Simon, Friedrich, Maler, wurde 1800 in Heidelberg geboren, und daselbst für seine Laufbahn vorbereitet, welche er dann in München mit Glück betrat. Er besuchte von an mit Eifer die Akademie, machte auch Studien nach den reichen Schätzen der k. Pinakothek, und sah sich bei einer großen Vorliebe für die Genremalerei bald in den Stand gesetzt, in eigenen Compositionen seine Kräfte zu versuchen. Er malt Scenen aus dem Volks- leben, deren mehrere durch eine glücklich angebrachte Nachtbeleuchtung, so dass er in diesem Fache mit F. W. Schön und M. Müller wetteifert, welche ebenfalls in München ihren Ruf gründeten. Simon's Bilder sind bereits ziem- lich zahlreich und in verschiedenen Händen, theils durch unmittel- baren Ankauf, theils durch die Verloosungen des Kunstvereins in München. Unter diesen nennen wir die Kirchweih im bayeri- schen Gebirge, den alten Mann mit dem aufwartenden Hunde, die Gemüsehändlerin mit der Sechsertabelle 1838; den Senners- buben, die zwei Wildschützen 1839; das Mädchen am Fenster, Nacht- stück, den Geizhals bei Lichtbeleuchtung 1840; die Heimkehr vom Christmarkt, das Mädchen, welches die Ratze füttert, den Poeten in seinem Dachstübchen, das Bauernmädchen den Liebhaber er- wartend 1841; den Wirth, wie er das Glas gegen das Licht hält, den Musikanten, den Dultwächter mit einem Betrunkenen 1842; die Sennersfrau mit dem Buche, die reisenden Handwerksburschen, den Wilddieb in der Sennhütte 1843; die Musikstunde, eines der schönsten Nachtstücke, den Schneider, welcher ein Kleidungsstück aufzeichnet 1844; den Geistlichen zu einem Sterbenden geleitet, bei Fackelbeleuchtung, den Dichter, wie er mit dem Lichte in der
Hand durch das Fenster die Katzen am Dache verjagen will, ein
sehr humoristisches Bild von 1845.
Simon hat in letzterer Zeit in seiner Nachtmalerei bedeutende Fortschritte gemacht, wie denn überhaupt die Bilder dieser Art zu seinen Hauptwerken gezählt werden müssen, da sie ausser der effectvollen Beleuchtung auch noch das Verdienst einer naturgetreuen, und theilweise echt humoristischen Auffassung haben.
Einige seiner Bilder sind auch durch die Lithographie be- kannt. Glück hat nach ihm gestochen. Unter den artistischen Beilagen der Münchner Blätter von R. Lecke sind die betrunkenen Recruten in lithographischer Nachbildung.
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