Slingeland, Pieter van, Maler, geb. zu Leyden 1640, war Schü- ler von G. Dow, mit welchem er in unsäglicher Geduld in Aus- arbeitung seiner Werke wetteiferte, aber ohne die übrigen Ver- dienste des Meisters in sich aufzunehmen. Descamps ist im Irr- thum, wenn er in Bewunderung des Fleisses, mit welchem Sling- eland zu Werke ging, auch in letzterer Hinsicht denselben über Dow setzen möchte. Kenner, die viele Gemälde dieses Meisters verglichen haben, wie Dr. Waagen, behaupten, dass er zwar in Technik und Färbung dem G. Dow öfters nahe- komme, an Geist und allen anderen Eigenschaften ihm aber desto mehr nachsteh Ein Beispiel seines unendlichen Fleisses liefert das Meerman'sche Familienbild im Museum des Louvre, an welchem er drei Jahre arbeitete, was wohl glaublich ist, wenn man weisst, dass er an den Manschetten und am Halskragen des Knaben einen ganzen Monat malte. Die Familie erscheint in einem reich decorierten Zimmer, wo der Mohr einen Brief überreicht. Dies ist das Haupt- werk des Meisters, welches aber nicht allein das Verdienst der- barer Ausführung hat, sondern auch nicht ohne Haltung,
Die Werke Slingeland's sind nicht häufig, da der Künstler zu viel Zeit auf die Ausführung verwendete. Auch erreichte er nur ein Alter von 51 Jahren. Es könnte auch ein Bild von Jak. van der Sluys für ein solches von Slingeland genommen werden. In R. Weigel's Catalog Nr. 3123 ist sein von ihm selbst auf Perga- ment in Aquarell gezeichnetes Bildniss angegeben, mit dem Namen und der Jahrzahl 16070 bezeichnet. Bei d'Argensville ist Slinge- laant's Bildniss in Kupfer gestochen. Auch G. C. Kilian stach sein Bildniss.
Das berühmte Bild der Spitzenklöpplerin ist in Hanfstängel's Dresdner Galleriewerk lithographirt, sowie das genannte Bild der Musiklektion. Die Spitzenklöpplerin ist auch durch einen Stich von Basan bekannt (L'ouvriere en dentelles) fol. Ploos van Am- stel imitirte eine farbige Kreidezeichnung, die Hausfrau und Kö- chin. Von A. F. Brauer haben wir ein gut radirtes Blatt mit der Halbfigur eines Rauchers bei Lichtbeleuchtung, fol. C. H. Meurs stach ebenfalls ein Genrebild von Slingeland, wir wissen aber den Inhalt nicht anzugeben.
A. Blooteling stach das Bildniss des Gottesgelehrten C. Witti- chius, und Ph. Bottats jenes des Professors D. Knibbe.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_LMQ-AAAAcAAJ