Simon, Alexander, Maler von Stuttgart , besuchte die Kunstschule daselbst, und begab sich dann zur weiteren Ausbildung nach Ita- lien. Nach seiner Rückkehr ins Vaterland fand er zunächst in Weimar einen seinem Talente angemessenen Wirkungskreis, wo
er seit einigen Jahren zum Ruhme der Kunst thätig ist. Seine früheren Werke bestehen in Darstellungen aus dem romantischen
Mittelalter und aus Dichtungen der neueren Periode, theils in Zeich- nungen, theils in Oelbildern behandelt. Ein umfassendes Werk bilden seine Scenen aus dem Oberon in Arabeskenform, welche
im Wieland's Zimmer des grossherzoglichen Schlosses zu Weimar
als Einfassung grösserer Gemälde dienen, und die eben so poetisch erdacht, als sinnvoll und mit Geschmack ausgeführt sind. Simon offenbart da ein dem M. v. Schwind verwandtes Talent, welches
sich mit grosser Selbstständigkeit bewegt. Jeder der acht langen
Streifen dieses Zimmers fasst einen für sich bestehenden Abschnitt des Wieland'schen Gedichtes, und 1830 war das Ganze vollendet,
Dann beschäftigte den Künstler auch das romantische Leben, welches sich in der Wartburg entfaltet hatte. Ein grösseres Ge- mälde, in welchem der Stoff jener früheren Zeit entnommen ist, besitzt jetzt die Grossherzogin von Weimar, nämlich eine Episode
aus dem Sängerkrieg auf der Wartburg. Simon hatte sich schon früher mit Studien über den ältesten Zustand dieses ehrwürdigen
Gebäudes befasst. Im Jahre 1830 setzte er mit Genehmigung des
Ministeriums seine Untersuchungen am Gebäude selbst fort, und dabei zeigte sich, dass Fassade und Giebel des sogenannten hohen
Hauses, des eigentlichen Palastes, noch grösstentheils in den Mau- ern vorhanden und nur ersetzt seyen. Er fertigte nach den vor-
handenen Spuren Aufrisse der Haupt- und Nebenseite, nach wel-
chen sich ein imposantes Gebäude romanischen Styls zeigt. Der Grossherzog liess daher unter seiner und des Ober-Baudirektors Coudray Leitung das Gebäude möglichst wieder in dem
alten Stande herstellen.
Eines seiner neuesten Gemälde gibt in grossartig allegorischer Auffassung die Freiwerdung des menschlichen Geistes, worüber sich der Nürnberger Correspondent 1845 Nro. 288 ausführlich befasst. In der oberen Abtheilung erscheint Zeus, Moses und Christus,
und unten Philosophen und Dichter der neueren Zeit, wie Vol-
taire, Shakespeare, Schelling, Hegel, u. s. w.
Einige Compositionen dieses Meisters sind auch in Nachbil- dungen bekannt. Eichens stach Illustrationen zu Wieland's Obe- ron, wovon 1844 das erste Blatt erschien, fol. Für das Panorama
der deutschen Classiker, I, Stuttgart 1845, sind einige seiner Zeich-
nungen lithographirt.
Simon C A., s. Alexander Simon.
Simon von Coeln, nennt Fiorillo in seiner Geschichte der zeich- nenden Kunst in Spanien IV, 55. einen Architekten, der mit seinem Vater Jakob, dem Erbauer des Klosters Miraflores, nach Stillell ging, um mit diesem zu arbeiten. Den Vater soll der Schlof
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