Sieboldt, Adolph. Maler

Sieboldt, Adolph. Maler, geb. zu Brandenburg 1806, war von Ge- burt taubstumm, aber von der Natur mit einem reichen Kunst- talente ausgestattet. Seine artistischen Studien begann er in Berlin unter Leitung des Professors Wach, und machte da solche Fort- schritte, dass ihn der Meister bald zu seinen besten Schülern zählte. Siebert war daher schon 1820 unter den Bewerbern um den grossen Preis der Akademie, welche ein Thema aus der grie- chischen Mythe gewählt hatte. Jupiter und Merkur, von Philemon und Baucis bewirthet, sollten in dem Momente dargestellt werden, wie sie als Götter erkannt werden. Siebert's Bild wurde allen vorgezogen, denn es erscheint in der Composition streng durch- dacht, und dabei herrscht in den Köpfen ein Ausdruck und eine Naivität, welche diesem Werke eines Jünglings stets die ehren- vollste Stelle sichern wird. Der grosse akademische Preis setzte ihn in den Stand, in Rom seine Bahn zu verfolgen, wo ihm leider nur eine kurze Zeit beschieden war, denn er starb im Mai des Jahres 1832. Die Zahl seiner Bilder ist daher gering, aber diese wenigen lassen den frühen Tod eines Künstlers bedauern, dessen innige Seele ganz auf den Sinn des Auges und die zeichnende Hand beschränkt war. Ueberdiess malte er noch den Schutzpatron seiner Kunst, den hl. Lukas, wie er, von Engeln bedient, die hl Jungfrau malt, ein Bild voll Zartheit und frommer Aufmerksam- keit. Siebert's Schwägerschaftsgang ist der Abschied des jungen To- bias und seiner Frau von Raguel und Hanna, seinen Schwieger- ältern, wiederum ein Bild voll tiefen Gefühls. Ausserdem sah man 1832 auf der Kunstausstellung zu Berlin von ihm zwei Stu-

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