Sogliani, Giovanni Antonio

Sogliani, Giovanni Antonio, Maler, geb. zu Florenz 1481, war nach Vasari 24 Jahre Schüler des Lorenzo di Credi, und stand diesem bei seinen Arbeiten als Gehülfe zur Seite. Nach Verlauf dieser Zeit trat er als selbstständiger Künstler auf, und malte meh- rere Bilder in der Weise des B. della Porta. In der Kirche zu Anghiari ist eine Darstellung des Abendmahles, welches Vasari im Vorbeigehen erwähnt. Dieses Gemälde hat eine auffallende Aehn- lichkeit mit dem Abendmahle des Andrea del Sarto in der Abtei Vallombrosa bei Florenz , und A. Benci (Lettere sul Casentino. Firenze 1821) stellt daher die Vermuthung auf, Andrea habe den Sogliano nachgeahmt, was kaum zu glauben, da Sogliano jünger als jener Meister ist, und dieser damals bereits auf mannigfaltige Weise seine Kräfte geübt hatte. A. Reumont (Andrea del Sarto S. 165) weist daher die Anschuldigung, als habe er die Erfindung eines andern gestohlen, mit Entschiedenheit zurück. Das von An- drea unvollendet hinterlassene Bild der Confraternität der Wund- male in Pisa vollendete Sogliani. Es stellt die thronende Madonna mit dem Kinde und zu ihren Seiten zwei Engel vor. Ehedem war es auf dem Hauptaltare der Compagnia delle Stimate, und seit 1785 ist es im Dome zu Pisa. In S. Lorenzo zu Florenz sieht man ein Gemälde, welches S. Arcadins und andere Märtyrer am Fusse des Kreuzes vorstellt, gestochen von G. B. Cecchi für die Etruria Pitttrice von M. Lastri, gr. fol. In Aspleyhouse in England ist von ihm eine Anbetung der Hirten, welche nach Waagen irrig dem Perugino zugeschrieben wird. In der Sakristei des Domes zu Pisa sieht man ein Gemälde mit Cain und Abel, welches an Verdienst einem Werke des Leonardo da Vinci nicht viel nachsteht. Daselbst ist auch eine Madonna mit mehreren Heiligen von P. del Vaga, welche Sogliani vollendet hatte. Sie ist jetzt retouchirt, aber noch eine Zierde des Domes. In Pisa malte Sogliani mehrere Bilder, in welchen er einem Perino del Vaga, Mecherino und A. del Sarto gleichkommt. Sogliani ist überhaupt ein Meister von Bedeutung, der seinen Gestalten Würde, Innigkeit und Grazie zu verleihen wusste. Vasari gedenkt daher seiner mit grosser Achtung, da er auch in Zeichnung und Färbung den Anforderungen der Kunst entspricht.

Sogliani erreichte ein Alter von 52 Jahren, und starb eines schmerzlichen Todes. Sein Steinleiden versetzte ihn oft in einen Zustand von bedenklicher Schwermuth.

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