Sohn, Carl Ferdinand

Sohn, Carl Ferdinand, sches, und in der Ausführung ausgezeichnetes Gemälde, wozu ihm das bekannte Bild der drei Schwestern von Palma Vecchio im Berliner Museum das Motiv der Anordnung geliefert haben soll. Es ist unter dem Namen der beiden Geschwister bekannt, die im Gegensatze zu den Leonoren stehen. In diesen Gestalten findet man nach der Angabe im Kunstblatte Nro. 21 desselben Jahres zwar nicht die weiche Süssigkeit des erwähnten Bildes, aber eine ungleich größere Kraft und Freiheit in Bezeichnung des Charakteristischen,

Die Blonde besonders ist mit einer reizenden Keckheit ausgestattet. Dieses Bild ist im Besitze des Herrn von Prillwitz. Aus dem Kreise der religiösen Darstellung nennen wir besonders zwei Madonnen- bilder, das eine schreitend, das andere als Himmelskönigin gedacht.

An diese Werke reihen sich noch mehrere andere, da die Zahl von Sohn's Bildern schon sehr bedeutend ist. Sie bestehen mei- stens in Darstellungen von sentimental-romantischen Situationen in frischester Sinnlichkeit, die aber immer ästhetisch rein erscheint und unter den Gesetzen einer hohen Schönheit steht. Er hat, wie Püttmann (Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen, Leipzig 1853) mit Recht sagt, das Nackte emancipirt, die Carna- tion, überhaupt die Farbe zum höchsten Glanz gebracht, und den- noch das Sinnliche stets decent gehalten. Sohn's eminente Vor- züge in dieser Beziehung wurden indessen schon früher hervorge- hoben, namentlich im Berichte der Berliner Kunstausstellung 1850 S. 12, welcher aus Rugler's Museum abgedruckt ist. Da lesen wir, Sohn sei Meister im Bereiche der Carnation. Seine Darstel- lung des Nackten zeichne sich durch einen Schmelz, durch eine Wärme, Licht und Leben der Farbe aus, wie sie die Vorzeit nur bei den grossen Künstlern der Schulen von Venedig und Parma kennen gelernt habe. Jene Weichheit und Milde des Tons, wel- che der Italiener Morbidezza nenne, besitze er in vollem Maasse. Es sei der schwierigste Theil der malerischen Technik die Dar- stellung der äussersten Oberfläche des menschlichen Körpers, jenes selbstständigen Lebens, jener zarten Elasticität und Porosität der Haut, worin Sohn von keinem Zeitgenossen übertroffen werde. Zur bildlichen Darstellung nackter Körperformen gebe im Allge- meinen die Mythe des klassischen Alterthums vorzüglich Gelegen- heit, und so gehören auch mehrere von Sohn's Gemälden, nament- lich der früheren Zeit, diesem Mythenkreise an.

Sohn hat aber auch noch in anderen Theilen der malerischen Darstellung grosse Vorzüge. Bei der Anordnung seiner Bilder, besonders in Bildung und Drapirung schöner Frauengestalten,

gibt sich stets das feinste Gefühl und auserlesener Geschmack und, und da Formen und Farben anmuthig wirken, und auch die Umgebung lieblich erscheint, so muss stets das Auge in Armida's Elysiumgarten gefangen werden. Seine früheren Gemälde sollen etwas nachgedunkelt haben, was man dem häufigen Gebrauche des Asphalts zuschreibt. Seine späteren Bilder sind aber alle von grosser Wärme und Klarheit.

Sohn ist auch ein ausgezeichneter Portraitmaler, dem es weni- ger um die unmittelbare Uebertragung der Züge des Originals, als um die Auffassung des Charakters im Allgemeinen zu thun ist. Doch sind seine vorzüglichsten Bildnisse auch von frappanter Aehnlichkeit und von einer Lebenswärme, wie wir sie nur in Werken von Meistern erster Grösse finden. Darunter sind beson- ders einige Damenbildnisse, die in Bezug auf Reiz der Auflas- sung und auf Farbenzauber ihres Gleichen suchen.

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Das Bildniss von C. F. Lessing, lith. im Salon Europas von Dr. Güntz. Die Himmelskönigin, lith. von J. W. Maassen für das Düsseldorfer Kunstvereinsheft, fol. Die Lautenspielerin in der Sammlung des Consuls Wagener, lith. von C. Wildt, gr. fol. Auch Beck hat dieses Bild lithographirt, fol.

Der Raub des Hylas, gest. von Mandel für die Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Grafen Raczynski, gr. fol. Oldermann hat dieses berühmte Bild lithographirt, fol.

Die Leonoren, nach Güthe's Tasso, lith. von Wildt, gr. fol. Diese Darstellung hat auch J. G. Schall lithographirt, sowie Beck und Zöllner, fol. Rinaldo und Armida, lith. von B. Weiss, gr. fol. Romeo und Julia, gest. von G. Lüderitz in Mezzotinto, 1841, roy. fol. Dies ist das Gegenstück zu F. Oldermann's Tancred und Chlorinde, nach Hildebrandt.

Ein kleinerer Stahlstich ist im Miniatur-Salon, Frankfurt bei Säuerländer. Die beiden Schwestern, lith. v. C. Wildt, fol.

Wir kennen von Sohn auch ein radirtes Blatt als Illustration eines Liedes von Reinick: Des Mädchens Geständniss. Es kommt in folgendem Werke vor: Lieder eines Malers (Reinick's) mit Randzeichnungen seiner Freunde. Düsseldorf 1853, gr. 4.

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