Sisenando, Antonio, Kupferstecher , war in Lissabon Schüler von J. Carneiro und begab sich dann 1788 zur weiteren Ausbildung nach Rom . Er nahm sich den Volpato zum Vorbild, dessen Un- terricht er nur kurze Zeit genoss. Im Jahre 1792 kehrte er Lissabon zurück, wo ihn Machado (Colegio de Memoria etc Lisboa 1823) noch unter die Lebenden zu zählen scheint.
Die Geschichtschreiber von St. Maria Novella glauben, dass die beiden Fratres in Florenz noch mehrere andere Gebäude er- richtet haben; es ist aber diess nur vom Bau der Kirche St. Maria Novella nachweisbar. In der Guida von 1841 wird ihnen zwar die kleine Kirche von S. Remigio zugeschrieben, wegen der Aehn- lichkeit des Styls mit jenem der genannten Kirche; allein P. Ri- chia nimmt für S. Remigio ein höheres Alterthum in Anspruch. Dabei kann aber nur vom alten Baue die Rede seyn, denn die jetzige Gestalt erhielt die Kirche nach F. Fantozzi (Nuova Guida ) erst um . Damit fällt auch die Angabe derjenigen, welche behaupten, dass S. Remigio unsern Dominikanern beim Baue von St. Maria Novella zum Modelle gedient habe. Dieser
Angabe stimmt zwar Marchese nicht bei, glaubt aber doch, dass S. Remigio um 1428 nur eine einfache Restauration erlebt habe, weil man nach dem Umschwung, welchen die Architektur in Flo- renz durch Brunelleschi und Leo Battista Alberti erfahren, nicht mehr im gotischen Style baute, dessen Elemente in dem genann- ten Kirchlein noch herrschend sind.
Ein Werk, welches aber unbestreitbar den Ruhm dieser from- men Klosterbrüder verkündet, ist die Kirche von St. Maria No- vella, welche da erbaut wurde, wo die alte Kirche S. Maria tra- ]e Vigne stand, welche den Prediger Mönchen 1221 eingeräumt wurde. Diese Kirche erweiterte später (nach 1250) der Prob. Ca- valcanti, allein nach einigen Jahren konnte dieselbe die Zahl der Gläubigen nicht mehr fassen, und Cavalcanti beschloss daher, eine neue prächtige Kirche zu bauen. Das Unternehmen zog sich in- dessen mehrere Jahre hinaus, und als endlich die Mittel vorhan- den waren, der Plan der beiden Brüder genehmigt, und die Zeit zum Baue bestimmt war, starb Cavalcanti. Den Grundstein legte der päbstliche Legat Latino Malabranca den 8. Oktober 1278 alten Styls. Der Bau schritt jetzt rasch fort, da den Meistern treu- liche Werkleute (muratori e scarpellini) zur Seite standen, lauter Klosterbrüder, so dass kein einziger weltlicher Künstler beim Baue war. Doch erlebten die beiden Brüder die Vollendung des Baues nicht, Fra Giov. da Campi und Fra Jacopo Talenti vollendeten die Kirche und bauten das neue Kloster. Die Kirche hat die Form des lateinischen Kreuzes in drei Schiffen (Länge br. 168. 6. 8., Breite br. 71. 15. 6). Sie ist ein Werk des germanischen Styls von vorzüglich harmonischer Durchbildung.
Der Ruf der Meister dieser Kirche verbreitete sich auch nach Rom, und daher berief sie der Papst, um ihnen die Leitung eines Baues zu übertragen. Von diesem Rufe erwähnt das genannte Necrologium von S. Maria Novella, bestimmt aber die Zeit nicht, in welcher dies geschah. Marchese glaubt daher, der Cardinal Legat, der in Florenz den Grundstein zur Kirche legte, habe dem Papst Nicolaus III. die Künstler empfohlen, so dass diese 1280 nach Rom kommen konnten, in welchem Jahre der Cardi- nal starb. Marchese glaubt ferner, dass Sisto und Ristoro zum Baue der Kirche von S. Maria sopra Minerva berufen worden seien, und dass sie denselben einige Zeit geleitet haben dürften, Die Benediktiner überliessen 1274 die kleine Kirche dieses Namens dem Prediger-Orden, der Bau der neuen Kirche scheint aber erst später begonnen zu haben, da sich bei P. Fontana ein Breve Ni- colaus IV. d. d. 24. Juni 1280 findet, welches der Papst an die Senatoren Gio. Colonna und Pandolfo Savelli richtet, und worin er sie ersucht, den Predigern die zugesicherte Beisteuer zum Bau der neuen Kirche nicht zu versagen. Die Worte quam itaque dicta ecclesia incipiatur fabricari ad praesens» deutet auf den Beginn des Baues im Jahre 1280 oder bald darauf. Ristoro kehrte bald wieder nach Florenz zurück, Sisto blieb aber noch mehrere Jahre in Rom, wahrscheinlich mit dem Baue beschäftigt, welcher in einem Breve Bonifaz VIII. d. d. 21. Jänner 1295 ein kostspieliger genannt wird. In älteren Werken herrschen über die Schenkung der Benediktiner und über die Zeit des Baues irrige Angaben, die sich noch in der Guida di Roma 1842 wiederholen. Auch d'Ancourt lässt diese Kirche erst im Pontificate Gregor XI. (im 14. Jahrh.) erbauen. Dass Sisto den Plan zu dieser Kirche ge- macht habe, ist aber nur mutmaßlich zu bestimmen. Marchese findet zwar Ähnlichkeit im Style mit der Kirche von S. Maria Nov.
Fra Sisto starb zu Rom 1280, Fra Ristoro in Florenz 1283. Vasari erwähnt ihrer im Leben des Gaddo Gaddi, Bottari in einer langen Note zum Leben des F. Angelico, Baldinucci im Leben des Arnolfo, und Cicognara bedauert es, dass Meister dieser Größe fast mit Vergessenheit bedeckt seyen. Marchese hat sie 1345 der Geschichte zurückgegeben. Unser Artikel über Ristoro ist daher ungenügend,
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