Soggi, Niccolo

Soggi, Niccolo, Maler, genannt Sansovino, wurde zu Flo- renz geboren, und angeblich von P. Perugino unterrichtet. Er trat in Florenz als ausübender Künstler auf, fand aber hier kein Glück, da er wohl ein fleissiger Arbeiter war, aber kein grosses Talent besass. Statt sich eines genauen Studiums der Natur zu befleissen, wählte er Modelle von Thon und Wachs, die er mit nassem Papier oder Pergament bekleidete, wodurch seine Draperie

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Ein steifes Ansehen erhielt, Auch wusste er seinen Figuren kein Leben einzuhauchen. Er musste daher wegen Mangel an Erwerb Florenz verlassen, und liess sich in Arezzo nieder, wo er Beschäf- tigung fand. In der Kirche Madonna delle Lagrime ist eine Ge- burt Christi von ihm. Auch in andern Kirchen der Stadt und de- ren Umgebung sind Bilder von ihm. In Prato liess Messer Baldo Magini ein marmornes Tabernakel durch ihn mit einem Madonnenbild zieren, da ihn A. San Gallo, der Erbauer des Ta- bernakels, empfohlen hatte. Früher wurde denn Andrea del Sarto die Arbeit zugesagt, allein man stimmte den Messer Baldo zu Gunsten des armen Soggi, der im Wahne stand, er könne sich seines Auftrages zur vollen Zufriedenheit entledigen, was freilich nicht der Fall war. Er stellte da die von Gott dem Vater gekrönte Madonna mit Heiligen dar, und brachte auch den Besteller knieend an. Soggi glaubte, er habe da ein Werk geliefert, an welchem je- der seine Freude haben sollte, allein Vasari bemerkt, er habe da- mit weder sich, noch dem San Gallo, der ihn empfohlen, Ehre gebracht. Soggi war nicht nur ein mittelmässiger Maler, sondern glaubte auch, er werde von keinem übertroffen. In der letzten Zeit seines Lebens gerieth er in Armuth, vor welcher ihn ein Jahr- geld Julius II. schützte. Starb 1554 in Arezzo.

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