Siciolante, Girolamo, Maler von Sermoneta, und daher gewöhn-
lich Siciolante da Sermoneta genannt, war anfangs Schüler von Leonardo da Pistoja, kam aber dann unter Leitung des Perino del Vaga, der, wie Leonardo, Anhänger der römischen Schule war. Lanzi, welcher früher glaubte, der Künstler heisse G. Seri, nennt ihn daher einen Raffaelisten, welcher seiner glücklichen Nach- abmung des Schulenhauptes wegen mit Sanzio's Schülern verglie- chen werden könne, besonders in Oelbildern, wie im Erntehum der hl. Lucia in St. Maria Maggiore, in der Verklärung in Ara- Celi, in der Geburt Christi in St. Maria della Pace, einem Bilde, welches er äusserst anmuthig in der Kirche zu Osimo wiederholt habe. Die drei zuerst genannten Gemälde sind in Kirchen Roms. In der Sala Regia des Vatikan malte er die Besiegung und Ge- fangennehmung des langobardischen Königs Astolf durch Pipin in Fresko, und andere Bilder dieser Art sieht man in der 13ten Loggia und in der Torre di Borgia. Diess sind aber Werke, die bereits das Gepräge des Verfalls der Kunst tragen, so wie denn überhaupt das Lob Lanzi's zu mässigen ist, da Sermoneta mehr der Richtung des Michel Angelo, als jener von Rafael folgte. Lanzi zählt aber die genannten Bilder nicht zu den Hauptwerken des Meisters; als solches erklärt er das Hochaltarblatt der Kirche des hl. Bartolomäus zu Ancona , wo Siciolante die hl. Jungfrau auf
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