Silvestre, Jacques

Silvestre, Jacques, August de, Zeichner und Maler, wurde 1719 zu Paris geboren, und von seinem Vater Nicolaus mit sol- chem Erfolge in der Kunst unterrichtet, dass er schon als Knabe von vierzehn Jahren den königlichen Pagen Unterricht im Zei- chen ertheilte. Später, noch zu Lebzeiten seines Vaters, unterrich- tete er auch die königlichen Kinder im Zeichen, so wie denn un- ser Künstler der designirte Nachfolger seines Vaters, als Maitre a dessiner des Enfants de France war. Bereits verheirathet ging er nach Italien , um sich in seiner Kunst weiter auszubilden, und als ihn der Tod seiner Gattin nach Hause rief, bekleidete er jene Stelle mit grössten Ehren weiter. Er erwarb sich das vollkommene Ver- trauen seiner hohen Zöglinge und des Königs, so dass er in Kunstangelegenheiten häufig zu Rathe gezogen wurde, wobei er manchem guten Künstler nutzlich wurde.

Neben seinen Berufsgeschäften als Lehrer der Prinzen und Prinzessinen des königl. Hauses führte er auch viele Zeichnungen aus, die meistens in landschaftlichen, historischen und architektonischen Darstellungen bestehen. Dann beschäftigte ihn auch sein Kunst- kabinet, welches schon Israel Silvestre um 1600 angelegt hatte, und von Grossvater und Vater vermehrt wurde. Der Inhalt dieser reichen Sammlung ist durch einen trefflichen Catalog von Regnault-Delalande bekannt, welcher unter folgendem Titel er- schien: Catalogue raisonne d'objets d'Arts du Cabinet de Feu M. de Silvestre etc. Paris 1810. Dieses Cabinet war das einzige Ver- gnügen des Meisters, da er sehr schwächlicher Gesundheit war, und 22 Jahre nur von Milch lebte. Dann gingen die Stürme der Revolution über ihn hin, und gegen Ende seiner Tage hatte er nichts mehr als sein Kunstkabinet und eine Leibrente von 1000 Liv.

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