Settegast Joseph Anton, Historienmaler , ist einer jener weni- gen Künstler, welcher aus Herzensdrang der religiösen Malerei ergeben ist, und darin, obwohl noch in den ersten Mannesjahren stehend, doch schon Grosses geleistet hat. Er ist der Sohn des ge- heimen Medizinal-Rathes Dr. Settegast zu Coblenz , wurde daselbst am 8. Februar 1813 geboren, und von seinen frommen Eltern ein- fach und religiös erzogen. Er besuchte früh das Gymnasium und machte bis zu seinem 15. Lebensjahre als ein stiller und sinniger Knabe mit gutem Erfolge alle Klassen der genannten Anstalt bis zur Ober-Secunda durch. Seine Hefte, mit Zeichnungen mancher Art angefüllt, zeigten schon in dieser Periode seinen künftigen Beruf. Um seinem Wunsche nachzukommen, übergaben ihn im Frühjahre 1828 die Eltern der Leitung seines Oheims, des Malers und Professors Mosler in Düsseldorf. Hier besuchte er regelmäs- sig die Akademie, und erlernte mit eben so vieler Liebe als Gründ- lichkeit, was die Anstalt in Zeichnung, in Gebrauch der Farben, und zur Heranbildung geschickter Technik forderte.
Angeregt durch seine Lehrer Schadow, Mosler und Winter- stamm, wie auch durch die Bestrebungen der ganzen ihn umgebenden Künstlerwelt zu Düsseldorf , versuchte er sich früh schon in Com-
positionen nach deutschen Dichtern, war aber darin nicht beson- ders glücklich; dagegen gelang ihm sein eigenes Portrait sehr gut, Allmählig war ihm die Richtung der Düsseldorfer Kunstschule mehr und mehr zur Klarheit gekommen, und sie genügte seinen Wünschen täglich weniger. Das überwiegende Streben nach Tech- nik, nach Colorit und Effekt, das Suchen nach Eigenthümlichkeit in Form und Gestaltung, das allgemeine Hingeben in der Genre- malerei sich auszuzeichnen, war seiner tiefen Auffassungsweise zu- wider. Seine einfache Natur konnte nichts Gekünsteltes, Gesuch- tes ertragen. Sein innig frommer und gläubiger Sinn verlangte nach tieferem Schaffen, nach idealen Gestalten. Das Schöne der ernsten religiösen Kunst war allmählig in ihm aufgegangen, und hierin Ausgezeichnetes zu sehen und hervorzubringen, war sein heissester Wunsch.
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