Silo, Adam, Seemaler, geb. zu Amsterdam 1670, war bis in sein dreissigstes Jahr Schiffsbaumeister und See-Capitän, endlich aber fing er unter Anleitung des Th. van Pelt zu malen an, und brachte es hierin noch zu großer Auszeichnung. Er malte Seetreffen und Stürme, an welchen besonders Peter der Gr. von Russland Bei- fall fand. Er kaufte mehrere seiner Gemälde, die noch im Palaste Monplaisir der k. Gallerie in St. Petersburg zu sehen sind. In den Sammlungen findet man Zeichnungen von ihm, in schwarzer Kreide oder in Wasserfarben, Arbeiten eines sehr geübten und tüchtigen Meisters. Dann bossirte Silo auch Bildnisse in Wachs, und noch im 80. Jahre fertigte er physikalische Instrumente, wie van Gool versichert.
Dann hat Silo auch mehrere Blätter radirt, die größtentheils selten vorkommen und in guten Preisen stehen. So werthet R. Weigel ein jedes der folgenden Blätter auf 5 Thl. Sie bilden von 1 — 6 eine Folge, die complet sehr selten zu finden ist.
Marine . In der Mitte ein grosses dreimastiges Schiff und ein kleineres Fahrzeug, gegen rechts ein Schiff mit Figuren
Marine. In der Mitte erscheint ein Kriegsschiff mit grös- serem Boote und einem Fischerboote, rechts ist ein Boot mit fünf Figuren und links die Küste mit Gebäuden. Unten im Rande: A. Silo inv. et fec., qu. fol.
Marine. Man sieht verschiedene Schiffe, rechts ein Boot mit drei Figuren, und im Hintergrunde rechts die Küste. Unten im Rande: A. Silo inv. et fec., qu. fol.
Flussansicht mit Schiffen und Booten mit Figuren, rechts am Ufer eine Windmühle, links gegen den Hintergrund das fahrende Ufer. Unten im Rande: A. Silo inv. et fec., fol.
stürmische See mit Felsenriffen, im Vorgrunde ein scheiterndes Schiff, links auf Felsen ein Thurm. Unten im Rande: A. Silo inv. et fec., qu. fol.
Marine mit Schiffen und Booten, im Vorgrunde rechts das Ufer mit Fischern und Gebäuden. Unten im Rande: A. Silo inv. et fec., qu. fol.
Marine. Ruhige See mit Schiffen, links ein bemanntes Boot, im Mittelgrunde, weiter nach vorn, eine Tonne mit dem Namen des Meisters, qu. fol. Sehr selten.
Leicht bewegte See mit einem Dreimaster in der Mitte und rechts zwei Fischerboote. Am Rande rechts bemerkt man eine Tonne mit den Buchstaben A S., qu. fol. Sehr selten.
Marine mit einem heftigen Sturm, mit dem Namen des Meisters. H. 5 Z. 5 L., Br. 7 Z. 7 L.
Wir fanden dieses Blatt im reinen Aetzdrucke auf 25 Gul- den gewerthet.
Sîloê, Diego, nennt Ticozzi irrig den folgenden Meister,
Sîloê, Diego de, Bildhauer und Architekt, einer der berühmtesten spanischen Künstler aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, der um die Einführung eines besseren Geschmackes in Spanien sich Verdienste erwarb. Er wurde um 1480 in Burgos geboren, wo ihn sein Vater, Gil de Siloe, in der Kunst unterrichtete, nach dessen Tod er sich nach Granada begab, wo damals an der Cathe- drale viele Veränderungen vorgenommen wurden. Don Diego führte für diese Kirche mehrere Bildhauerarbeiten aus, womit er die neuen Thore zierte. Besonderen Beifall fand ein Ecce homo, und seine Statue des hl. Christoph galt für das beste Bildwerk der Stadt. In diesen Statuen, so wie in einigen Büsten und Medaillons, die er für andere Kirchen Granada's ausführte, erscheint Diego schon als Künstler von Bedeutung. Er wusste seinen Köpfen Ausdruck und Würde zu ertheilen und zeigte in der Anatomie und in der Proportion des menschlichen Körpers ungewöhnliche Kenntnisse, so wie sich denn Siloe überhaupt den Ruf eines der grössten spanischen Bildhauer erwarb. Hierauf fertigte er Zeichnungen zu den Chorstühlen des Domes in Toledo, deren auch andere Künst- ler vorlegten; allein die Entwürfe Diego's und jene des A. Berru- guete wurden vorgezogen.
Sein Hauptfach war indessen die Architektur. Er baute die Kirche des Klusters des hl. Hieronymus zu Granada. Im Jahre 1530 berief ihn das Capitel der Cathedrale von Toledo zum Bau der neuen Capelle de los Reyes, welchen Carl V. führte, da ihn
die alte, in einem der Hauptschiffe angebrachte Kapelle der Könige nicht genügte. Siloe fertigte die Pläne zur Kirche, den Bau aber führte Alonso Covarrubias, der ebenfalls Zeichnungen lieferte, Don Diego hatte damals noch in Granada zu thun, und daher kam es, dass Covarrubias öfters Hauptmeister der Kirche genannt wurde. Doch auch Milizia ist im Irrthum, wenn er unsern Siloe zum Erbauer der Kathedrale in Granada macht, da dieser nach den von C. Bermudez in seinem Dictionario historico benutzten Archivalien nur den Bau des Klosters und der Kirche des hl. Hieronymus leitete. Auch die Kathedrale von Sevilla zog 1534 den Künstler beim Baue der grossen Sakristei, des Kapitelsaales und der Sakristei der Kelche zu Rathe. Die Pläne fertigte Diego de Riaño, welche unser Meister prüfte und für gut fand. Zeit- weise kam Siloe als besoldeter Visitador des Kapitels nach Sevilla. Er starb zu Granada 1503. Bermudez gibt das Testament des Künstlers,
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