Skell, Friedrich Ludwig VON

Skell, Friedrich Ludwig VON, Zeichner, k. bayerischer Hof- Garten-Intendant, wurde 1750 zu Nassau-Weilburg geboren, und als der Sohn eines Hofgärtners schon frühe zum Zeichnen ange- wiesen. Er liebte vor allen landschaftliche Darstellungen, studierte auch Mathematik, Architektur und Mechanik, und da er sich mit grosser Vorliebe der Botanik und der höheren Gartenkunst wid- mete, so hatte er bald das weiteste Feld erworben. Eine Reise nach Frankreich , wo er in den Gärten von Versailles , Trianon u.a. den Kreis seines Wissens bedeutend erweiterte, veranlasste ihn zur Anfertigung verschiedener Pläne von Gärten mit ihren Bau- thätsen, und diese Arbeiten gaben die Veranlassung, dass ihn der Churfürst nach England schickte, um auch mit der Gar- tenkunst jenes Landes vertraut zu werden. Er lernte bei dieser Gelegenheit den berühmten Chambers kennen, so wie den Garten- künstler Brown u. a., und als Resultat seiner Studien brachte er eine grosse Anzahl von Zeichnungen der schönsten Gartenanlagen mit ihren Gebäuden mit sich in die Heimath. Den Weg dahin nahm er durch Holland und Belgien , wo er überall den reichsten Stoff zu Studien fand, und die Folge seiner Bemühungen war eine einzige Umgestaltung des deutschen Gartenwesens. Er verdräng- te den französischen Bux- und Schnörkelgeschmack, räumte der Natur in freieren Anlagen ihre vollen Rechte ein, und zog auch die Plastik in seinen Bereich, die sich aber nur in einzelnen wür- digen Gestalten, nicht mehr in ihrer früheren Anhäufung barocker Formen zeigen durfte. Skell fertigte eine Menge Pläne zu Gar- tenanlagen, sowohl im In- als im Auslande. Im Jahre 1775 trat er in Dienste des Churfürsten von der Pfalz, und 1777 begann er die Anlage des berühmten Schwetzinger Gartens. Von nun an wurde Skell von allen Seiten her mit Plänen zu Gartenanlagen beschäftiget, deren aber im Verlaufe der Zeit viele vernachlässiget, oder zerstört wurden. Im Jahre 1793 ernannte ihn Churfürst Maximilian IV. an Pigage's Stelle zum Gartenbaudirektor, in wel- cher Eigenschaft er theils in Mannheim, theils in Schwetzingen verbleiben durfte. Im Jahre 1804 erhielt er aber einen Ruf als Hof- garten-Intendant nach München, wo noch gegenwärtig der An- denk dieses Mannes gesegnet wird. Er schuf unter den Ausp!- zien des Königs Maximilian, und unter Zuziehung des Grafen Rumford den grossen englischen Garten bei München, welcher un- ter den deutschen Parkanlagen seines Gleichen sucht. Am See die- ses Gartens steht auch ein Monument des Künstlers, wobei König Ludwig die Verdienste Skell's, die schon König Maximilian mit dem Civilverdienst-Orden der k. bayerischen Krone belohnte,

Dann hat man von Skell auch ein Werk, in welchem er seine Erfahrungen in einem wissenschaftlich geordneten Ganzen vor- legt. Unter dem Titel: Beiträge zur bildenden Gartenkunst für an- gehende Gartenkünstler und Liebhaber. Mit 8 Steindrücken. Mün- chen 1818, 8.

Ritter von Skell starb zu München 1823. Sein Nachfolger,

C. A. Skell, ein Verwandter unseres Künstlers, gab eine Beschrei- bung des Lustschlosses Nymphenburg und seiner Gartenanlagen heraus, mit einem Plane des Hofgartens,

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