Sokrates, der berühmte Philosoph, war früher Bildhauer, so wie sein Vater Sophroniscos, von welchem aber kein Werk genannt wird. Dieser letztere gehört noch der altattischen Schule an, und arbei- tete schon um Ol. 69. 4., während Sokrates Ol. 77. 4. geboren wurde. Dass Sokrates die Bildhauerkunst geübt habe, beweiset Diongenes Laertius, welcher im Leben des Sokrates diesen einen Sohn, worunter Hemsterhuis irrig einen Steinmetzen ver- muthet. Auch Lukianos Nigr. bezeichnet ihn als gewandten Bild- hauer. Pausanias nennt Werke von ihm, wie die Statue des Her- mes am Eingange der Propyläen (daher Propylaeos) zu Athen , und eine Gruppe der drei Grazien, die er noch bekleidet darstellte. Dieses Werkes erwähnt auch Plinius , zählt aber den Meister un- ter die Erzgiesser, so wie seinen Vater. Pausanias I, 22. 8. spricht sich an Ort und Stelle über den Verfertiger der genannten Werke nicht bestimmt aus, sagt nur, Sokrates, jener Weise, dem die Pythia das Zeugniss gab, dass er der Weiseste sei, soll sie gefertigt haben; an einer anderen Stelle IX. 35. 2. nennt er aber geradehin den Sokrates als Bildner der Chariten vor dem Eingange der Burg, und bemerkt, dass er die Göttinnen bekleidet dargestellt habe, während sie später nackt gebildet wurden.
Ein anderer Sokrates lebte in Theben, und war Zeitgenosse des Pindar. Er fertigte mit Aristomedes ein Bild der Cybele aus pentelischem Marmor, welches Pindar im Heiligthume der Göttin zu Theben aufftellte, Pausanias sah diese Statue nach, die nach seiner Aussage auf einem Throne sass. Pindar starb Ol. 86. 2., und somit können wir auf die Lebenszeit des Meisters schließen.
Ein dritter Sokrates wird von Plinius unter die Maler gezählt, die Ol. 110 — 120 lebten. Er nennt von ihm einen Aeacus mit der Hygea und den drei Töchtern des ersteren. Besonders aber gefiel ihm das Bild eines Säuers, dem der Esel seine Arbeit wie- der wegtrug, sobald sie fort-rückte. Plinius sagt, die Gemälde die- ses Meisters hätten mit Recht jedermann gefallen. Er bringt ihn mit Melchophanes zusammen.
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