Sirani, Giovanni Andrea

Sirani, Giovanni Andrea, Maler, geb. zu Bologna 1610, war Schüler von Giac. Cavedone und Guido Reni. Sein Vorbild blieb Letzterer, welchen er mit solchem Glücke nachahmte, dass eine Verwechslung stattfinden konnte. Er vollendete nach Guido's Tod dessen grosses Gemälde des heil. Bruno in der Carthause zu Bo- logna, und mehrere andere Bilder des Meisters. Früher retouchirte G. Reni öfters die Gemälde seines Schülers, so wie fast alle in der Weise Guido's behandelt sind, die früheren in der zweiten und die späteren in der letzten Manier desselben. Was darunter zu verstehen sei, ist im Artikel Reni's gesagt. In S. Martino zu Bo- logna ist ein schönes Crucifix von ihm, ähnlich jenem Guido's in S. Lorenzo in Lucino, oder jenem in der Gallerie zu Modena . In der Carthause zu Bologna ist das Abendmahl des Pharisäers, und in S. Giorgio daselbst die Verlobung Mariä von ihm gemalt.

In der Pinakothek zu Bologna sieht man eine Darstellung der jungen Maria im Tempel. Simeon empfängt sie mit offenen Ar- men. Die Eltern und andere Personen folgen. Dieses Bild war im Oratorio de' Preti, via del Begato, und Rosaspina hat es gesto- chen. In der Pinakothek ist auch das Gemälde aus der Capelle Foresti in der Kirche dell' Osservanza, bekannt unter dem Namen der B. V. della Concezione. Die heil. Jungfrau steht auf dem Halb- monde mit Engeln zu den Seiten, und oben erscheint Gott Vater. Ein anderes Bild aus derselben Capelle, und jetzt in der Pinako- thek, stellt den heil. Anton von Padua dar, wie er kniend das Jesuskind empfängt. Im Dome zu Piacenza sieht man seine zwölf Crucifixe, ein schönes Bild, welches andere der Elisabeth Sirani zuschreiben. Letztere ist die Zierde der von unserm Sirani in Bo- logna gegründeten Schule. Der Meister starb 1670 in Bologna. In der Felsina pittrice III. 60, und bei Malvasia II. 451 ist das Bildniss des Meisters.

Malvasia legt dem G. A. Sirani 10 radirte Blätter mit Liebes- göttinnen bei, welche V. Serena dem Guasta Villani dedicirte. Auch zwei andere Blätter, Saturn und die Fama vorstellend, legt ihm Malvasia bei, ist aber mit seiner Angabe im Irrthum, welchen Gouri

Als eigenhändige, malerisch und meisterhaft behandelte Radier- ungen bleiben dem Meister seit Bartsch nur zwei Blätter.

  1. Lucretia sich durch den Dolch den Tod gebend. Sie sitzt am Tische, auf welchen sie den rechten Arm stützt, wäh- rend sie den Dolch in der Linken hält. In der Mitte un- ten ist das Wappen des Cardinals Pauletti und die Dedica- tion: All. Ill.mo R.mo mio S. e Pron. Col.mo Mons. Archid. Pauletti, H. 7 Z. 3 L. mit 1 Z, 6 L. Rand, Br. 5 Z. 1 L.

I. In der Grösse der ursprünglichen Platte. H. 8 Z. 10 L., Br. 7 Z. Bei Weigel 2 Thlr. II. Von der verkleinerten Platte, und mit Dedication, wie oben.

  1. Apollo und Marsyas. Letzterer erscheint links des Blattes am Arm an einen Baumstamm gebunden, mit dem rechten Knie auf dem Boden und das linke Bein ausgestreckt. Apollo mit dem Messer ist vor ihm auf den Knien und schindet den vermessenen Satyr. Vorn, wo die Flöte liegt, steht: Siranus. Oval. H. 5 Z., Br. 7 Z. 5 L.

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