Silvestre, Louis de

Silvestre, Louis de, Maler, der dritte Sohn des Israël Silvestre,

wurde 1675 zu Paris geboren, wo ihn C. le Brun und Bon Bou- logne bereits zum tüchtigen Maler herangebildet hatten, als er nach Rom sich begab, um seine Studien zu vollenden. Er wurde da von C. Maratti sehr freundlich aufgenommen, dessen Kunstweise auf Silvestre einen bedeutenden Einfluss übte, so wie er von dieser Zeit an ausschliesslich der italienischen Manier huldigte. Nach seiner Rückkehr wurde er Professor an der k. Akademie zu Paris, da sich schon von Italien aus sein Ruf verbreitet hatte, welchen die Werke, die er jetzt in Paris ausführte, noch steigerten. Zu seinen vorzüglichsten Bildern aus jener Zeit gehört die Heilung des Lahmen vor der Thüre des Tempels in Jerusalem , welche in Notre-Dame aufgestellt wurde, und das lebensgrosse Bildniss Lud- wigs XV., welches er gemalt hatte, jetzt in der Gallerie zu Dresden. Seine Werke sind aber in Frankreich nicht zahlreich, indem der Künstler als Hofmaler nach Dresden berufen wur- de, wo die Könige August II. und III. von Polen seine Kunst be- wunderten, und im Verlaufe von dreissig Jahren diesem Künstler die höchsten Ehren erwiesen. August III. erhob ihn in den Adelsstand, und dehnte diese Begünstigung sogar auf seinen Bruder Charles François aus. Während dieser Zeit führte Silvestre theils in Dresden , theils in Warschau zahlreiche Werke aus, sowohl in Fresco, als in Oel, woran auch seine Gattin, Maria Catharina Herault, theilweisen Antheil hat. Er malte die Bildnisse des Kö- nigs und der Königin, so wie viele andere Portraits hoher Perso- nen. In der k. Gallerie sieht man von ihm ein 17 F. 6 Z. hohes und 23 F. 9 Z. breites Gemälde, welches die Zusammenkunft der Kaiserin Amalia von Oesterreich mit König August II. von Polen und dessen Familie zu Neuhaus in Böhmen den 24. Mai 1737 vor- stellt, mit einer Menge von Bildnissen der dargestellten hohen

nach dessen Thronbesteigung gefertigt. Ausserdem ist noch ein Bild vorhanden, welches den Raub der Dejanira vorstellt. Bildnisse der genannten Könige sind in der Gallerie nicht vorhanden. Das Port- rait des Königs Friedrich August in der Gallerie zu Versailles kann nicht von unserm Künstler, herrühren, da es 1763 gemalt ist. Delaunay hat es für das Gal. hist, de Versailles par Gavard gestochen.

Die letztere Zeit seines Lebens brachte Silvestre in Paris zu. Er wurde zum Direktor der k. Akademie ernannt, und von dieser Zeit an bezog er eine Wohnung im Louvre, wo er 1760 starb. Das von A. Pesne gemalte Bildniss dieses Meisters ist von L. Zuc- chi gestochen. Auch H. Watelet stach nach Cochin's Zeichnung dessens Bildniss. Ausserdem sind noch folgende Werke von ihm gestochen.

König August III. von Polen, gest. von G. F. Schmidt.

Königin Maria Josepha, dessen Gemahlin, gest. von demsel- ben; dann von Daulle, für das Dresdner Galleriewerk,

Graf von Brühl, gest. von Balechou.

Die Heilung des Lahmen vor der Tempelpforte, gestochen von Tardieu.

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_LMQ-AAAAcAAJ