Ticozzo nennt ihn Solari Milanese, und spricht im Allgemeinen von den Registern des Domes in Mailand und der Carthause von Pavia , in welchen er neben Agost. Busto il Bam- baja, Andrea Fusina, Agrati u. a. Künstlern vorkommt, die für die genannten Kirchen gearbeitet haben, nämlich gegen Ende des 15. Jahrhunderts und in den ersten Decennien des folgenden. Von Solario sind an der Vorderseite des Domes in Mailand die Statuen von Adam und Eva, der Judith, des Lazarus, des hl. Pe- trus, der Heiligen Eustach, Rochus, Lucia, Agatha, Helena u. a. Wenigstens werden ihm diese Werke von Lomazzo zugeschrieben, obgleich Ticozzi sagt, man könne aus den Registern nicht ersehen, welche Arbeiten von ihm herrühren. In der Carthause zu Pavia sollen einige der schönsten Basreliefs von ihm seyn. Man legt ihm schon von Altersher zwei Basreliefs vom feinsten Marmor bei, welche die Figuren des Ludovico il Moro und der Beatrice d'Este enthalten. Sie kamen aber aus der Kirche delle Grazie zu Mail- land in die Carthause, und wurden am Grabmale des Gründers derselben angebracht. Lomazzo nennt diesen Solario auch bestell- ten Baumeister der Kirche des Campo santo in Mailand, in welcher die Statue des hl. Sebastian von ihm herrühren soll. In der Ca- pelle del Angelo im Dome zu Mailand, und in St. Maria della Carita zu Venedig sollen andere Werke dieses Meisters seyn.
Ferner bemerken wir, dass der Künstler Solari und nicht So- lario heisse, wie Lomazzo ihn nennt, es müsste denn die Ortho-
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